Feinripp – Ansichten über die Männerunterhose

Foto: Günter Havlena / pixelio.de

Das erste Kleidungsstück, das Männer morgens gewöhnlich überziehen, ist die Unterhose. Bei einigen dieser Exemplare dürfte es angebracht sein, eine Jeans darüber zu ziehen. Es gibt schon scheußliche Unterhosen. Und was ist eigentlich mit dem guten alten Feinripp mit Eingriff rechts vorne?

Der Feinripp, auch Doppelripp genannt, sei „sowas von out“sind sich Verkäufer von Herren Unterwäsche sicher. Denn, so die einhellige Meinung, keiner wirke lächerlicher als in unattraktiver Unterwäsche – und welcher Mann will das schon. Drunter wird’s immer bunter, wenn man den Modemachern glauben darf. Die Männerunterhose ist seit den vergangenen fünfzehn Jahren zum modernen Designerstück mutiert.

Bei der Wahl des Hipsters, der Boxer, oder des Slips – wie die Männerunterhose heute genannt wird – spielen zuallererst Farbe, Muster oder Druck eine Rolle. Wilde Tiere sind beim Ethno-Look die letzten Brüller, auf sportlichen Slips trifft schon mal ein Golfball in’s Schwarze. Junge Männer kaufen sich ihre Unterhosen selbst und fragen dann grundsätzlich: „Gefalle ich Dir in dieser Wäsche?“

Vor mehr als 4.000 Jahren schlangen sich die Männer noch ein Tuch um die Lenden. Dies Tuch gilt als Vorläufer der Unterhose und war damals gerade wegen der Hygiene äußerst praktisch. Heute scheint es mit der Hygiene ein wenig anders zu sein: Während der Italiener täglich seine Unterwäsche wechselt, hält es der Deutsche im Durchschnitt bis zu einer Woche in seiner „Unnerbuchse“ aus. Da sollte die Unterhose schon vernünftig gewaschen werden. Während die modernen Stoffe überwiegend bei 40 Grad gewaschen werden können, gibt es beim Doppelripp noch Ausnahmen. Die ältere Generation legt die Unterwäsche gern mal in die Kochwäsche.

Womit wir wieder beim Doppelripp wären: Bei älteren Herren werden die Unterhosen von den Ehefrauen gekauft und da kommt es nicht auf die Farbe oder die Form an. Praktisch müssen sie sein, sie müssen sich auch mal stopfen oder reparieren lassen. Dazu eignet sich der Doppelripp für Herren, deren hervorstehender Bauchansatz in materialsparenden Strings keinen Platz mehr findet. Verkäufer von Herren Unterwäsche nennen diese Kombination „Den kleinen Jagdanzug“.

 

 

 

 

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