Im Ergebnis ein Blasenpflaster, ein dickes Knie und Platz 312.

Seit ein paar Jahren jogge ich ein wenig so vor mich hin und war eigentlich nie der Meinung, einmal an einer Laufveranstaltung teilzunehmen. Mehr aus einer Laune heraus folgte ich der Aufforderung meiner Kollegen beim „Stadtlauf“ mitzumachen. In der Meinung, es handle sich hierbei um eine Spassveranstaltung sagte ich leichtfertig zu. Nach ein wenig Recherche musste ich leider feststellen, dass es meine Kollegen durchaus ehrgeizig meinten, eine 10 Kilometer lange Holperstrecke in Bestzeit zu absolvieren. Um nicht die dreifache Zeit zu brauchen und die Leute, die das Ziel abbauen werden, nicht zu verärgern, steige ich schon Wochen vorher mit aller Macht in die Vorbereitung ein. Trotzdem hatte ich Bedenken, den gesamten Lauf überhaupt zu schaffen.

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Am Tag der Entscheidung bin ich bereits ab 17:00 Uhr da. So stand ich dann in der Nähe der Startlinie herum, über mir graue Wolken, neben mir eine wachsende Menge von Mitläufern. Wie, die alle wollen mit? Ich stehe ganz hinten und wünsche meinen Kollegen viel Glück und Erfolg. Der Startschuss fällt und 1.500 Starter setzen sich in Bewegung. Viel Zeit zum Staunen bleibt mir nicht, die Masse zieht mich mit. Der erste Kilometer kommt mir unendlich vor, über Kopfsteinpflaster, Rasen und Asche stolpere ich eher als das ich laufe. Trotzdem kann ich den einen oder anderen sogar noch überholen. Das ist der Vorteil, wenn man fast als Letzter startet.

Die Zuschauer nehme ich so nebenbei wahr, eine tolle Stimmung. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es auf der Laufstrecke auch Hügel gibt, falls nicht, so ist das jetzt ab sofort amtlich. Wie ich die zweite Runde des 5 Kilometer langen Parcours mit meinen Gummibeinen noch schaffen soll, weiß ich nicht. Zum Glück gibt es unzählige Anfeuerungsrufe aus dem Publikum für den halbtoten Läufer. Und wieder über das Kopfsteinpflaster, eine Bodenwelle bringt mich zu Fall und mir ein dickes Knie ein. Jetzt habe ich echt keinen Bock mehr, Wettkampfläufe sind blöd. Ist das wirklich noch 1 Kilometer bis zum Ziel? Ich kann nicht mehr, aber aufgeben ist keine Option. Doch die Blöße, auf den letzten Metern bis zum Zielkanal zu gehen, gebe ich mir nicht, mit letzter Kraft schaffe ich den staubigen Weg bis zum Ziel wo der Verpflegungsstand Getränke, Obst und Brot bereithält.

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Ein Blasenpflaster könnte ich jetzt auch noch gebrauchen. Mein dickes Knie am nächsten Tag verursacht bedauernswerte Bewunderung bei einigen meiner Kollegen. Mein Platz 312 Kommentare wie: „Na ja, Hauptsache durch!“ Trotzdem bin ich ein ganz kleines bisschen stolz. Und natürlich heiss auf den nächsten Wettkampf. Laufen ist nämlich überhaupt nicht blöd.

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