Ganz normal

Das längste Wort

Wer angesichts eines besonders langweiligen Filmprogramms lieber zu einem kurzweiligen Gesellschaftsspiel im Familienkreis Zuflucht nimmt, der kennt vielleicht das  berühmt-berüchtigte „Scrabble“ und ähnliche Sprach-Spiele. Da geht es darum, aus vorhandenen Buchstaben Wörter zu bilden – und oft genug um die Streitfrage: Was ist noch ein Wort und was nicht?


Gibt es zum Beispiel wirklich einen „Ofenrohrwurm“? Die Oma jedenfalls behauptet es, weil sie zwei übriggebliebene „o“ vor sich liegen hat – doch die Verwandtschaft ist entschieden anderer Meinung: „Ofenrohrwurm“? Nie gehört! Gibt es doch nicht! Und schon ist eine hartnäckige Diskussion im Gange. Oder nehmen wir ein anderes Wort: „Heizölrückstoßdämpfung“.


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Lächerlich! Was soll das denn sein? Vielleicht der Protest der Heizölkunden gegen den jüngsten Wucheranfall der Konzerne? Oder was? Tja, das sagt uns leider weder die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ noch die Redaktion des deutschen „Guinness-Buch der Rekorde“. Beide führen das Wort allerdings in ihren Verzeichnissen. Es hat nämlich 24 Buchstaben, und zwar verschiedene Buchstaben. Damit liegt es knapp vor geläufigen Wörtern, wie „Zwölftonmusikbücherjagd“ oder dem allseits bekannten „Wildschützenbärenjuxkampf“ – auch da sind alle Buchstaben verschieden, aber es sind eben nur jeweils 23 Stück.


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Wunderschöne Raufereien beim Scrabble ergäben solche Vorschläge – aber bitte, wenn die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ meint … Immerhin: Eine gewisse Kunst ist es schon, so etwas auszutüfteln. Genau wie damals bei jenem klassischen Langwort, das im Liede besungen wurde, dem „Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän“. Er ist berühmt wie eh und je. Und das, obwohl es ja gar keine richtigen Dampfschiffe mehr gibt auf der Donau, sondern nur noch welche mit „Heizölrückstoßabdämpfung“.


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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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