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Meine “12 von 12” im August 2019

Heute ist wieder der Tag, an dem Caro in ihrem Blog „Draußen nur Kännchen“ dazu aufruft, den Ablauf des Tages in 12 Bildern vorzustellen. Auch ich möchte euch meinen Tagesablauf „12 von 12“ nicht vorenthalten. Kann euch aber nicht versprechen, dass es heute besonders interessant wird. Hier also in mein Tagesablauf.

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Zunächst den Tag mit einem kleinen Joghurt mit Früchten eröffnen, es wird im Laufe des Tage wohl noch reichlich zu essen geben. In Büro angekommen bitte ich den Praktikanten, mir heute beim Beitrag für diesen Blog zu helfen. Denn ich weiß nicht, wie viel Zeit mir zwischen den einzelnen Terminen dafür bleibt.

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Ein anstrengender Montag steht mir bevor, denn wir haben Kolleginnen und Kollegen aus anderen Redaktionen zu Besuch. Es geht um aktuelle politische und gesellschaftliche Themen. Diese Treffen finden mehrmals im Jahr statt und jeweils eine andere Redaktion ist dann Gastgeber. Dadurch ist natürlich heute viel Unruhe im Haus.

Es nennt sich heute ja nicht mehr „Meeting“ oder „Brain Storming“ sondern „Design Thinking“. Das soll eine Entwicklung im Sinne von Zeitgeist, Fortschritt und Innovation sein. Ich selbst empfinde es irgendwie wie früher, nur dass jetzt mehr englische Begriffe darin vorkommen. Auch früher popelten Teilnehmer in der Nase, gähnten oder malten Kringel in ihre Notizblöcke. Ach, etwas ist doch anders: Weil hier ja nun viele Journalisten auf aktuelle Meldungen warten, piepen ab und an deren Handys. Was den Moderator der Veranstaltung veranlasst, im Hintergrund Fische über den Großbildschirm schwimmen zu lassen. Immer wenn ein Handy klingelt, kommen neue „tote“ Fische dazu. Das lässt uns und die hitzige Diskussion aber ziemlich unberührt. Wer von Euch das mit den Fischen auch mal ausprobieren möchte: https://elgoog.im/underwater/

In der Kaffeepause gibt es eine rege Diskussion der beiden Referenten der externen Kommunikationsagentur: „Tausch umgehend die Texte auf der Detailseite aus? Die sind ja alle falsch, falsch, falsch!“ – „Die Texte habe ich eins zu eins deiner Textvorlage entnommen.“ – „Die war ja auch falsch!“ Na, das wird ja gleich lustig, dabei geht es um ein sehr ernstes Thema: „Die aktuelle Entwicklung in der Medienbranche. Wie einige von euch vielleicht wissen, ist im Axel-Springer-Verlag ein englischer Investor mit eingestiegen. Redaktionen einiger Zeitschriften – wie TV Spielfilm – wurden entlassen und die Blätter “outgesourced”.

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Der Kollege aus der Lokalredaktion hat dieses Jahr schon die dritte Grippe. Er behauptet, dass so ein Schnupfen ein guter Schutz gegen die Eichenprozessionsspinner wären. Seine Frau wäre davon total zerstochen, er überhaupt nicht. Will ihm ja nicht zu nahe treten, aber er geht ja auch kaum vor die Tür und in unserer Tiefgarage gibt es solche “Spinner” nicht. Mein neuer Praktikant bietet sich an, die Präsentation der externen Kommunikationsagentur weiterzugeben und fragt: „Wie oft muss ich das PDF auf den Server laden, damit sich jeder eines herunterladen kann?“ …”Wie bitte???”

Es gibt ein vielfältiges Mittagsangebot. Am Tisch ist der verschnupfte Kollege zwischenzeitlich bei der dritten Packung Taschentücher angekommen. Kollege Maik aus der Wetter-Redaktion fragt ihn, ob er denn überhaupt wüsste, dass es auf der Welt Stellen gäbe, an denen Nase putzen vor anderen Leuten ein Tabu sei. Ach ja, stimmt! Ich entsinne mich! Wer mehr dazu wissen will: Die Kollegen der Wetter-Redaktion haben dazu eine “Weltkarte des Niesens” erstellt.

Kaffeepause die „ichweißnichtwievielte“. Immer noch zahllose Diskussionen zum Thema des Vormittages. Es ist ja auch für einen Nicht-Journalisten schwierig, die derzeitige politische und gesellschaftliche Situation zu erfassen, geschweige denn zu bewerten. Das ist noch nicht einmal neu, sondern war auch in früheren Jahrhunderten schon so: Wie ging der Bürger damals eigentlich mit den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Geschehnissen um? Wer dazu einmal einen Blick in die Geschichte werfen möchte, kann dies im historischen Zeitungsportal der Bayerischen Staatsbibliothek tun. Wer etwas ganz bestimmtes aus früherer Zeit sucht, der kann hier schauen.

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So sieht es aus, wenn Medienschaffende zusammen gesessen, mit Büromaterial gespielt und diskutiert haben. Wenn ich das so sehe, fällt mir der Film von Guillaume Blanchet ein, bei dem er ebenfalls Büromaterial verwendete. Habt ihr schon mal die Büroklammern auf eurem Schreibtisch angeschaut und euch aus Langeweile vorgestellt, wie sich diese in Bewegung setzen und euch mit dünnen Metallärmchen zuwinken? Der Anblick von Büromaterialien muss bei Guillaume Blanchet etwas ausgelöst haben. In seinem Stop-Motion-Film erweckt er diese zum Leben. Schaut einmal selbst.

Nun geht es von den Diskussionen zu einer Benefiz-Gala. Die Kollegen der Hörfunk-Technik haben bereits seit dem frühen Nachmittag aufgebaut, damit später im Radio alles zu hören sein wird. Viel Musik, lange Reden und nette Gäste. Das furchtbar gute Essen erwähne ich nur hier. Es wird ein schöner, aber auch gemütlicher Abend, an denen es viele Geschichten zu erzählen gibt. Vielleicht ist die eine oder andere ja auch etwas für diesen Blog.

Da ich nun jetzt noch nicht weiß, wann dieser Tag für mich ein Ende findet, bitte ich den Praktikanten, diesen – meinen heutigen – „12von12“ – Bericht einzustellen und mit Caros Blog zu verlinken. Von hier aus viele Grüße an alle und ich bin gespannt, von welchen anderen Tagesereignissen ich morgen auf Caros Blog lesen werde. Euch allen noch einen schönen Abend!

Wer sich auch einmal in anderen #12von12 Tagesabläufen umgucken möchte…  die gemeldeten Blogeinträge des 12. August 2019 werden hier gesammelt. Abermals Danke Caro für Deine große Mühe.

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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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