Meine “12 von 12” im November 2018

Heute ist wieder der Tag, an dem Caro in ihrem Blog “Draußen nur Kännchen” dazu aufruft, den Ablauf in 12 Bildern vorzustellen. Also ich habe heute mindestens 50 Bilder gemacht, so dass es mir äußerst schwer fällt, welche 12 ich denn nun nehmen soll. Ach, am besten ich erzähle mal der Reihe nach.

01. Herzliche Grüße aus Rom, der Stadt voller Geschichte und Geschichten, in der ich mich augenblicklich befinde. Heute hat der Regen ein wenig nachgelassen, nach den stürmischen letzten Wochen für Mitte November nun ein angenehmes Klima. Sonst gibt es eine Durchschnittstemperatur von 16 Grad Celsius. Die jährliche Niederschlagsmenge ist dieses Jahr nicht höher als in den Vorjahren, auch wenn die Berichte der letzten Wochen etwas anderes behaupten. 

02. Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass die Italiener ein schnelles Frühstück bevorzugen. In der Regel mit einem Kaffee, der im Kaffeeland Italien wesentlich besser schmeckt als zu Hause. Für 90 Cent genieße ich ihn jeden Morgen in der Markthalle unweit unserer Wohnung. Hier – abseits der Hauptstrassen – pulsiert das Leben. Es wird geredet und diskutiert, verhandelt und gefeilscht.

03. Den Blick auf den Petersdom möchte ich Euch nicht vorenthalten. Jährlich wird er von knapp 5,5 Millionen Menschen besucht, was eine tägliche Einnahme von 300.000 Euro bedeutet. 20.000 Besucher durchqueren täglich die Sixtinsche Kapelle. Um alle 50 000 Objekte in den 14 Museen sehen zu können, müssen die Besucher eine Strecke von sieben Kilometern zurücklegen. Wer im Vatikan an einem der Geldautomaten Geld abheben möchte, sollte bedenken, dass sie eine lateinische Anzeige haben.

04. Interessant ist das Verhältnis der Römer zu Verkehrsampeln. Die können sie nämlich nicht leiden. Selbst Fußgänger warten es kaum ab, bis die Grünphase kommt. Dafür lassen sie sich beim Shoppen (hier ein Schuhgeschäft unweit der spanischen Treppe) mehr Zeit und sind immer für ein Schwätzchen zu haben.

05. Und natürlich finden sich an jeder Ecke Denkmäler. Von den 267 Päpsten haben sich allein in Rom 112 ein Denkmal setzen lassen. Die 38 Denkmäler römischer Kaiser wirken dagegen ziemlich klein. Übrigens ist über die Frauen der römischen Kaiser wenig bekannt. Historisch belegt ist nur, das die  Frau von Kaiser Claudius sich einmal einen Wettbewerb mit einer römischen Prostituierten lieferte. Ich habe bisher abr noch nicht herausgefunden, um was für einen Wettbewerb es sich handelte.

06. Nirgendwo ist die Dichte von Kunst so stark wie in Rom. Angeführt von den Vatikanischen Museen lässt sich die Kunst in Rom kaum innerhalb von ein paar Tagen erkunden. Interessant ist dann vielfach die Machart. Wo Decken so wirken, als seien sie aus Stuck, ist die Irritation durch die Art der dreidimensionalen Bemalung entstanden. 

07. In Ecken und Nischen finden sich  überraschenderweise auch einmal Kunstwerke, mit denen ich persönlich nicht gerechnet habe. So wie hier im Vatikanischen Museum das Bildnis eines alten Mannes.

08. Jenseits der Hauptstraßen gibt es schöne Ecken, die zum Verweilen einladen. Sonst ist es in Rom laut und sauerstoffhaltig nicht gerade angenehm. Schließlich besitzen neun von zehn Römern ein Auto, das sie auch benutzen. Die Folgen sind ein tägliches Verkehrschaos und eine enorme Luftverschmutzung. Übrigens: In 8 Städten Italiens konnte sogar ein deutlich höherer Wert von Kokain und Marihuana in der Luft nachgewiesen werden.

09. Das Kolosseum ist nicht nur die populärste Sehenswürdigkeit Roms, das Amphitheater hat auch eine grausame Historie: Im antiken Rom ließen über eine halbe Million Menschen und über eine Million Tiere in brutalen Kämpfen ihr Leben. Sie endeten, weil „der Spaß“ nicht mehr finanzierbar war. Solange das Kolosseum aber steht, wird auch Rom stehen, meinen die Römer heute.

10. Der erste Transvestit der Geschichte war möglicherweise der Kaiser Caligula (37 – 41 römischer Kaiser). Sexpartys und Skandale machten ihn zum Enfant terrible der Gesellschaft. Seinem Lieblingspferd Incitatus wollte er ein politisches Amt verleihen. Den heiligen Tempel Aedes Castoris funktionierte er einfach zu einem Teil seines Heimes um. Immer wieder fällt auf, dass es in Rom auch einige “Kuriositäten” unter den Kunstwerken gibt.

11. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Abendessen. Ich bevorzugte heute eine kleine Osteria, geführt von zwei Brüdern. Das Publikum ist laut und besteht überwiegend aus Einheimischen. Eine Speisekarte gibt es nur auf ausdrückliche Anforderung. Der Wirt empfiehlt und serviert an Pasta und Wein was er gerade gut findet. Am Schluss wird gerechnet, was es kosten könnte und nach einigen Rechenaufgaben wird dann ein nicht unbedingt annehmbarer Preis festgelegt.

12. Trotz des Preises war das Essen reichlich und gut. Zeit um nach Hause zu fahren. Ein letzter Blick auf das nächtliche Rom. Auf Wiedersehen von hier aus an Euch und in einigen Tagen auch von Rom.

Leider habe ich hier in Rom nicht die Technik, um meinen Beitrag für “12 von 12” schnell umzusetzen. Daher hoffe ich, ich konnte euch so einen kleinen Eindruck von meinem heutigen Tag geben. Nun bin ich gespannt, was andere an diesem 12. November 2018 so erlebt haben. Dazu verlinke ich meinen Beitrag noch rüber zu Caros Blog „Draußen nur Kännchen“. Caro betreut das Projekt und sammelt allmonatlich als Linkliste die Meldungen anderer Blogger/Innen. Wer sich auch einmal in anderen #12von12 Tagesabläufen umgucken möchte…  die gemeldeten Blogeinträge des 12. November 2018 werden hier gesammelt. Danke Caro für Deine große Mühe.

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