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Meine “12 von 12” im August 2021

Willkommen, zu meinen „12 von 12“ im August 2021. Danke an Caro für die Organisation dieser monatlichen Reihe. Ich könnte zunächst etwas über das Wetter schreiben, aber das ist wie in den letzten Tagen, auch am Tagesanfang recht schwül. Auf den Strassen ist es am frühen Morgen nicht mehr so ruhig wie in der „Corona“-Zeit. Es sind wieder mehr Büros in der Redaktion – wenn auch nur mit Einzelpersonen besetzt. Für mich geht es zunächst an die Durchsicht der Zeitungen und Zeitschriften. Ich bin – glaube ich – einer der wenigen, der für das Zeitung lesen bezahlt wird.

Redaktionskonferenz, kurz „ReKo“: Vor uns hängt ein großer Bildschirm, auf dem die Kolleginnen und Kollegen zu sehen sind, die entweder zu Hause arbeiten oder außerhalb der Redaktion recherchieren. Wir aus den Büros sitzen im weiten Abstand um den Redaktionstisch. Für Außenstehende nennt sich das ja nicht mehr unbedingt „Redaktionskonferenz“ oder „Meeting“ oder „Brain Storming“ sondern „Design Thinking“. Das soll eine Entwicklung im Sinne von Zeitgeist, Fortschritt und Innovation sein. Ich selbst empfinde es irgendwie wie früher, nur dass jetzt mehr englische Begriffe darin vorkommen. Auch früher popelten Teilnehmer in der Nase, gähnten oder malten Kringel in ihre Notizblöcke. Ach, etwas ist doch anders: Weil hier ja nun viele Journalisten auf aktuelle Meldungen warten, piepen ab und an deren Handys. Was Dirk, unseren „CvD“ (Chef vom Dienst) veranlasst, im Hintergrund Fische über den Großbildschirm schwimmen zu lassen. Immer wenn ein Handy klingelt, kommen neue „tote“ Fische dazu. Das lässt uns aber ziemlich unberührt. Wer von Euch das mit den Fischen auch mal ausprobieren möchte

Natürlich wird mal wieder über politische „Patzer“ der letzten Tage gesprochen, egal von welchem Politiker. Welche Auswirkungen hat das auf die Bundestagswahl und auf die zukünftige politische Entwicklung? Es ist für einen Nicht-Journalisten schwierig, die derzeitige politische und gesellschaftliche Situation zu erfassen, geschweige denn zu bewerten. Das ist noch nicht einmal neu, sondern war auch in früheren Jahrhunderten schon so: Wie ging der Bürger damals eigentlich mit den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Geschehnissen um? Wer dazu einmal einen Blick in die Geschichte werfen möchte, kann dies im historischen Zeitungsportal der Bayerischen Staatsbibliothek tun. Wer etwas ganz Bestimmtes aus früherer Zeit sucht, der kann hier schauen.

Was auch auf der Redaktionskonferenz herauskam: Wir Deutschen sind nach wie vor die Besten. Jedenfalls wenn es um das Synchronisieren von Filmen geht. Bei der Synchronisation ausländischer Filme durch deutsche Schauspieler gehen die mehr mit Gefühl ran, als wenn das amerikanische Schauspieler bei ausländischen Filmen tun. Ein gutes Beispiel ist die Synchronisation einer Folge von „Lamas mit Hut“ (oben in Deutsch, unten im Original). Ihr werdet vom Ruf „K A R L“ heute nacht noch träumen, gell!

Einen, wie ich finde ziemlich lustigen, Vorschlag aus der Konferenz möchte ich euch nicht vorenthalten: Es geht darin um Kuriositäten aus dem täglichen Leben. So wird beispielsweise das Toilettenpapier in den deutschen Büros am meisten geklaut. Und was passiert, wenn die Braut vor dem Altar einmal „Nein“ sagen sollte? Der Bräutigam kann sich dagegen versichern. In Österreich wird eine Hochzeits-Versicherung angeboten. Früher wurde das anders geregelt. Die Versicherung hieß „Schwiegermutter“ und hatte den Bräutigam vorher ‚abgenommen‘. Das „Ja“ der Braut war damit vorprogrammiert.

Dann gab es heute noch die Themen: „Was macht ein Fussballer eigentlich, wenn er nicht trainiert?“ und “Gehören “Corona-Masken“ in den normalen Hausmüll?“. Wie ich oben schon schrieb: Auch der heutige Tag ist in der Redaktion voller „Corona“-Themen.

Mittagspause, sehr einsam: Die Kantine hält nur ein Essen bereit, im Normalbetrieb können wir zwischen mehreren Gerichten aussuchen. Also begnüge ich mich mit selbst gebackenem Brot (aus Hafermehl), leckerem Fisch und Salat aus der Kühlung.

Nach dem Mittagessen glühen bei uns die Kaffeemaschinen. Bei Kaffee sind wir Deutschen übrigens in Europa an dritter Stelle. Vor uns liegen Italien und Österreich. Das weiß ich auch nur, weil wir uns gerade mit den Jahresstatistiken des statistischen Bundesamtes beschäftigen. Eine Kollegin von ihrer neuen Küche. Eine große Küche, mit allem, was so benötigt wird. Komisch, ihr Mann und sie sind doch kaum zu Hause? Die Anrichte ist 6 ein halb Meter lang. Da laufe ich mir doch beim Kochen glatt die Puschen durch!

In der Redaktion ist der Kollege mit Heuschnupfen zwischenzeitlich bei der dritten Packung Taschentücher angekommen. Kollege Maik aus der Wetter-Redaktion fragt ihn, ob er denn überhaupt wüsste, dass es auf der Welt Stellen gäbe, an denen Nase putzen vor anderen Leuten ein Tabu sei. Ach ja, stimmt! Ich entsinne mich! Wer mehr dazu wissen will: Die Kollegen der Wetter-Redaktion haben dazu eine “Weltkarte des Niesens” erstellt.

Die Kollegen aus der Musikredaktion sind gerade dabei herauszufinden, welche Musiktitel am besten von der Corona-Zeit ablenken. Ich frage sie, ob das nur für aktuelle Titel gilt. „Nein, natürlich nicht“, bekomme ich zur Antwort. Für diesen Blog arbeite ich mit einem Team an der Reihe „Die bunten 70er-Jahre“ die ihr hier findet. Darin geht es auch um die Musik aus den 70ern. Was liegt da nahe, als einmal in unserer Musikredaktion zu fragen, welche Titel aus der Zeit die Kolleginnen und Kollegen empfehlen. Das Ergebnis gibt es in diesem Monat in diesem Blog! Die erste Folge erschien gestern und findet ihr hier!

Kennt ihr eigentlich den „Captcha-Dienst“ von Google? Er findet sich überall im Internet; ob bei Kontaktformularen, Nutzerregistrierungen oder Kommentarsektionen in einem Forum. Der Vorteil bei Googles Lösung? Der Nutzer muss keine kryptischen Zeichen abtippen wie bei einigen anderen Captcha-Lösungen. Es gilt lediglich, die Checkbox „Ich bin kein Roboter“ anzuwählen. Ist sich Google jedoch nicht sicher, ob du vielleicht doch ein Bot bist, musst du manchmal ein Bilderrätsel lösen. „Wähle alle Bilder aus, auf die ein bestimmtes Muster zutrifft.“ Eigentlich ist es egal, wie viele Bilder angeklickt werden. Sie sind reine Beschäftigungstherapie, vollkommen unnütz und dienen lediglich dazu, dass der Nutzer lange auf der Seite verweilt. Das wirkt sich im Ranking bei Google aus. Etwa 70 Prozent dieser sogenannten „Recaptcha-Bilderrätsel“ wurden in den letzten Monaten von Maschinen in 19 Sekunden pro Bild automatisch geknackt. Von wegen: Ich bin kein Roboter? Google wird sich da wohl eine andere Strategie einfallen lassen müssen.  

Schnell noch einige Einkäufe erledigen. Was mich daran denken lässt, dass wir morgen in der Redaktion über die Handhabung von Kunststoff in Supermärkten diskutieren wollen. Die Unterschiede in Europa sind bereits beachtlich. In Frankreich entwickelt sich eine Initiative zur Abschaffung, in Finnland sind Plastikverpackungen seit 2020 weitestgehend verboten. Wie sieht es da plastikmäßig eigentlich aus? Das werde ich morgen klären.

Der Tag geht zu Ende mit einem angenehm langen Bad in der Wanne. Jetzt noch die Füße hochlegen, die Erlebnisse des Tages mit der Liebsten austauschen und dann gemütlich den Tag ausklingen lassen. Ich wünsche euch allen einen wundervollen Abend. Ich verlinke hier noch zu Caros „Draußen nur Kännchen“, damit ihr euch auch noch die anderen 12 von 12 vom heutigen Tag anschauen könnt. Bis in vier Wochen!


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Hier findet ihr Geschichten aus dem Alltag, eben menschlich und ganz normal. Berühmt werden wollen wir mit diesem Blog nicht, sondern euch darüber informieren, was uns ein-, auf- oder überfällt.

Dieser Blog ist ein kleines Experiment, nicht nur dann, wenn er funktioniert, sondern auch dann, wenn er gelesen wird. Wir sagen “Danke” dafür.

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