Dressed – 7 Frauen – 200 Jahre Mode

Dressed

7 Frauen – 200 Jahre Mode

Die eigene Garderobe gehört zum persönlichsten Besitz eines Menschen. Nichts ist uns körperlich näher. Neben ihrer praktischen Funktion ist sie außerdem ein nuancenreiches Mittel der Kommunikation und der Selbstgestaltung

So unterschied-lich wie die Lebensläufe sind auch ihre Kleider

Die Ausstellung DRESSED. 7 FRAUEN – 200 JAHRE MODE stellt sieben modebewusste Frauen und ihre Garderoben vor, beginnend im 19. Jahrhundert bis heute. Im Mittelpunkt stehen die Trägerinnen, die zugleich Performerinnen und Konsumentinnen von Mode sind, ihre Persönlichkeiten und ihre Biografien. Ob Haute Couture, Alltags-, Protest oder Avantgardemode: So unterschiedlich wie die Lebensläufe sind auch ihre Kleider. Sie erzählen von Ehefrauen der gehobenen Gesellschaft, von einem durch Krankheit gezeichneten Dasein, von „Power Dressing“ und Selbstbewusstsein in der Chefetage, von der Hamburger Punkszene und der widerständigen Ästhetik einer Kunst- und Designsammlerin.

EDITH VON MALTZAN (1886-1976)
Ballkleid Mon. A. Boucicaut, Au Bon Marché Paris, 1905/06
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Foto: Anne Schönharting

7 Persönlichkeiten – 7 Garderoben

Else Fränckel

Das früheste Konvolut von ELISE FRÄNCKEL (1807–1898) besteht vor allem aus Accessoires und zeigt, wie modisch up to date sich die Senatorengattin aus dem holsteinischen Oldenburg um 1820 kleidete..

Edith von Malzahn Freifrau zu Wartenberg und Penzlin

Die Garderobe der Diplomatengattin EDITH VON MALTZAN FREIFRAU ZU WARTENBERG UND PENZLIN (1886–1976) umfasst sowohl exquisite Abend- und Gesellschaftstoiletten als auch elegante Tageskleidung aus den Jahren 1895 bis 1950.

Erika Holst

Das Leben und die Kleidung von ERIKA HOLST (1917–1946) sind vom Krieg und ihrer Tuberkuloseerkrankung gekennzeichnet. Ihre Garderobe enthält überwiegend Tageskleidung der Jahre 1935-45

ERIKA HOLST (1917–1946)
Drei Tageskleider, um 1938-42
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Foto: Anne Schönharting

Elke Dröscher

Die Hamburger Galeristin und Museumsgründerin ELKE DRÖSCHER (*1941) trug zwischen 1968 und 1986 fast ausschließlich Prêtà-Porter-Mode von Yves Saint Laurent und realisierte damit eine Form von „Power Dressing“. .

Ines Ortner

INES ORTNER (*1968), seit Mitte der 1980er Jahre in der Hamburger Punkszene aktiv, verbindet das Interesse an Mode mit ihrer gesellschaftskritischen Einstellung in „selbstgebauten“, teilweise anarchischen Kleid-Objekten.

INES ORTNER (*1968)
Kurze Felljacke und Lederweste, Ines Ortner, 1985-1990
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Foto: Anne Schönharting
ELKE DRÖSCHER (*1941)
Zwei Zweiteilige Kleider, Yves Saint Laurent (1936– 2008), Saint Laurent Rive Gauche, F/S 1973 und F/S 1979
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Foto: Anne Schönharting
ANGELICA BLECHSCHMIDT (1942–2018) Cocktailkleid Gianni Versace (1946–1997), Versace Couture, H/W 1994/95
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Foto: Anne Schönharting

Angelica Blechschmidt

ANGELICA BLECHSCHMIDT (1942–2018) war von 1989 bis 2002 Chefredakteurin der deutschen Vogue und repräsentierte mit ihrem gesamten Habitus die High-End-Produkte der internationalen Modehäuser. Ihre „Berufskleidung“ waren schwarze Cocktailkleider in Kombination mit großformatigem Modeschmuck

Anne Lühn

Die Kunst- und Designsammlerin ANNE LÜHN (*1944) hat dem MK&G über viele Jahre Einzelstücke aus ihrer Garderobe überlassen. Die häufig asymmetrischen Entwürfe einer internationalen Design-Avantgarde zeigen eine widerständige Ästhetik

Die Auswahl der Protagonistinnen erfolgte nicht nach Status oder Prominenz, sie bildet vielmehr eine möglichst große Vielfalt von weiblichen Lebensentwürfen und deren modischem Ausdruck ab. Ausgehend von der Sammlung Mode und Textil im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) zeichnen rund 150 Kleidungsstücke und Accessoires sieben Lebenslinien sowie 200 Jahre Mode-, Emanzipations- und Zeitgeschichte nach. Sie stammen von bekannten Designer*innen, Couturi*ères und Modeateliers wie Worth, Elsa Schiaparelli, Yves Saint Laurent, Yohji Yamamoto, Rei Kawakubo oder Martin Margiela, aber auch von anonymen Schneiderinnen und Hausnäherinnen. Ergänzt werden sie um biografische Zeugnisse, Fotografien und Dokumente.

Dressed

7 Frauen – 200 Jahre Mode

Eine Ausstellung vom 25. Februar bis 28. August 2022 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Steintorplatz, 20099 Hamburg, T.: +49 (0)40 428134-880, ÖFFNUNGSZEITEN: Dienstag bis Sonntag: 10-18 Uhr – Donnerstag: 10-21 Uhr – Donnerstag an oder vor Feiertagen: 10-18 Uhr