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Die 70er-Jahre – Als das Auto noch keine Gurte hatte und PacMan zum Abendessen kam

Die bunten 70er-Jahre

Als das Auto noch keine Gurte hatte und PacMan zum Abendessen kam

In den 70er Jahren begründen „Der Weiße Hai“ und „Krieg der Sterne“ die Blockbuster-Ära in den Kinos. Die nach einem Spülmittel benannten Pril-Blumen kleben überall, der Kamm schaut aus der Gesäßtasche, das erste Retortenbaby kommt auf die Welt. Computer werden gegen Ende des Jahrzehnts massentauglich: Steve Jobs bringt den ersten Apple-Computer auf den Markt und begründet sein Imperium. Eine andere ganz große Ära geht zu Ende – die des in Deutschland gebauten VW Käfers; 1978 läuft der letzte im VW-Werk Emden vom Band.

Die Autos der 70er haben oft einen Kultstatus erreicht. Hier der VW-Bulli – galt er in den 70ern als Hippie-Auto. Hier in Deutschland allerdings kamen in Folge der Ölkrise Kompaktwagenformate auf den Markt, die spritsparender waren, als die trotz allem beliebten Wagen Ford Taunus und Granada oder der Mercedes “Strich-Acht”. Audi 80, VW Käfer und dann der Golf, Opel Kadett und der “Hundeknochen” Ford Escort waren die sparsamen und beliebten Wagen der 70er Jahre.

Fahrverbot an Sonntagen

Der Deutschen liebstes Kind ist in Gefahr: Nahostkrieg und Drosselung der Erdölexporte durch arabische Staaten verknappen Ende 1973 die Benzinreserven. Besonders hart trifft der Ölboykott die Bundesrepublik – drei Viertel aller Einfuhren stammen aus dem Nahen Osten.

 Büßen müssen zunächst die Autofahrer. Am 19. November 1973 verhängt die Bundesregierung ein erstes Tempolimit: 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen. Am 25. November folgt das generelle Fahrverbot an Sonntagen. Untersagt ist auch, Benzin in Kanistern zu tanken. Vier Wochenenden hintereinander bietet sich den Bundesbürgern ein gänzlich ungewohnter Anblick: leere Autobahnen von Schleswig-Holstein bis Bayern.

Die Autobauer reagieren mit sparsameren Versionen: die kurzen Kompakten wie VW Polo und VW Golf kommen. Und noch etwas ist neu: „Klick – erst gurten, dann starten“, lautet der Leitsatz, den die gesetzlich eingeführte Gurtpflicht mit sich bringt. Außerdem wurde die Promillegrenze auf 0,8 herabgesetzt und das Punktesystem im Verkehrszentralregister installiert.

Heute undenkbar: In den 70ern wurde freundlich erklärt, dass Frauen möglichst nicht zu Verkehrsspitzenzeiten Auto fahren sollten.  Hie eine Ausgabe des “7. Sinn” aus dem Jahre 1972. (Danke an den WDR)

Die Nächte mit PacMan und Atari

In den 1970er-Jahren gab es einen regelrechten Hype um „Persönliche Computer“. Technisch war es endlich möglich, die Geräte, die vormals einen ganzen Raum ausfüllten oder zumindest die Ausmaße eines Schrankes hatten, in Koffergröße zu bauen. Grund dafür war die rasante Entwicklung der Chipstrukturen, die es erlaubten, immer kleinere Chips herzustellen.

Statt in teure Autos zu investieren, gab der Deutsche in den 70ern gerne mal ein paar Pfennige oder Markstücke für eine Runde am Spielautomaten aus. 1977-1979 galten als die erfolgreichsten Jahre der Flipper. In Düsseldorf fand 1973 ein Automatentag statt, mit zahlreichen Neuvorstellungen auf dem Flipper- und Spielautomaten-Markt.

„Es gibt keinen Grund, warum eine Person einen Computer in seinem Zuhause haben wollen möchte“, soll Ken Olsen, CEO der Digital Equipment Corporation, im Jahr 1977 gesagt haben. Zu diesem Zeitpunkt war DEC einer der größten und wichtigsten Computerhersteller der Welt – doch die in diesem Jahr beginnende Heimcomputerrevolution sollte die althergebrachten Firmen regelrecht überrollen.

In den 70er Jahren begann ein neues Technik-Zeitalter. Computerfirmen, die heute noch die Branche beherrschen, wie beispielsweise Microsoft oder Apple wurden gegründet. Bevor in den 80ern die CD als Datenträger  auf den Markt kam, wurden die Daten auf kleine und große Disketten gebannt. Die fesselnden Computerspiele „Packman“ und „Atari „ waren heiß begehrt. Die sogenannten Spielkonsolen wurden mit dem “Joystick” bedient.

Eine Erfindung, die viele Rechenarbeiten erleichterte, war 1971/1972 der Taschenrechner als automatische Rechenmaschine. Dieser Taschenrechner war handlich und erschwinglich.

Ab dem Sommer 1977 konnten kleine Büros und private Anwender erstmals eigene, komplett zusammengebaute Computer erwerben; mitsamt Monitor für eine leicht verständliche Ausgabe, Kassettenlaufwerk als Wechselspeicher zum Laden und Sichern von Programmen und Tastatur für die bequeme Eingabe, zu einem für damalige Verhältnisse auch noch erschwinglichen Preis: All diese Computer kosteten bei Markteinführung in ihrer Grundausstattung jeweils umgerechnet etwa 3000 DM.

Bevor in den 80ern die CD als Datenträger  auf den Markt kam, wurden die Daten auf kleine und große Disketten gebannt. Die fesselnden Computerspiele „Packman“ und „Atari „ waren heiß begehrt. Die sogenannten Spielkonsolen wurden mit dem “Joystick” bedient.  Der Videorecorder, das Bonanza-Fahrrad, der Flokati-Teppich und die tolle Lavalampe gehörten zum Lebensgefühl der verrückten 70er Jahre.

In der nächsten Folge:

Als der Mettigel mit der Tütensuppe konkurierte!

Das Jahr 1972

Der letzte Käfer und ein Fussball-Europa-meister-

Die Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten begannen sich allmählich zu normalisieren. Es kam zu einem Transitabkommen und auch ein sogenannter Grundlagenvertrag wurde unterzeichnet.  

 Die Neue Ostpolitik, die während der Ära des Bundeskanzlers Willy Brandt zustande kam, ließ allerdings die Hoffnung auf ein vereintes Deutschland in weite Ferne rücken und stieß deshalb nur auf bedingten Zuspruch im Westen. In der DDR wurde sie auf Regierungsebene als ein politischer Sieg gewertet.

Das Olympia-Einkaufszentrum lud ab 1972 zum Shoppen ein.

Ganz Normal Die Er Jahre
Ganz Normal Die Er Jahre

17. Februar 1972

Der 15millionste VW-Käfer läuft vom Band. Das Auto ist damit das meistverkaufte der Welt.

27. April 1972

CDU/CSU-Mißtrauensvotum gegen Bundeskanzler Brandt scheitert

17. Mai 1972

Bundestag billigt – bei Stimmenthaltung der CDU/CSU – die Ostverträge.

18. Juni 1972

Die „beste deutsche Mannschaft aller Zeiten“ gewinnt in Brüssel die Fußball-Europameisterschaft.

Juni 1972

Führende RAF-Terroristen, darunter Andreas Baader, Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin, werden an mehreren Orten in Deutschland verhaftet.

5. Sept. 1972

Beim Attentat arabischer Terroristen auf die Olympischen Spiele in München sterben elf israelische Sportler, ein Polizist und fünf Gangster.


28. Oktober 1972

Jungfernflug des Airbus A 300

10. Dez. 1972

Der Schriftsteller Heinrich Böll erhält den Literaturnobelpreis.
Drei Ruhrzechen werden stillgelegt.

Verschlafenes Kiel wird Sporthauptstadt
Tod in de eisigen Elbe

In der nächsten Folge: Das Jahr 1973

1 Kommentar

  • Also Ich bin total nostalgisch , war ich schon immer und kann mich nicht sattsehen an videos oder Stories über die 60er und 70er Jahre .
    Es bringt zurück meine schönsten Jahre in meinem Leben .
    Danke für diese wahnsinnig tollen Dokumentare hier , ich lebe jetzt seit 1986 in den USA aber liebe die tollen 60er und 70 er Jahre als ich noch Kind /Teenager war in meiner Heimat Schleswig Holstein .
    Ich hoffe es werden noch mehr Dokumentare hier veröffentlicht , das wäre einfach super .

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