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Kuriose Versteigerungsobjekte

Amtliche und private Versteigerungen sind heute so gut besucht wie nie zuvor: Second-Hand-Kochtöpfe, Eigenheime und Picassos erzielen in Auktionen Höchstpreise. Aberwitziger Schund oder wertlose Tändeleien können als Kunstobjekte losgeschlagen werden meistbietend. Von Kuriositäten auf Auktionen handelt unsere nächste Geschichte

Alles was von Künstlern oder einfachen Handwerkern, von Klosterfrauen, Kindern oder Lehrlingen in vergangenen oder gegenwärtigen Zeiten einmal geschaffen wurde, zählt, ohne Ausnahme zu den Sammelbegriffen “Antiquität” und “Kunst”. Ob solche Arbeiten nun zur persönlichen Erbauung, zum Schmuck des Heimes, zur Verschönerung bereits vorhandener Dinge oder aus reiner Experimentierfreude geschehen, gleichviel: Wenn ein Stück ein gewisses Alter erreicht hat, macht es dem Sammler bereits zum begehrenswerten Objekt.

So wurde beispielsweise ein 1,60 Meter langer Schmiedeblasebalg vom Bieter, der nicht so recht wusste, was er damit anfangen sollte, zum Haarföhn mit Handebtrieb umfunktioniert. 

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Besonders günstige Chancen auf dem Kunstmarkt bieten sich Sammlern, die den Mut haben, gegen den Trend und gegen den momentanen Zeltgeschmack zu wählen. Mit Glück und etwas Fingerspitzengefühl finden interessierte Kunstkenner unter den ungewöhnlichen Antiquitäten zuweilen treffliche Stücke.  Den Kleinheitsrekord in Auktionen des letzten Monats hält sicherlich ein Exemplar des kleinsten Buches der Welt. Das ‚Vater Unser’ im Fingernagelformat. Ein Besichtiger fand das auch sehr handlich und ließ es kurzerhand in der Vorbesichtigung mitgehen.

Wer unter den preiswerten Kleinantiquitäten nichts findet, was seinen finanziellen Sammlermöglichkeiten entspricht, der möge keine Kunstgegenstände kaufen, die schon hundert Jahre alt sind, sondern lieber Stücke, die erst vor kurzem gemacht wurden. Solche Objekte sind zwar beim besten Sammlerwillen noch keine echten Antiquitäten, doch werden sie es sicherlich später einmal werden. 

Die Gefahr, dass ein Kunstfreund eines Tages eine wirklich komplette Antiquitätensammlung besitzt, besteht nicht. Weil Kunstsammler immer wieder kleine, alte Kostbarkeiten finden, die unbedingt noch zur Vervollständigung der Kollektion gekauft werden müssen.  Fazit: Sammler müssen die kleinen Antiquitäten wirklich lieben. Denn was man liebt, behandelt man sorgsam. Und Antiquitäten wollen sorgsam behandelt sein.

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