Der Hund im Bett

Von hundert Hunden schlafen vierzehn bei Herrchen oder Frauchen. Von diesen vierzehn Hunden werden zehn im Bett nur geduldet: Wenn sie könnten, würden ihre Besitzer sie umbetten.

Da den Vierbeinern der bevorzugte Schlafplatz nur sehr schwer abgewöhnt werden kann, suchen viele ratlose Hundehalter Hilfe bei sogenannten „Hundetrainern“ oder gar bei „tierpädagogischen Hundeinternaten“. Diese Hundepensionen nehmen nämlich nicht nur den Familiendackel in Pflege, wenn die Besitzer verreisen wollen; sie haben sich darauf spezialisiert, Erziehungsfehler, die Menschen an Hunden begehen, zu korrigieren. Ist der Hund ein Kläffer, Beißer oder Wegläufer – die Wurzel dieser Unarten liegt in der Behandlung durch den Menschen. Wäre es da nicht sinnvoller, erst den Menschen zu erziehen, damit der den Hund erziehen kann?

4 Comments

  1. Passender und besser auf den Punkt gebracht geht es nicht. In den meisten Fällen stehen die Fehler nicht unten auf vier mehr oder weniger stark behaarten Beinen, sondern am anderen Ende der Leine, die jeder halten kann.
    Unser mittelgroße Hund darf nicht nur im Schlafzimmer schlummern, sondern bevorzugt auch gerne mittig auf dem Bett. Strahlt es doch Zusammengehörigkeit und Zusammenhalt aus.
    Und wenn die Lakritznase zwischen Frau- und Herrchen dann noch leise vor sich hinschnarcht, ist das Glück vollkommen.

  2. Wenn es einen stört, daß der eigene Hund im Bett oder auf dem Sofa liegt, muß man klare Grenzen ziehen. Sowas geht auch ohne Gewalt, wie zum Beispiel am Halsband brutal runterzuziehen oder so zu brüllen, das auch die Nachbarn noch etwas davon haben.
    Stört es einen aber nicht, warum soll der Pfiffikus dann nicht neben einem liegen? Meine Eltern wollten anfangs nicht, das mein-unser Hund in irgendeinem Bett liegt (vom Sofa ganz zu schweigen). Steter Tropfen hölt bekanntlich den Stein, irgendwann war mein Bett – zähneknirschend – erlaubt. Und siehe da: Mein Liebling blieb jedesmal maximal eine halbe Stunde auf dem Bett liegen, um sich dann eine andere Komfortzone zu suchen. Einzige Ausnahme: Wenn er wie’d Sau von draußen kam, also eine halbe Tonne Sand, Erde, Botanik im Fell hatte. Da wußte er aber auch: Dieses mal ist Bettverbot.
    Wer außerdem mit kleinen Ausreißern beim Hund nicht zurecht kommt, sollte sich mal selbst an die Nase packen. Menschen sind Meister darin, sich selbst Darfscheine für Abweichungen von Absprachen auszustellen. Zum Beispiel, wenn ärztlich eine Diät verordnet wird, und man sich dann trotzdem regelmäßig mit Süßem belohnt. Weil dieser Tag besonders nervenaufreibend war etc.

  3. Auch Hunde kann der Mensch erziehen. Leider gelingt dies oftmals nur unzureichend. Daher macht die Anregung, vorher den Erzieher zu erziehen, auf den ersten Blick durchaus Sinn.
    Die Erziehung des Erziehers wiederum gelingt leider oftmals nur unzureichend. Somit schließt sich der Kreis.

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