Die 70er-Jahre: “Waterloo” im “Zug nach nirgendwo”.

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Musik der 70er: Rock und Pop
“Waterloo” im “Zug nach nirgendwo”

Die Musik der 70er Jahre war so vielfältig und bunt wie das gesamte Jahrzehnt. Aus Schweden importiert, landete die Band “ABBA” einen Nummer-Eins-Hit nach dem anderen. Rockbands wie „Led Zeppelin“ und „Black Sabbath“ beherrschten die Szene ebenso wie Disco-Songs, Punk und deutscher Schlager. Aus dieser Zeit stammt John Lennons großartiger Song “Imagine”. Venylschallplatten und Kassettenrekorder sorgten für die musikalische Unterhaltung, die bereits ein Jahrzehnt darauf von der CD abgelöst wurden. Die rote Zunge der “Rolling Stones” prangt seit den 70er Jahren auf deren rockigen Alben wie beispielsweise auf der LP “Sticky Fingers”. Während im Kino der Softporno “Schulmädchenreport” und das Boxerdrama “Rocky” zu Kassenschlagern wurden, schrieben sozialkritische Filme wie “Angst essen Seele auf”, “Einer flog über das Kuckucksnest” und “Taxi-Driver” Filmgeschichte. Die Live-Show “Das Millionenspiel”, wo der Protagonist um sein Leben rannte, sorgte für reichlich Diskussionsstoff.

The Great Outdoors

Zu Beginn des Jahrzehnts herrscht in der Musikwelt jedoch erst einmal Trauer über die Auflösung der Beatles. Im Mai 1970 erscheint das letzte Album der Pilzköpfe. Getrauert wird auch um den „King of Rock ‘n’ Roll“ Elvis Presley. Er stirbt am 16. August 1977 in Memphis an Herzversagen. Einen Siegeszug verzeichnen Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid. Die schwedische Popgruppe ABBA zählt zu den erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte. Der Durchbruch gelingt dem Quartett 1974 mit „Waterloo“ und dem Sieg beim Eurovision Song Contest.

Bayrischer Rundfunk – 10 Jahre Beatles

The Great Outdoors

Musikalisch fand in den 70er-Jahren jeder seine Nische – Rock- und Popmusik waren genauso populär wie deutsche Schlager. Zeugnis darüber lieferte die Beliebtheit der Musiksendung ZDF Hitparade, die im Januar 1969 erstmals ausgestrahlt wurde und bis 2000 im Programm blieb. Bekannt wurde sie durch Moderator Dieter Thomas Heck, dessen Abspann mit hohem Sprechtempo fast schon rituellen Charakter hatte. Ähnlich war es mit dem legendären Satz von Ilja Richter „Licht aus! Spot an!“, mit dem er die Zuschauer zur Musik-Show „Disco“ in den 70er Jahren 133 Mal im ZDF begrüßte. In dieser Sendung wurde all das vorgestellt, was zur Zeit am Musikmarkt angesagt war.

ZDF-Hitparade mit Dieter-Thomas Heck

ZDF-Disco mit Ilja Richter

ZDF-Starparade mit Rainer Holbe

Discothek im WDR “Hit oder Niete” mit Mel Sandock

Radio Bremen-Musikladen mit Uschi Nerke und Manfred Sexauer

WDR-Plattenküche mit Helga Feddersen und Frank Zander

WDR-Rockpalast

Saturday Night Fever

Die Disco-Welle erobert die Republik quasi aus dem Bett: Mit orgiastischen Seufzern stöhnt sich Donna Summer 1975 zur Disco-Queen und stimmt – gemeinsam mit der Silver Convention oder Boney M. – auf die hedonistische Glitzer-Ära ein. Als der Film „Saturday Night Fever“ mit Vortänzer John Travolta 1977 in den deutschen Kinos anläuft, nennen sich hiesige Tanzschuppen längst Diskotheken.

Die Hits der 70er-Jahre

Spezielle Mode und Musik, das war auch das Motto von ABBA: Glitzer und Glamour gepaart mit international erfolgreicher Popmusik. Den Durchbruch hatte ABBA 1974 beim Eurovision Song Contest, den die Schweden mit ihrem Titel “Waterloo” gewannen.

Elektronik-Pioniere

Mit Songs wie „Wir sind die Roboter“ und der Kult-LP „Autobahn“ (1974) begründet die Düsseldorfer Gruppe Kraftwerk die synthetische Musik. Weltweit kopieren Bands seither den Sound der avantgardistischen „Mensch-Maschine“ (PR-Slogan).

The Great Outdoors

Die 70er Jahre waren aber auch geprägt von der meiner Ansicht nach besten Musik; diese Musik hatte ihre Wurzeln im Rock’n’Roll, dem Blues der 50er Jahre und dem Beat der 60er Jahre. Der Reigen zog sich von George Harrison mit „My sweet Lord“ oder Don Fardon mit „Indian Reservation“ weiter mit solchen Supergruppen wie die Rolling Stones, Cream, Frank Zappa, Led Zeppelin, Allman Brothers, Lynyrd Skynyrd, Ten Years After, Who, Johnny Winter, Canned Heat, ich kann sie gar nicht alle aufzählen, bis an den Anfang der 80er Jahre. Eine gewisse Freiheit als Folge des Aufbegehrens zog in den Alltag ein und vieles, was für die heutige Jugend selbstverständlich ist, wurde damals den Eltern und der noch sehr verknöcherten Gesellschaft abgerungen.

Rock wurde zum größten Genre der 70er

Michael Jackson startete in den 70er Jahre seine unvergessliche Solo-Karriere und viele weitere farbige Künstler brachten Soul-, Funk- und Disco-Rhythmen in die Musikcharts. 1976 begann die Punkbewegung und brachte u. a. den 70er-Hit „God Save The Queen“ von den „Sex Pistols“ in die heimischen Wohnzimmer.

Die Musik aus den 1970er Jahre war ein Mix aus vielen verschiedenen Genre, die in diesem Jahrzehnt um die Vormachtstellung kämpften. Songs von AC/DC (Highway To Hell), Bruce Springsteen (Born To Run) oder Led Zeppelin (Stairway To Heven) machten Rock zu einem der größten Genre in den 70er.

In der nächsten Folge:
Die 70er-Jahre:
Ewig lockt die Ferne – Reiseboom und Folgen

Der Wunsch, sich in fremden Gefilden zu erholen, möglichst unter südlicher Sonne auszuspannen oder auch im Aktiv-Urlaub ferne Länder kennen zu lernen, sorgte in den 70er Jahren in Deutschland für einen nie zuvor gekannten Reiseboom. Jeder zweite Deutsche fuhr in Urlaub, immer öfter wurden dabei Ziele im Ausland angesteuert. Doch auch die Folgen des Booms wurden bald spürbar: Überfüllte und verdreckte Strände, durch Hotelkomplexe verschandelte Küstenpanoramen oder massenhafter Kahlschlag für den Bau von Pisten und Skiliften riefen Umweltschützer auf den Plan und verhagelten manch einem Erholungssuchenden die Urlaubsfreude.

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