Ganz normal

Die 60er-Jahre: Weihnachten mit Kerzenschein und Holzspielzeug

Ganz Normal Die Er Jahre

Natürlich haben die Weihnachtstage der Kinderzeit etwas Nostalgisches. Die Geschenke waren zwar das Wichtigste; hier gab es zu Beginn der 60er Jahre wie auch schon Ende der 50er Jahre Ergänzungsspielzeug zur elektrischen Eisenbahn, zu meiner Rokal-Eisenbahn und das geliebte Blechspielzeug. Zumeist von Gama oder Gescha; Blechspielzeug beziehungsweise Funktionsspielzeug von Schuco war meinen Eltern zu teuer.

Es war die Vorweihnachtszeit, die etwas Faszinierendes an sich hatte. Sie begann sehr viel später als heute, wo wir ja schon ab Ende September in den Supermärkten mit Lebkuchen und anderer Weihnachtsbäckerei bombardiert werden. In den 60ern begann die Saison erst im November. Die Spannung und die freudige Erwartung auf die Festtage war somit für uns Kinder größer.

Anfang der 60er Jahre glaubten wir auch noch an den Weihnachtsmann! Es wurden Wunschzettel ausgelegt und am Heiligabend kam der Onkel verkleidet als Weihnachtsmann und wollte von uns Kindern erst einmal ein Gedicht hören. Ich hatte eine prickelnde Furcht vor diesem verkleideten Weihnachtsmann! Ja, woran ich mich noch erinnere,- die Weihnachtsbeleuchtung in den Geschäften war doch vorwiegend weiß! Erst Jahre später, in den 70er Jahren, setzte sich die bunte Weihnachtsbeleuchtung durch, die ich bis dahin nur aus Frankreich kannte. Dafür waren die Weihnachtskalender von einer seligmachenden Inspiration, natürlich noch ohne Schokolade, dafür aber mit dem wunderbaren Streuglimmer. Diese Weihnachtskalender machten sehnsüchtig!

Weihnachten war etwas ganz besonderes

Im Fernsehen gab es „Wir warten aufs Christkind“, eine Sendung mit Klaus Havenstein, die den Kindern die nicht enden wollende Zeit bis zur Bescherung an Heilig Abend verkürzen sollte. Aber den tiefsten Eindruck hat wohl einer der ersten Weihnachtsvierteiler bei mir hinterlassen: “Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer”.

In der Technik wurden wir Weihnachten für Weihnachten jedesmal aufs Neue Zeugen wissenschaftlichen Fortschrittes. Musste man zu Beginn der 60er seine Fahrzeuge noch manuell oder durch Zuführung mechanischer Energie über Schwungräder, entweder durch mehrfaches in kurzen Abständen erfolgendes Anschieben oder durch Aufziehen mit einem Schlüssel (Pech, wenn man den Schlüssel verschlampt hatte) in Bewegung setzen, wurde einem zu späteren Weihnachtszeiten die körperliche Arbeit durch Elektrizität abgenommen. Batterien direkt in die Fahrzeuge eingesetzt und den Stromkreis durch einen Schalter geschlossen, ließen die Spielzeuge selbständig fahren, brummen und blinken. Einige waren durch ein Kabel mit einem externen Batteriekasten verbunden, der neben dem Ein- und Ausschalter noch ein kleines Rad besaß, mit dem man die Fahrzeuge steuern konnte. Man musste ihnen jedoch, da das Kabel nie besonders lang war, ständig hinterherlaufen.

Ganz Normal Schöne Bilder

Die Energieeffizienz damaliger elektrischer Spielgeräte war noch nicht besonders ausgeprägt. Meist waren die Batterien erschöpft noch bevor die Weihnachtsfeiertage vorüber waren. Das Non-plus-ultra technischer Errungenschaften aber war für uns damals eine elektrische Eisenbahn von Märklin oder Fleischmann oder eine Autorennbahn von Carrera.

Mädchen waren von der fortschreitenden Technik noch weitgehend ausgeschlossen. Sie bekamen zu Weihnachten Puppen (keine Barbies!), Steiff-Tiere oder Kaufmannsläden.

Aber nicht nur die Spielsachen wurden elektrisch. Die Anfang der 60er in den Wohnungen zur Beleuchtung der Weihnachtsbäume eingesetzten Kerzen wurden durch elektrische Lichterketten mit kerzenähnlichen Lämpchen ersetzt. Zwar ging damit die warme, heimelige Atmosphäre des Kerzenlichtes sowie der rauchige Duft ausgeblasener Kerzen verloren, die Gefahr brennender Weihnachtsbäume wurde jedoch stark verringert. Die Christbäume konnten jetzt länger und auch unbeaufsichtigt leuchten.

Das waren die 60er-Jahre

Hier noch einmal alle Folgen der Reihe: “Erinnerst Du Dich? – Die 60er-Jahre!”

Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

%d Bloggern gefällt das: