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Etwas ganz Privates: Trost der Trauer

In ihrer “Blogparade” möchte Bloggerin Jessica etwas über “Trost” wissen. Trost kennen wir alle und wir wünschen ihn uns alle, wenn es uns schlecht geht. Und so oft bekommen wir den Trost nicht, den wir ersehnen. Machmal scheint das Umfeld überfordert zu sein und nicht zu wissen, wie es auf eine gute Weise Trost spenden kann. Mir fiel dazu ein, wie es eigentlich ist mit dem Thema “Trost” im Zusammenhang mit Trauer umzugehen.

Trauer habe ich schon in den unterschiedlichsten Lebenssituationen gehabt und gespürt. Trauer ist für mich etwas sehr Privates. Ich glaube , ich kann als älterer Mensch besser mit Trauer umgehen als Jüngere.

In Erinnerung geblieben ist mir die große Trauer meines Neffen, nachdem „seine Oma“ gestorben war. Wie begegnet man einem trauernden 12-jährigen Jungen? Erst in dieser Situation ist mir klar geworden, wie wenig wir in unserer Gesellschaft auf so eine Situation vorbereitet sind. Ich bin meinem Neffen genauso ratlos entgegengetreten, wie ich auch in Wirklichkeit war. Ich habe ihn weinen lassen, ihn gedrückt und nur dagesessen und nichts gesagt.

Heute weiß ich, dass es für ihn wichtig war, bei seiner ersten Begegnung mit dem Thema Tod nicht alleine gewesen zu sein. Ich habe meine Trauer nicht unterdrückt und mit ihm geweint. Dann habe ich mit ihm zusammen einen Brief an seine Oma geschrieben. Mit dem Brief sind wir dann nach draussen gegangen und haben auf einem abgeernteten Acker den Brief in einem kleinen Feuer verbrannt.

Die Trauerbewältigung hat meinen Neffen einige Zeit beschäftigt. Heute ist die Trauer verblasst – während die Erinnerung an seine Oma geblieben ist.


Kommentiere gern

  • Lieber Stresemann,

    auch hier nochmal ganz herzlichen Dank für deinen berührenden Beitrag! Insbesondere das mit dem Brief ist eine ganz wunderbare therapeutische Intervention… und natürlich das “Da-Sein” und Mitweinen… vielen Dank fürs Teilen!

    LG,
    Jessica

Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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