Duckfehler

Es gelingt mir nun nicht immer, aber eigentlich achte ich in meinem Blog darauf, möglichst wenig Tippfehler zu machen. Und wenn schon Fehler, dann bitte nur unbewusst. Sind doch Druckfehler, ebenso wie Schreibfehler, das Salz in der Suppe.

„Keine Ursache – große Wirkung“ ist bei Druckfehlern die Devise. Bei Schreibfehlern neigt man zur tiefenpsychologischen Herangehensweise und spricht von einer Fehl‘schen Freudleistung. Ein Zeitungsredakteur, der statt „Abrüstungsbeauftragter“ das Bruchstück „Aufrüstungs-“ hervorbringt, ein anderer, der statt „Wettrüsten“ „Westrüsten“ sagt – so etwas ist Wasser auf die Mühlen der Fehlianer.

design-drucke-entwurf-6660Meier & Alt, die Schüler von Fehl, würden sich aber davon distanzieren. Sie meinen, Schreib- wie Druckfehler sollten nicht nach den Ursachen, sondern nach den Folgen beurteilt werden. Und die Folge ist meist Erfrischung bei Lesern und Verantwortlichen, sind sie doch Zeugen von gewaltiger Improvisation geworden: Noch nie Gedachtes wurde gesagt oder geschrieben – da kommt manchmal etwas ganz feines heraus.

Ärgerlich ist es nur dann, wenn man einen Druckfehler da sieht, wo keiner ist. Wieso? Nun, es ist doch denkbar, dass jemand nach dem Kauf von 100 Quadratkilometern „furchtbaren Ackerlandes in Paraguay“ da hin fährt und sieht, dass es kein Druckfehler war.

bibel-buch-buchseiten-954198Andererseits kann man Duckfehler übersehen, wo welche sind. In diesem Satz war einer und ihr seid stolz, dass er euch gleich aufgefallen ist? Irrtum! Ich spreche nämlich wirklich von „Duckfehlern“. Die fallen meist nicht groß auf, denn es gilt ab und an als selbstverständlich, sich vor Politikern oder einflussreichen Personen zu ducken. Die Duckfehler träufeln ganz schnell in unser Verhalten. Auf sie sollte man verzichten – nicht aber auf die Druckfehler. Letztere sind viel zu selten.

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