Nächtliche Holzfäller

pict8964-30.JPG

Es ist erschreckend: Sieben Millionen Deutsche schnarchen! Sie sägen und grunzen, röcheln und rasseln, pfeifen und zischen. Mehr Männer als Frauen. Mehr Dicke als Schlanke – eben das große Heer der Schnarcher. In schweren Fällen erreicht der Lärmpegel des Schnarchens den eines VW-Motors.

Seit Urzeiten wird das Schnarchen sehr ernst genommen: Schon 1890 meldete der Münsteraner Wilhelm Herbst beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin eine „Anti-Schnarch-Klammer“ an. Ein Gerät, dass der heutigen Zahnspange von Kindern sehr ähnlich war. Nur sechs Jahre später versuchte es ebenfalls ein Münsteraner mit dem Vertrieb eines „Schnarchbandes“, das so ausgesehen haben soll, wie ein Einkochgummi. Es schaffte einigen Schnarchern zwar Linderung, hatte jedoch den unangenehmen Effekt, dass spätestens nach einer Stunde der Unterkiefer schmerzte. Zu erwähnen sei hier noch ein „Schnarchröhrchen“, das ebenfalls um die Jahrhundertwende im Münsterland anzutreffen war. Besagtes Röhrchen diente zum Einklemmen der Zunge im Rachenraum und wurde wie ein kleiner Schraubstock zwischen den Zähnen befestigt. Damit ähnelte es eher einem Folterinstrument, als einem medizinischen Apparat.

Schnarcher lassen sich übrigens in fünf Gruppen einteilen. Da wäre zunächst:

Der selbstlose Schnarcher

Er ist der einzige Schnarcher, der auf andere Rücksicht nimmt. Deshalb schnarcht er auch so vorsichtig, dass man neben ihm überhaupt kein Auge zu bekommt. Sein Schnarchen setzt übrigens dann ein, wenn man überhaupt nicht mehr damit rechnet. Geschnarcht wird in allen Schlafstellungen, auch im Sitzen, doch am ehesten entstehen die Geräusche in der Rückenlage, da die Zunge in dieser Position in die Rachenhöhle zurücksinkt und die Angelegenheit kompliziert. Die meisten Schnarcher verstummen, wenn man sie auf die Seite wälzt.
Der Macho-Schnarcher

Sein Schnarchen erreicht spielend 69 Dezibelauf der Lautstärkeskala. Da haben sogar die Nachbarn ein Stockwerk höher etwas davon. Bei ihm findet man so wenig Schlaf, wie in einem Zimmer voller ratternder Schreibmaschinen.

Der weltreisende Schnarcher

Es gibt keinen Wald auf unserer Erdkugel, in dem dieser Schnarcher noch nicht fündig wurde. Vom kleinen Pinienhain bis zum tiefsten Urwald holzt er alles ab, was ihm vor die Bronchien kommt. Winston Churchill gehörte zu dieser Sorte. Aber auch der englische König Georg IV. Und Abraham Lincoln schnarchten, dass sich die Balken bogen.

Der Kunst-Schnarcher

Gibt Ihnen mit seinem Schnarchen das Gefühl Sie nicht einsam und allein zu lassen. Wechselt ständig die Schnarchgeräusche. Wahre Künstler beherrschen spielend zwei Dutzend Schnarchvariationen. Tipps für den leidenden Partner: Ziehen Sie dem Schnarcher sanft das Kopfkissen weg; stoßen Sie ihn an, bis er sich umdreht; pfeifen Sie ihm leise ins Ohr; kleben Sie ihm eine und brüllen Sie: „Aufhören“!

Der Brutalo-Schnarcher

Sein Schnarchen erinnert an Schweinegrunzen. Auf Ansprache reagiert er, in dem er faucht und wild um sich schlägt

Haben Sie gewusst, dass 90 Prozent derjenigen die unter einem Schnarcher zu leiden haben, sich ein anderes Bett suchen, sobald es geht. Tja, Liebe mag blind machen, aber sie macht nicht taub.

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s