Ganz normal

Meine “12 von 12” im April 2019

Heute ist wieder der Tag, an dem Caro in ihrem Blog „Draußen nur Kännchen“ dazu aufruft, den Ablauf in 12 Bildern vorzustellen. Heute ist das nicht ganz so einfach, denn ich bin den ganzen Tag unterwegs, weil wir uns etwas in einer fremden Stadt ansehen möchten. Aber lest meinen Tagesablauf vom heutigen Freitag einfach selbst. Hier sind meine 12 Bilder des heutigen Tages:

01. Der Freitag ist für mich arbeitsfrei und so nutze ich ihn, um viele private Dinge zu erledigen. Seit 7:00 Uhr sind wir nun auf dem Weg nach Göttingen. Hier wollen sich meine Liebste und ich uns etwas ansehen, das unsere Zukunft entscheidend verändern wird, wenn es uns denn gefällt.

02. Göttingen empfängt uns bei kaltem, aber bestem Wetter. Diese Stadt ist ziemlich alt: An einem nicht bekannten Tage des Jahres 953 stellte König Otto I. eine Urkunde aus, in der er das Kloster St. Moritz in Magdeburg mit Gütern beschenkte. Darunter befand sich auch ein Ort namens Gutingi, der damit zum ersten Mal schriftlich erwähnt wird. Gutingi – in der Bezeichnung steckt die mit unserem Wort „Gosse“ verwandte Form „gote“ – bedeutet soviel wie „Siedlung am Wasserlauf“ und ist die Urform des heutigen Namens „Göttingen“. Nach mehr als 2 Stunden Autofahrt mit mehreren Staus haben wir noch keine “Augen” für diese schöne Stadt.

03. Das ist ein sogenanntes “Tiny-House”. Dieses Modell steht allerdings auf Rädern und hat eine Wohnfläche 29 qm. Das sind zwei Zimmer, Küche und Bad. Größenmäßig sicher nicht jedermanns Geschmack. Für uns schon, denn wir sind mit zunehmendem Alter “Minimalisten” geworden. Leider darf ich von diesem Modell hier noch keine Bilder veröffentlichen, sonst hätte ich es euch gern einmal näher vorgestellt.

04. Stattdessen nutzen wir den Rest des Tages und schauen uns Göttingen ein wenig näher an. Von Bombenangriffen des Zweiten Weltkrieges wurde Göttingen weitgehend verschont. Aufgrund der Nachkriegswirren nahm die Bevölkerung der Stadt schlagartig zu, zahlreiche Eingliederungen führten zur Entwicklung einer modernen Großstadt. Parallel dazu wuchs auch die Universität. In den vergangenen Jahren nahm die Einwohnerzahl allerdings wieder ab. Im Rat wird deshalb schon seit Monaten nach dem Grund des “Bürgerschwunds” gesucht. Gerüchten zufolge sollen die Göttinger nicht so aktionsfreudig sein, wenn es um Nachwuchs geht.

05. Hier steht das wohl meistgeküsste Mädchen der Region. Jeder, der an der Uni Göttingen seinen Doktor macht, muss sie küssen! Das Gänseliesel kennt dadurch wohl alle Doktoranden …zumindest diejenigen, die an der Uni Göttingen promovieren. Für diese ist es Tradition, das Gänseliesel zu küssen. Es steht mitten in der Stadt auf dem Marktplatz, man kommt unweigerlich daran vorbei, wenn man die Weender begeht und gilt als Wahrzeichen Göttingens. Schönes Motiv für ein Erinnerungsfoto.

06. Vor dem dem Rathaus und der Gänseliesel findet heute ein französischer Markt statt. Ich kann es mir nicht erklären, aber dieser französische Nougatverkäufer hat uns in seinen Bann gezogen. 15 Minuten später sind wir um 34 Euro ärmer und um 892 Gramm Nougat in verschiedensten Sorten reicher.

07. Nein, an dieser Stelle ist nicht der Nabel der Welt, obgleich der eigentümliche Name diesen Gedanken aufkommen lässt. Dieser weitere zentrale Punkt und ebenso beliebte Treffpunkt ist der „Nabel“. Diese Skulptur des Künstlers Bernd Altenstein schmückt die Einkaufspassage Göttingens und ist rund 250 m Richtung Norden vom Gänseliesel entfernt. Die Bronze-Skulptur steht mitten auf der Kreuzung Weender-, Prinzen- und Theaterstraße.

08. In Göttingen gibt es unzählige kleine Gassen mit Geschäften und historischen Gebäuden. Direkt neben der Innenstadt führen kleine Strassen in die Außenbezirke. Kurios ist da schon, dass es – so wie hier – Geschäfte in kurzer Entfernung gleich mehrfach gibt. In dieser Strasse sind es vier Dönerbuden in einem Abstand von 200 Metern. Okay? Mögen die Göttinger am liebsten Döner?

09. Ich muss zugeben, vor meinem Besuch wusste ich noch nicht viel über Göttingen. Ich erinnere mich allerdings an eine Begebenheit, die in unserer Redaktion für einige Lacher sorgte. In einer Göttinger Tageszeitung erschien obige Anzeige mit einem Text u.a. „ du bist in der Lage, dich selbst im Supermarkt mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen.“ Die Kreativität hat sich – meinen Informationen nach – ausgezahlt. Einen Mitarbeiter gesucht und gefunden hatte ein Baumpflege-Unternehmen.

10. Wer nicht genau hinschaut, bemerkt es gar nicht. Es sei denn, es ist gerade 11, 12, 16 oder 17 Uhr. Denn dann beginnt das Glockenspiel an der Fassade des Hauses Lange Geismarstraße 44 mit seinen Melodien und viele bleiben stehen und schauen nach oben. Vor allem die Kinder wollen unbedingt zuhören und manche Mama hat ihre liebe Not den Nachwuchs zum Weitergehen zu bewegen. Jeweils für einige Minuten spielen die 12 digital gesteuerten Glocken vorwiegend Volks- und Wanderlieder wie „Freut euch des Lebens“ oder „Wenn alle Brünnlein fließen“. Mitunter schallt aber auch „Morning has broken“ von Cat Stevens durch die Straßen. Bei 40 Titeln auf der Festplatte könnt ihr euch ja einmal überraschen lassen.

11. Göttingen ist im Weltkrieg weitestgehend von Bomben verschont geblieben. Deshalb finden sich an allen Ecken kleinere alte Häuser, die ihren Ursprung bewahrt haben. So ist heute in einer alten Fleischerei ein Modegeschäft zu finden.

12. Der Tag geht zu Ende mit einem angenehm leckeren Eisbecher. Wir fahren nun mit vielen Eindrücken von der Stadt und unserem Projekt zurück. Hoffentlich kommen wir ohne große Staus wieder nach Hause.. .Wir wünschen euch allen einen wundervollen Abend.

Nun bin ich gespannt, was andere an diesem 12. April 2019 so erlebt haben. Dazu verlinke ich meinen Beitrag noch rüber zu Caros Blog „Draußen nur Kännchen“. Caro betreut das Projekt und sammelt allmonatlich als Linkliste die Meldungen anderer Blogger/Innen. Wer sich auch einmal in anderen #12von12 Tagesabläufen umgucken möchte…  die gemeldeten Blogeinträge des 12. April 2019 werden hier gesammelt. Abermals Danke Caro für Deine große Mühe.

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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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