Ganz normal

April!!! April!!!

Sind Sie schon einmal hereingelegt worden? Ich meine mit Aprilscherzen? Am 1. April lassen sich die Bundesbürger nämlich eine ganze Menge einfallen, um andere in den April zu schicken.

“Natürlich habe ich Humor”, behauptet jeder zweite Bundes­bürger von sich selbst. Das haben zumindest Meinungs­forscher herausgefunden. Ob das wirklich stimmt, lässt sich jedes Jahr auf´s Neue am 1. April herausfinden, wenn viele versuchen, die anderen nach besten Kräften hinter’ s Licht zu führen.

Einen nützlichen Aprilscherz dachte sich ein Gronauer aus, der in seiner proppevollen Stammkneipe einen Sitzplatz ergattern wollte: Er stürmte in das Lokal, nasse Geldscheine in der Hand. “Auf dem Bürgersteig liegen Hunderteuroscheine im Regen”, rief er – und konnte sofort unter vielen freien Plätzen wählen, denn fast alle Gäste stürmten hinaus, um ebenfalls Geldscheine zu suchen.

Falls morgen die Maus am PC nicht funktioniert, ist nicht unbedingt die Batterie alle? Ein immer beliebter werdender Aprilscherz ist es, ein Stück Klebeband und etwas Papier unter die PC-Maus zu kleben und voilà – der Sensor der Maus erkennt die Bewegung auf der Tischoberfläche nicht mehr.

Überhaupt lassen sich im Büro viele Scherze umsetzen. Zum Beispiel einen Treppenputzplan erstellen, in dem jede Abteilung vermerkt ist. Den öffentlich aushängen und dann nach Freiwilligen suchen. Auf diese Weise erfährt man sehr viel über da Klassenbewusstsein der Kollegen.

Spaß dürfte es auch machen, im Schutzanzug verkleidet die abgelaufenen Lebensmittel aus der Büroküche zu entfernen. Verdorbene Milchspeisen dabei wie kontaminiertes Material behandeln. Schaulustige sollten freundlich, aber bestimmt zum Weitergehen aufgefordert werden.

Woher der lustige Brauch mit den Aprilscherzen stammt, ist allerdings bis heute unbekannt. Selbst die Volkskundler, die es ja eigentlich wissen müssten, können sich nur an Theorien halten: Die Narrenfeste der alten Römer, auch das indische “Hulifest”, wurden Anfang April gefeiert. Aus diesem Anlass schickte man ahnungslose Opfer mit verrückten, unausführbaren Aufträgen los und machte sie so zu Narren.

Eine andere Theorie besagt, dass die Änderungen von Kalendern und Zeitrechnungen Ursprung der Scherze sind. Als der Jahresanfang im Kalender vom 1. April auf den 1. Januar gelegt wurde, hielten manche irrtümlich an der alten Zeitrechnung fest und sollen mit dem Ruf “April! April!” verspottet worden sein.

Ganz genau aber weiß niemand, warum wir uns am 1. April gegenseitig veralbern – aber die Haupt­sache ist ja schließlich, dass es Spaß macht.  


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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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