Sie haben Flöhe, Schulden und leiden unter Arthritis – über Ergebnisse von Statistiken

Jeder vierte Bundesbürger hat mindestens einmal im Leben Flöhe. Jeder zweite ist hoch verschuldet. Selbst wenn sie dies erbost zurückweisen – die Statistik lügt nicht. Sie weiß fast alles.

Sie sind schon zu bedauern, diese Bankräuber. Da gelingt ihnen der Coup ihres Lebens und bei der Flucht werden sie gefasst – nur, weil sie mit dem Fahrrad auf und davon fuhren. Die Kriminalstatistik des vergangenen Jahres zeigt nämlich, dass von 352 per Pedes geflüchteten Räubern 80 Prozent gefasst werden konnten. Vielleicht wäre es bei dieser statistischen Auswertung für die Fahrradindustrie von Interesse gewesen zu erfahren, auf welchen Markenfahrrädern die 20 Prozent denn entkamen?

Überhaupt haben Statistiken, solange sie nichts mit Markenfabrikaten zu tun haben, eine ganz besondere – ja vielleicht objektivere Aussagekraft. Da führte nämlich im vergangenen Jahr eine Umweltvereinigung eine Datenerhebung über die schädlichen Einflüsse von Zellstoffen auf die deutschen Gewässer durch. Ein Ergebnis war dabei, dass die Damen pro Sitzung durchschnittlich 15 Blatt Toilettenpapier verwenden. Wir Herren gelten da mit nur 9 Blatt zwar als echte Schweineferkels, können uns aber immerhin selbst auf dem Klo ein echtes Umweltbewusstsein auf die Brille schreiben.

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Interessant ist vielleicht auch das Ergebnis einer Forschungsarbeit für Psychologie an der Universität Köln. Darin ging es in der Hauptsache um zwischenmenschliche Beziehungen. Ein Befragungspunkt war auch das Schwindeln. Demnach schwindeln wir alle 50 mal am Tag. Ob auch Politiker dazu befragt wurden? Jedenfalls sollen uns die Abweichungen von de Wahrheit so sehr in’s Blut übergegangen sein, dass wir sie nicht mehr bemerken. Auf das Alter angesprochen, schwindelt fast jeder.

Von jeher eine Fundgrube sind statistische Auswertungen von Städten und Gemeinden. Bieten diese doch ihre besonderen Reize, wenn gerade einmal „Kleinigkeiten“ ausgewertet werden. So hat die Stadt Münster im Vergleich zu den Vorjahren ermittelt, dass die Anzahl der Einwohner mit Titeln in der Anrede um 2,1 Prozent zugenommen hat. Das lässt nicht nur meine Hochachtung vor städtischen Auswertungen aufkommen, sondern auch die Frage, wer denn nun alles so titelbewusst in Münster umher läuft. Meine Fleischereifachverkäuferin ist es jedenfalls nicht.

Mit Schlussfolgerungen aufgrund von Statistiken sollte übrigens recht vorsichtig umgegangen werden. Denn es gibt immer wieder Experten, die Statistiken so auslegen, dass das Negative in ’s Positive gekehrt wird. Ärzte beispielsweise sind darin wahre Künstler. So stand in einem Ärzteblatt, dass bei einer bestimmten Operation 90 Prozent aller Patienten überleben. Na ja, das klingt doch besser als: Eine Operation, bei der jeder Zehnte stirbt, oder?

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