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Typisch deutsch: Die Deutschen und ihre fröhlichsten Wetten

Wenn Bundesbürger gesellig sind, wird keine Frage so oft gestellt wie: „Wetten?“ Das vielfältige Spiel um Lüge und Wahrheit, Behauptungen und Vorhersagen, das Engländern schon seit Jahrhunderten den Alltag würzt, schlägt immer mehr Deutsche in seinen Bann. Auch Frauen finden zunehmend Spass am Wettbewerb um Wissen und Witz, mal am spannenden, mal am heiteren, stets jedoch unterhaltsamen Wagnis.

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Bei einem Abendessen unter freiem Himmel in einer warmen Sommernacht auf Lanzarote wetteten zwei Damen mit zwei zweifelnden Münchner Freundinnen: „Auch bei uns in Hamburg kann man das ganze Jahr über draussen sitzen und essen!“ Ende November reisten die Bayern zur Überprüfung an die Elbe. Ihre Wettpartnerinnen bewirteten die Gäste bei null Grad auf dem Bürgersteig vor einer Pizzeria. Sie trugen Thermojacken und dicke Handschuhe. Leise rieselte der Schnee in den Chianti. Spaghetti froren am Teller fest, selbst der gebratene Fasan bekam eine Gänsehaut. Dennoch: Wette gewonnen, die staunenden Münchnerinnen zahlten die Zeche in Höhe von 586 Euro.

Andere Wetten warten noch auf die Entscheidung: Ein Berliner Versicherungsmakler setzte 1.000 Euro darauf, dass noch in diesem Jahrzehnt ein Ufo auf der Erde landet. Ein Frankfurter Gastronom sagte für das Jahr 2020 die Wiedereinführung der Monarchie in Bayern voraus und besiegelte seine Prognose mit einem Einsatz von 2.000 Euro.

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Auch wenn Psychologen vor der Übertreibung warnen: In Deutschland wird weiter gewettet. Und Wettschulden bleiben Ehrensache. Eine wurde jetzt in Berlin nach 50 Jahren eingelöst: Im Jahre 1969 hatte der in Deutschland lebende damals 24-jährige Amerikaner Benjamin Sturges die 13-jährige Nachbarstochter herausgefordert: „Wetten, dass Du es nicht schaffst, mich Ostern mit einem Osterspruch zu wecken?“ Aber sie schaffte es. Der junge Wettverlierer wurde allerdings zur Armee in die Vereinigten Staaten einberufen und kam so nach Vietnam. Jetzt erst fanden sie sich in Berlin wieder und naschten von den damals ausgelobten 50 Tafeln Schokolade.

Wetten, dass es ihnen gut geschmeckt hat?


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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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