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Maria 2.0 – Alte Zöpfe müssen ab!

Man kann sich die Anfänge gar nicht klein genug vorstellen. Wie in Münster ein paar Frauen im Lesekreis der Gemeinde Heilig Kreuz beisammen sitzen, und wie dann ein Wort das andere gibt – über die aktuelle Lage der Kirche und ihre Diskriminierung der Frauen, über die Sexualmoral und den Missbrauch, und dass man darüber nicht nur reden solle, sondern auch handeln müsse.

Dieser Abend ist die Geburtsstunde von „Maria 2.0“. Von einer Protest-Initiative, die unerwartet im größer wurde. Denn am „Kirchenstreik“ der Frauen vom 11. Bis 18. Mai nehmen nicht nur Gemeinden aus dem Bistum Münster teil. Bundesweit gibt es Aktionen, sogar aus Österreich und der Schweiz kommen Rückmeldungen.

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Vorbereitungen für den “Kirchenstreik”

Bis kommenden Samstag wollen Frauen kein Gotteshaus betreten und keine ehrenamtlichen Dienste verrichten. Ihr Fehlen in der Kirche sollen weiße Tücher auf den Kirchenbänken symbolisieren. Am gestrigen Sonntag fanden vielerorts Gottesdienste in Eigenregie vor den Kirchentüren statt – ein Statement für eine Erneuerung der Kirche angesichts des Missbrauchsskandals, für veränderte Machtstrukturen und die Aufhebung der Zölibatspflicht für Priester.

Beten alleine helfe nicht, sagen die Frauen. Es brauche andere, weitere Zeichen. Viele Gläubige seien bereits aus der Kirche ausgetreten, darunter viele aus der Generation 50 plus und damit diejenigen, die der Kirche jahrelang Vertrauen geschenkt und die Treue gehalten haben. Diese Strukturen seien nicht von Gott gegeben, sondern von Menschen gemacht. Für viele Gläubige sei deutlich geworden: Ein ,Weiter so’ in der Kirche kann es nicht geben!  

In der Tat sind viele Punkte, um die es jetzt geht vor hunderten von Jahren durch Kirchenvertreter erlassen worden. So durch Papst Anaklit im Jahre 87 nach Chr. die Priesterweihe, durch Papst Damasius I im Jahre 380 n. Chr. das Zölibat.

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Gottesdienst vor der Tür der Kirche Hl. Geist in Münster

Mit einem Gottesdienst in kreativer Form mit Gebeten, Impulstexten und Liedern – so wie hier vor der Hl. Geist-Kirche in Münster – haben die Frauen gestern öffentlich darauf aufmerksam gemacht, dass sie noch immer von den Ämtern und damit von vielen kirchlichen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen sind.

Es ist ihnen ernst mit der Berufung aller Getauften. Und mit der Gleichberechtigung der Frau, die mit gleicher Würde und mit gleichen Berufungen gesegnet und geliebt ist als Gottes Kind. Wie jeder Mann. Wie jeder Mensch. Frauen sind nicht die besseren Menschen. Aber nur gemeinsam, auf Augenhöhe, können sie sich – zusammen mit den Männern – gegenseitig beflügeln, sich gegenseitig auf die Finger schauen (und auch mal klopfen), nur gemeinsam können sie belebend wirken.

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Alte Zöpfe müssen ab! Zöpfe symbolisieren hier ab auch die Wünsche der Frauen an eine neue Kirche.

Nicht nur die Kirche in Münster hoffen die TeilnehmerInnen mit ihrem Engagement wachrütteln zu können. Auf dem Kirchplatz Hl. Geist kursierten auch Unterschriftenlisten zur Unterstützung einer Petition an Papst Franziskus.  

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  • Ich habe das heute im TV verfolgt und finde es gut wie die Frauen sich der Kirche mal entziehen. In einem Bericht des Spiegels las ich vor Monaten, wie die Rolle der bedeutenden Frauen dort immer wieder vertuscht wurde. Das Engagement der demonstrierenden finde ich deshalb völlig angemessen und stark.

Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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