Stresemanns Ganz normal

Stresemanns "Ganz normal"

Das Team:

Wenn Kollegen mich mit der Frage ansprechen, wie alles als Kind bei mir mal angefangen hat, erzähle ich gern von meinem “Kinderzimmerradio”. Schon mit 12 habe ich mich in mein Zimmer gesetzt und Kassetten voll gequatscht und die Musik vom Plattenspieler anmoderiert. Das dazwischen das Klappern der Aufnahmetaste zu hören war und die Schallplatten arg knisterten, störte mich wenig, meine Eltern um so mehr.

Ende der 70er Jahre musste ich mich kurzfristig von meiner heimischen Kassetten- und Plattenspielertechnik trennen und im Krankenhaus von meinem Blinddarm. Dort hörte ich – fast zufällig – den Krankenhausfunk, die damals an vielen Krankenhäusern gegründet wurden. Meine Begeisterung war geweckt, die meiner Eltern auch, denn endlich mussten nicht mehr sie, sondern die armen Krankenhauspatienten meinen Quatsch hören. So gingen einige Jahre dahin bis – die heimische Anlage war inzwischen längst durch Revox-Tonbandmaschinen und Mischpult aufgepeppt – ein Team vom WDR im Krankenhausfunk stand und dort einen Film über die heilende Wirkung von Patientenradios drehte. Nebenbei wurde ich gefragt, ob ich mir denn nicht auch eine Tätigkeit als freier Mitarbeiter beim WDR vorstellen könne?

Und so startete meine Karriere beim Radio: freier Mitarbeiter, Volontär, Redakteur, CvD. Mehr als 20 Jahre habe ich moderiert und viele tolle und spannende Dinge erlebt. Zu meinen persönlichen Highlights gehört bis heute die mehrstündige Live-Übertragung eines Raubüberfalles mit Geiselnahme, für die ich gleich in unzähligen Medien in TV und Radio präsent sein musste. Diese Aktion ist sowohl für mich als auch für die Geiseln glimpflich verlaufen, denn das Ganze war nur gestellt, um Polizei und Behörden für einen evtl. Ernstfall zu trainieren. Dass diese Aktion nur einige Zeit später dann Wirklichkeit wurde, verursacht auch heute bei mir noch ab und an eine leichte Gänsehaut.

Was mache ich heute? Das Radio ist immer noch meine große Liebe, allerdings mehr hinter den Kulissen, als vor dem Mikrofon. Dazu kommt das Schreiben. Denn schon als pubertierender Teenager (was jetzt auch schon ein paar Jährchen vorbei ist) habe ich angefangen für Lokalzeitungen in meiner Heimatstadt Münster zu schreiben, vom Luftballonwettbewerb, über den Kaninchenzüchterverein bis zur Wahl der Spargelkönigin …, alles was eben so anfiel. Dazu entwickelte ich eine Vorliebe für Glossen zu der mir einige Redaktionskollegen vorhersagten: „Junge, du wirst nochmal in der Glosse enden!“ Heute kümmere ich mich um das, was dann irgendjemand im Radio sagt oder auch nicht. Organisiere Abläufe, schaue hier und da vorbei und sehe zu, das alles läuft. Geblieben ist die Leidenschaft für Nachrichten und die Neugier auf Leute und Geschichten, die ich auch hier im Blog verarbeite. Dieser Blog ist nun auch schon fast 15 Jahre alt, wird erst jetzt langsam zu mehr und mehr Leben erweckt. Ich freue mich auf viele Geschichten, tolle Bilder und noch interessantere O-Töne. Denn vom Medium Radio kann ich nur sehr schwer lassen.

Jobst
Autor

Seit Mitte 2020 habe ich hier Verstärkung bekommen und arbeite zukünftig mit einem jungen Team zusammen. Meine Mitautoren, -helfer, -kritiker, -bastler , -grafiker, ….

…. sind Marleen, Tobias und Jonas. Zeitweise sogar noch einige mehr. Die drei sind junge Erwachsene, die – wie sie es selbst formulieren - mit einem Chromosom mehr als andere geboren wurden. Mediziner sagen dazu: „Down Syndrom“. Es ist keine Krankheit und keine Behinderung, es ist nur etwas mehr, als andere haben. Sie sind aber nicht nur dabei, weil es ihnen viel Spaß macht.

Unterstützt wurde und wird das Team von der Aktion Mensch, dem WDR und der WWU-Münster. Dies aber nur im Hinblick auf die fortlaufende Zusammenarbeit zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen. Der Grund dafür ist, dass wir belegen wollen, dass Menschen mit einem „Down-Syndrom“ selbstständig leben und arbeiten können, wenn sie denn entsprechend gefördert werden. Über diese Informationen lässt sich in unserem Blog nur an wenigen Stellen etwas lesen, denn es gilt vor allem den Schutz des jungen Teams zu wahren.

Wir haben viel Spaß und Freude und sind auch stolz darauf, mit der Technik eines Blogs umzugehen (Danke an WordPress für die Unterstützung, die Total-Crashs immer wieder abzustellen). Wir sind und bleiben nur ein kleiner Blog, aber einer der ein wenig was zu sagen hat. Das Schreiben von eigenen Geschichten dauert mal kürzer und mal länger. Dann gibt es unzählige Ideen, die wir gemeinsam nach und nach umsetzen.

Hallo, ich heiße Marleen, bin 21 Jahre alt und mache eine Lehre zur Schneiderin. Im nächsten Jahr habe ich meine Abschlussprüfung. Wenn ich Schneiderin bin, möchte ich vor allem Hochzeitskleider nähen. Hier im Blog schreibe ich kleine Beiträge und Serien.
Marleen
Autorin
Ich bin Jonas, 23 Jahre alt, arbeite in einer Werbeagentur. Dort – wie hier im Blog – kümmere ich mich um die Größe von Bildern und das Aussehen von Beiträgen.
Jonas
Grafiker
Mein Name ist Tobais, bin 24 und arbeite in einer Druckerei. Ich schreibe kleine Texte und stelle Nachforschungen an. Das hilft mir hier im Blog sehr und ich freue mich, dass ich dabei sein darf.
Tobias
Autor

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