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“Du” oder “Sie”?

Beim “Duzen” gibt es auch heute noch so einige Probleme

Während es in den siebziger Jahren noch undenkbar schien, dass Kollegen ihren Vorgesetzten duzen, ist das gegenseitige Du in vielen Unternehmen heute Alltag. Nicht nur bei kleinen Startups wird der Chef völlig normal als Frank oder Torsten angeredet, in den großen Unternehmen wie SAP, Nokia, Apple oder Ikea gehört das Du schon seit Jahren zur Firmenkultur. Jeder Dritte duzt sowohl seine Kollegen als auch den Chef. In Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern sogar jeder Zweite.

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Gerade in kreativen Branchen ist das Du selbstverständlich geworden. Kritik zu äußern wird auf einer solchen Basis zwar schwieriger, funktioniert aber, wenn trotz des Du die Distanz gewahrt bleibt. Doch gerade das funktioniert nicht so leicht. Weniger als die Hälfte der Deutschen sind nach wie vor der Überzeugung, das Duzen zu viel Nähe schafft. Führungskräfte haben mit der formlosen Anrede noch mehr Probleme als ihre Mitarbeiter. Im mittleren Management empfinden vier von zehn Befragten das Du als zu nah, im oberen Management sind es sogar noch über 30 Prozent.

In der Tendenz aber gibt es immer mehr Unternehmen, die ihren Mitarbeitern vorschreiben, sich untereinander, aber auch ihre Chefs zu duzen. Auf Gegenliebe bei ihren Mitarbeitern stößt die Unternehmensleitung damit selten: Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter will sich das Du nicht aufzwingen lassen.

Auch beim “Du” gibt es Regeln

So offensichtlich die Vorteile des Duzens sein mögen, so deutlich zeigen sich im Alltag die Tücken der verbalen Nähe. Und zwar nicht nur, weil diese Offenheit häufig nur vorgetäuscht ist, was Mitarbeiter wiederum frustrieren kann. Viele Führungskräfte reagieren ebenfalls verunsichert auf die sprachlich aufgehobenen Hierarchien. Auch in modernen Zeiten gelten nach wie vor traditionelle Regeln. Im Business sollte man die wichtigsten “Gesetze” der Ansprache kennen:

  • Mann und Frau: Die Dame sagt zum Herren: “Wollen wir nicht Du sagen?”
  • Jung und alt: Der Senior bietet dem Junior das “Du” an und nicht umgekehrt.
  • Vorgesetzter und Mitarbeiter: Der Ranghöhere bestimmt die Anredeform. Also: Der Chef bietet dem Azubi das “Du” an.

Der richtige Zeitpunkt für das “Du”

Kollegen rutscht nicht selten ein „Du“ heraus, obwohl Sie sich offiziell immer noch siezen. Wenn Ihnen das auffällt, Sie aber trotzdem unsicher sind, können Sie das Thema höflich ansprechen. Das Duzen im Büro schafft mehr Nähe zwischen Mitarbeitern und birgt dadurch Vor- sowie Nachteile. Um dem einen oder anderen Fettnäpfchen aus dem Weg zu gehen, solltest du deshalb sehr vorsichtig mit diesem Thema umgehen und dich vorher umfassend über die Unternehmenskultur informieren – auch wenn die Atmosphäre im Betrieb locker wirkt.

Der Fluch der Lässigkeit

In anderen Ländern erlebt das Sie gerade eine Renaissance – ausgerechnet in Schweden. Die dortigen Weltkonzerne wie Ikea oder H&M schreiben ihren Mitarbeitern den zwanglosen Ton bereits seit Jahren vor, duzen alle Kunden und begeistern damit viele Touristen. Schweden duzen inzwischen sogar das Finanzamt. Vielleicht haben sie es mit der sprachlichen Nähe etwas übertrieben. Denn in Schweden lebt das „Ni“ wieder auf – eine Anrede, die früher der Adel nutzte.

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