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Die kuriosesten Versicherungen

Von der Zombie-Attacke bis zur Entführung durch Aliens, von unbefleckter Empfängnis bis zum Bierverbot in Bayern. Versicherungen scheuen fast keine noch so kuriosen Risiken. Ein kleines Potpourri der schrägsten Policen aller Zeiten.

Der Stummfilmstar Ben Turpin war in den 30er Jahren der erste Prominente, der sich einen wertvollen Körperteil – seine rollenden, extrem schielenden Augen – für 25.000 $ bei Lloyd‘s of London versichern ließ. Und zwar für den Fall, dass sie jemals wieder gerade blicken sollten. Denn für den Blödler wäre eine Heilung in Wahrheit einer Berufsunfähigkeit gleichgekommen. Die 2,8 Millionen Dollar, auf die sich Marlene Dietrich ihre Stimme und Beine versichern ließ, galten damals als absoluter Rekordwert. Heute ist das ein Klacks. Jennifer Lopez’ Po ist angeblich 20 Millionen Dollar wert, und David Beckhams ganzer Körper zu Profizeiten 100 Millionen Dollar.

Dolly Parton hält den Rekord für sekundäre Geschlechtsmerkmale (3,8 Millionen Dollar), Rolling-Stones-Boss Mick Jagger jenen für primäre (1,1 Millionen Dollar), während Tom Jones mit 3,5 Millionen Dollar Versicherungssumme bei Brusthaaren vorne liegt und Jennifer Lopez mit 20 Millionen Dollar bei wohlgeformten Hintern.

Gegen Steckenbleiben im Fahrstuhl bis zur Ohnmacht des jungen Vaters

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Photo by Jon Tyson on Unsplash

Es gibt Menschen, die halten Fahrstühle für einen Segen, weil man auf dem Weg zum 89. Stock nicht die Treppe nehmen muss. Andere wiederum wissen, dass Fahrstühle kleine Monster sind, die ein gefährliches und unberechenbares Eigenleben führen. Oft bleiben sie genau dann stecken, wenn man sie betreten hat. Bei Betätigen des Notknopfes stellt sich heraus, dass der Sicherheitsdienst soeben ein Nickerchen hält, und eine Befreiung aus dem Paternoster ist selbstständig nicht möglich. Glücklicherweise kann man sich auch hier mit einer passenden Versicherung gegen das Steckenbleiben im Fahrstuhl schützen. Für einen Jahresbeitrag von 12 Euro bekommt der Unglückliche 75 Euro Entschädigung. Allerdings passiert es einem Deutschen im Durchschnitt nur alle 102 Jahre, dass man an einen defekten Fahrstuhl gerät, und so bleibt der Nutzen einer solchen Police eher zweifelhaft.

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Photo by Minnie Zhou on Unsplash

Männer gelten als das starke Geschlecht, aber die Schmerzen einer Geburt ertragen sie seltener als Frauen – obwohl sie doch gar nicht selbst betroffen sind! Wenn der mitfühlende Vater unbedingt bei der Geburt dabei sein will, seiner Frau im Kreissaal die Hand hält und dann doch in Ohnmacht fällt, können sich werdende Mütter gegen dieses Risiko versichern. Der Ärger über das Allein-Durchstehen der Geburt wird mit der Schadensumme einer Versicherung gegen Männer-Ohnmachtsanfälle im Kreissaal vielleicht ein bisschen ausgeglichen. Und zusätzlich tröstet das Geld darüber hinweg, wenn Frau sich nach der Geburt nicht nur um den Säugling kümmern muss – sondern auch um den wehleidigen Ehegatten. Und was das Kind angeht? Eines? Ja, unbedingt. Aber zwei, drei oder vier? Das kann teuer werden. In Großbritannien kann man sich bei Portwood – bis zur zweiten Schwangerschaftswoche und vor der ersten Ultraschalluntersuchung – gegen Mehrlingsgeburten versichern. Die Eltern müssen sich allerdings früh genug dafür entscheiden. Denn nach dem Ultraschall, bei dem man die Anzahl der Babys erkennen kann, wird der Versicherungsantrag nicht mehr angenommen.

Bettwanzen und Oktoberfest

Ebenfalls in England kann man sich sogar gegen Glückspiel versichern lassen, beziehungsweise gegen dessen Folgen. Arbeitgeber können eine Police abschließen, die ihr Unternehmen vor den finanziellen Folgen schützt, wenn mehr als zwei Mitarbeiter aufgrund eines Lottogewinns kündigen. Dieser Versicherungsfall ist sogar schon einmal eingetreten. Ein Busunternehmen hatte fast ein Fünftel seiner Beschäftigten verloren, weil diese gemeinsam den Jackpot geknackt haben.

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Photo by Jp Valery on Unsplash

Der internationale Versicherungsmakler AON ortet in den USA eine “nationale Epidemie” und bietet für seine dortigen Kunden eine Bettwanzen-Versicherung an. Solche Policen sind besonders bei Hotels sehr beliebt, da sie bei Bettwanzen-Plagen Mietentgang und die oft umfangreichen Reinigungskosten abdecken.

Sie fallen von der Bierbank oder werden in eine Masskrug- Schlägerei verwickelt? Kein Problem: Über die App APPSICHERN können Sie sich gegen unliebsame Oktoberfest-Folgen versichern. Auch bei ein paar Mass zu viel. Prost. Für den Alptraum vieler stillen Zecher – die Einführung eines Alkoholverbots, insbesondere einer Bierprohibition in Deutschland – bieten sie gegen wohlfeile zwölf Euro pro Jahr ein kleines Trostpflaster mit einer Versicherungssumme von 500 Euro an.

Nach Rückkehr aus Aliengefangenschaft ist die Police fällig

Die Angst, von Außerirdischen gekidnappt zu werden, ist vielleicht weit verbreitet – ein kosmischer Erfolg sind die Versicherungen hingegen aber nicht. Die Assekuranz Mike St. Lawrence sagt, sie habe bisher davon etwa 20.000 Policen zu je einem Dollar pro Jahr verkauft. Der Haken: Man muss auch wieder lebend zurückkehren. In Großbritannien gibt es ein Kopfgeld für die Gefangennahme des Monsters von LOCH NESS. Lloyd’s hat den Auslober, die Whisky-Destillerie Cutty Sark, auf diese Summe versichert und würde Nessie auch übernehmen.

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Photo by Miriam Espacio on Unsplash

Letztlich sind solch verrückte Versicherungen fast nie auf ein nachhaltiges Geschäft, sondern bloß Marketinggags der jeweiligen Assekuranzen. Bevor etwa die Londoner Versicherung GRIP Policen für die Entführung von Aliens anbot, hat kein Hahn nach ihr gekräht. Danach konnte sie sich -wenigstens für eine kurze Weile – als Spezialisten für Kidnapping und Lösegeldforderungen etablieren.

Die wohl lustigste Versicherung aller Zeiten gibt es längst nicht mehr. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Kinobesucher von den jeweiligen Produktionsfirmen versichert. Die Filmindustrie war seinerzeit noch jung und die Menschen gerieten ob der wackeligen Schwarz-weiß-Bilder mit Slapstick-Stars wie Buster Keaton, Harold Lloyd, Charlie Chaplin oder Laurel und Hardy in einen wahren Begeisterungsrausch. Man befürchtete, dass sich am Ende noch ein Gast totlachen würde oder aber vor Aufregung einen Herzstillstand erleiden könnte. Zum Versicherungsfall ist es aber, trotz aller Besorgnis, nie gekommen.

Keine bezahlte Werbung sondern nur ein Hinweis, denn der nachfolgende Link führt zu einer Scherzseite. Aber schön sind sie, die Policen. Wer eine ausgefallene Versicherungspolice für den nächsten Geburtstag sucht, hier geht es zum Angebot

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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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