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Meine “12 von 12” im Juli 2021


Willkommen, zu meinen „12 von 12“ des Monats Juli 2021: Diese Reihe, immer am 12ten eines Monats, soll in 12 Bildern und kurzen Anmerkungen den Tagesablauf aufzeigen. Da ich heute wieder den ganzen Tag in der Redaktion sitze, lasse ich euch an meinem Tagesablauf teilhaben. Aus Erfahrung bzw. aus früheren „12 von 12“ von mir wisst ihr gut genug, dass dies nicht immer in kurzen Anmerkungen möglich ist. Für die Einen ist es oft zu viel Text, für die Anderen sind es interessante Informationen. Ich folge daher heute der Anregung eines Lesers: „Es ist gut, schreibe auf, was Dir wichtig für uns erscheint“. Dann also los:

08:00

Ja, nach der langen Corona-Zeit kam bei uns in der Redaktion recht schnell wieder der Alltag. Da gibt es immer noch einiges nachzuholen und deshalb ist einiges los. Während in den vergangenen Monaten viel per E-Mail, Telefon oder Zoom recherchiert wurde, freuen sich viele Redakteure endlich wieder mehr direkt mit ihren Ansprechpartnern arbeiten zu können. Unser CvD (Chef vom Dienst) Dirk meinte gerade dazu: „Nicht mehr auf Schreibtisch- sondern auf Augenhöhe!“. Viele freie Mitarbeiter – die nach Beiträgen bezahlt werden – sind froh, endlich wieder mehr vor Ort sein zu können. Was bedeutet, der Juli ist angefüllt mit fast ganz normalen Arbeitstagen, wenn auch immer noch mit Maske und mit Abstand.   

09:00

Morgendliche Zeit für die Durchsicht der Meldungen und der Vorschläge für Themen unserer freien Mitarbeiter. Eine davon handelt von Scheinkorrelationen (?). Wisst ihr, was eine Scheinkorrelation ist? Keine Sorge, ihr müsst euch dafür nicht mit Statistik auskennen. Wer mit Daten arbeitet, findet manchmal einen Zusammenhang zwischen Größen, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben. Ein Beispiel: Nur weil die Anzahl der Störche in einer Region steigt, wenn die Anzahl der Neugeborenen zunimmt, heißt das nicht, dass der Storch die Babys bringt. Wahrscheinlich liegt es daran, dass in ländlichen Regionen mehr Kinder geboren werden. Und Störche gibt es eben eher auf dem Land. Der freie Mitarbeiter ist auf der Suche nach den kuriosesten dieser Scheinkorrelationen. Na ich bin gespannt. Wen das Thema interessiert: Ich stelle euch hier mal eine Website vor, auf der viele solcher scheinbar zusammenhängenden Daten zusammengetragen werden. Viel Spaß beim Durchschauen.

09:30

Bleiben wir noch ein wenig beim Storch und den Neugeborenen: Wenn in euren Familien- oder Bekanntenkreis Nachwuchs unterwegs ist und ihr mal keinen Strampler oder Spielzeug schenken möchtet, hätte ich eine schöne Alternative, die keine Werbung ist, auch wenn es sich so „anhört“: Der Komponist und Pianist Philipp Hermann schreibt Klavierstücke für Neugeborene, die Menschen zur Geburt verschenken können. Dieses Stück, so erklärt der Musiker es auf seiner Website, soll für das Kind zu einer Art persönlichem Soundtrack werden. Von mir vorsorglich ein kleiner Hinweis: Wenn dieser Song das Kind dann tatsächlich die nächsten Wochen, Monate oder womöglich das ganze Leben begleitet: Ein Lied in Moll wäre nicht so gut.

10:00

Redaktionskonferenz, heute halb live und halb digital. Einige Kolleginnen und Kollegen verteilen sich im Konferenzsaal, andere sind per Zoom zugeschaltet. Und was gibt es heute unter anderem für Themen und Vorschläge:

Für die einen ist es gruselig, für die anderen ein Weg, ihre Liebe zu zeigen. Eins ist klar: Die Reborn-Szene wächst. Auf der ganzen Welt gibt es mittlerweile Zehntausende Puppenmacher und -sammler, die sich ausschließlich mit hyperrealistischen Replikas von Neugeborenen beschäftigen. Diese Puppen kosten zwischen 250 und 800 Euro, je nach Komplexität und Detailtreue. Die teuerste Puppe der Künstlerin Romie Strydom wurde für 22.000 Euro an einen Sammler verkauft. Für einen Beitrag recherchieren gerade zwei Kollegen bei Puppenmachern und Sammlern, um dem Phänomen auf den Grund zu gehen.




Von der Grippe hat man in diesem Jahr noch nicht so viel gehört. Die Influenza scheint sich eine Auszeit zu nehmen, darauf deuten auch die Zahlen für Münster hin. Für das Jahr 2021 meldet die Stadt in den ersten sechs Monaten genau fünf Fälle. Und wieviel wurde bislang in 2021 in anderen deutschen Städten genießt?

Die größten Gewinner der Corona-Pandemie sind Amazon, Netflix und (das wusste ich nun nicht) Cannabis. Nach Recherche des WDR hat sich der Bedarf verdreifacht. Was heißen soll, die Kiffer-Szene ist durch Corona verdammt groß geworden. Das „Warum“ wäre geklärt, dass „Wieso“ möchte eine Kollegin noch herausfinden.  

Ihr seht, alles keine Themen, die nun umhauen, aber ein wenig interessant sind sie schon.

12:00

Mittagspause, eigentlich ist die Kantine auf, aber da eben nur einige wenige hier sind, ist das  Angebot dementsprechend klein. Ich habe mir eine Kleinigkeit von zu Hause mit genommen.

13:00

Ich schaue mal bei der DiGi-Runde vorbei. Das sind Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedensten Redaktionen, die sich mit dem augenblicklichen Stand der Digitalisierung beschäftigen. Und da gibt es augenblicklich reichlich „Baustellen“: Beispielsweise ist seit Beginn der Covid-19-Pandemie das klassische Vereins- und Parteileben nicht mehr möglich. Nichtsdestotrotz müssen Beschlüsse gefällt und Vorstände gewählt werden. Aktuell bemühen sich nun die im Bundestag vertretenen Parteien eine Lösung zu finden – insbesondere durch die Ermöglichung einer digitalen Bundestagswahl. Mit dieser Herkules-Aufgabe beschäftigen sich seit rund 20 Jahren schon verschiedenste Institutionen, eine akzeptable Lösung lag bisher noch nicht auf dem Tisch. Hier ist ein neuer Versuch bis zur Bundestagswahl einen guten Kompromiss zu finden.

14:00

Auch das gehört ins digitale Zeitalter und ist ein immer größeres Problem: Dass eine im Verborgenen arbeitende Mannschaft – das Red Team – über Monate einen Angriff vorbereitet und durchführt, während die hauseigene IT – das White Team – nichts davon ahnt, ist ein Aufwand, den sich nicht jede Firma leisten kann; bei Tagessätzen von 1800 Euro und mehr gehen die Kosten schnell in den sechsstelligen Bereich. Ein weiteres Problem: Veraltete Systeme mit bekannten Sicherheitslücken, die man längst hätte patchen, also mit einem Update hätte beheben müssen. So gibt es augenblicklich 20.000 Bot-Infektionen täglich und es werden 35.000 Mails mit Schadprogrammen pro Monat abgefangen. Sehr beängstigend: 117,4 Millionen neue Schadprogramme gab es allein in 2020.

15:00

Christian Humborg ist seit einem Monat Chef des Vereins Wikimedia Deutschland, dessen größtes Projekt die Wikipedia ist. Die Süddeutsche Zeitung hat ein Interview mit ihm veröffentlicht, in dem er über die Digitalisierung an Schulen spricht („Es reicht nicht zu sagen: Jetzt machen wir halt Matheaufgaben im Netz.“), über die Digitalisierung generell („Eine Digitalisierungsstrategie ist kein IT-Projekt. So wird das in Deutschland aber vielerorts noch gehandhabt.“) und über das Phänomen, dass in der Wikipedia ältere Männer mit Vorliebe über ältere Männer schreiben. Nur etwa ein Fünftel der Biografien in der Online-Enzyklopädie sind Beiträge über Frauen. Dazu sagt Christian: „Das Ziel ist, dass wir Gesellschaft so reproduzieren, wie sie ist. Und da gibt es eben gleich viele Männer wie Frauen.

16:00

Zeit einmal über das nun schon alltägliche Thema „Home-Office“ zu sprechen. Zwei Kollegen haben dazu einige Daten zusammengetragen: In der Homeoffice-Quote gab es eine wachsende Anzahl der Beschäftigten, die ausschließlich oder überwiegend von zu Hause aus arbeiteten: Im April 2020 waren es 27%, im Juni 2020 waren es 14% und im Januar 2021 waren es 24%. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeitete auch während der Pandemie überwiegend im Betrieb, knapp ein Viertel zu Hause (Quelle: Böckler-Stiftung). Und dann noch diese überraschenden Zahlen:  Während des Lockdowns ab November 2020 brach der Außer-Haus-Kauf von Kaltgetränken um 65% ein. Die Deutschen hatten dagegen mehr Appetit auf Heißes und Fettiges: Die durchschnittlichen Ausgaben der Käufer von „Burger, Hot Dog, Würstchen, Pommes & Co.“ sowie Pizza nahmen während des Lockdowns um 5% bzw. 4% zu (Quelle: GfK).

17:00

Welche Einstellung habt ihr zu Spucke? Findet ihr die eklig? Wahrscheinlich tun das die meisten Menschen. Die Kollegin Bettina Mittelstraß hat da mal recherchiert. Denn unser Speichel beinhaltet viele wichtige Bakterien, schützt unsere Zähne vor dem Verfall und sorgt dafür, dass uns beim Sprechen die Worte leichter über die Lippen gehen. Wenn das nicht Grund genug ist, sich mal genauer mit diesem Sekret zu befassen! Also, lauscht mal Bettinas Freistil-Feature „Spuck’s aus!“, das so manch interessanten Speichel-Fakt zu bieten hat und gar nicht widerlich anzuhören ist.

18:00

Irgendwann ist jeder alt, aber ist man deshalb „out“. Es gibt so viele „Alte“, die zeigen, dass es im Alter erst richtig losgeht. Mit Schreiben zum Beispiel. Seinen Durchbruch als Krimi-Autor hatte Andrea Camilleri erst mit 70. Das Ehepaar Zanger aus Illonis hat dagegen schon genug zu tun. Im Mai kam ihr 100. Enkelkind zur Welt. Mit fast 118 Jahren gilt Kane Tanaka als ältester Mensch der Welt. Sie schwört auf Dosenkaffee und Energydrinks. Kürzlich gab es auf diesem Blog einen Artikel über „Liebe im Alter“, in der die 95-jährige Irmgard (Foto unten) aus ihrem Leben erzählt: Mit Goethe, Wein und Freund. In einer Straßenbefragung wurde Senioren die Frage gestellt, wie das ist mit Sex im Alter. Die Geschichte von Irmgard und die Antworten der Senioren zeigen, wie viel Leben mit Alter noch los ist: Ganz schön viel.  Wer das wissen möchte, hier geht es zum Beitrag.

19:00

Endlich habe ich die Lösung gefunden, die Tatort-Sommerpause zu überbrücken und trotzdem meinen geliebten Tatort-Krimi zu genießen und dabei in der Abendsonne zu sitzen. Dazu helfen mir die interaktiven Tatort-Hörspiele, die mich dazu sogar noch zum Ermittler machen. Jede Entscheidung zählt. Bislang konnte ich drei Fälle sogar richtig lösen. Wenn also der nächste Sommerabend kommt: Ein Glas Wein, eine bequeme Liege auf der Terrasse und der Mörder kann kommen. Ich bin ihm auf der Spur!

Die nächsten “12 von 12” gibt es im August 2021 auf diesem Blog. Nun bin ich gespannt, was andere an diesem 12. Juli 2021 so erlebt haben. Dazu verlinke ich meinen Beitrag noch rüber zu Caros Blog „Draußen nur Kännchen“. Caro betreut das Projekt und sammelt allmonatlich als Linkliste die Meldungen anderer Blogger/Innen. Wer sich auch einmal in anderen #12von12 Tagesabläufen umgucken möchte…  die gemeldeten Blogeinträge werden hier gesammelt. Danke Caro für Deine große Mühe. Ich sage von hier aus “Tschüüüüüß” bis in vier Wochen.


In eigener Sache:

Derzeit arbeiten wir daran, die Schnelligkeit dieses Blogs zu erhöhen. In den vergangenen Tagen haben wir darum zahlreiche Plugins deinstallieren müssen. Das führte dazu, das Bilder in bisherigen Ausgaben dieser Reihe und/oder in anderen Beiträgen nicht mehr oder nicht mehr richtig angezeigt werden. Soweit es uns auffiel, haben wir diese Dateien zunächst vom Blog genommen, gestalten sie neu und werden sie nach und nach wieder veröffentlichen. Falls ihr Beiträge vermisst oder euch Fehler in Beiträgen auffallen meldet euch gern unter service@stresemann.blog. Danke!

Willkommen!

Hier findet ihr Geschichten aus dem Alltag, eben menschlich und ganz normal. Berühmt werden wollen wir mit diesem Blog nicht, sondern euch darüber informieren, was uns ein-, auf- oder überfällt.

Dieser Blog ist ein kleines Experiment, nicht nur dann, wenn er funktioniert, sondern auch dann, wenn er gelesen wird. Wir sagen “Danke” dafür.

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