Stresemanns Ganz normal

“Ich habe Opa angerufen!”

Es ist auf den ersten Blick nichts Besonderes und erinnert eher an vergangene Zeiten: Eine Telefonzelle mit einem Telefon mitten in einem japanischen Garten auf einem Hügel. Viele Besucher stutzten zunächst: Eine alte Telefonzelle mitten in der Landschaft, wo es noch dazu Handys gibt?

Von mehr als 10.000 Menschen wurden von hier aus Telefonate geführt zu Anschlüssen, für die es keine Telefonnummern mehr gibt. Und das kam so: Im Jahre 2011 gab es in Japan eine dreifache Naturkatastrophe ein Erdbeben, gefolgt von einem Tsunami, der eine Kernschmelze verursachte. Die Stadt Otsuchi an der Küste wurde von 10 Meter hohen Wellen getroffen. Zehn Prozent der Einwohner starben bei der Flut. Der Japaner Itaru Sasaki baute daraufhin ein “Kaze no denwa“, ein „Toten-Telefon“ auf einem Hügel nahe der Stadt für die große Anzahl von Menschen, die um den Verlust ihrer Lieben trauerten

Das Telefon in der Telefonzelle ist natürlich als Einwegkommunikation gedacht, denn es ist nicht an das öffentliche Telefonnetz angeschlossen. Besucher wählen die Nummer ihres Verwandten ein und informieren sie über ihr aktuelles Leben oder drücken die Gefühle aus, die notwendig sind, um weiterzumachen. Einige finden Trost in der Hoffnung, dass ihr Verwandter sie hören könnte. Da die Bewohner von Otsuchi mit dem langsamen Fortschritt des Wiederaufbaus ihrer Stadt konfrontiert waren, hilft diese kleine Telefonzelle auch heute noch dabei, ihr eigenes Leben langsam wieder aufzubauen.

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