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Meine “12 von 12” im Juni 2020


Dem 12. eines Monats widme ich schon seit einiger Zeit der Beschreibung meines Tagesablaufes in 12 Bildern. Eine Idee, die Monat für Monat von Caro in ihrem Blog „Draußen nur Kännchen“ aufgegriffen wird.

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Hallo zusammen, einen schönen Gruß hier aus der fast leeren Redaktion. Keine Menschen, sondern Maschinen werden heute meine Ansprechpartner sein. Also PC, Laptop, Telefon, TV und Handy. Zwischendurch greife ich zu Zeitschriften, Meldungen in Papierform oder schaue, was so draußen vor dem Funkhaus alles los ist. Die Redakteurswelt hat sich in den letzten Wochen enorm verändert, wie eben die gesamte Arbeitswelt. Ich bin gespannt welche Themen heute in der PR-Runde vorgeschlagen werden.

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Was in der Vergangenheit immer lief, ist die Spülmaschine. Da aber kaum noch einer da ist, brauchen wir ewig, bis die mal voll ist. Ich gehe stets mit gutem Beispiel voran und spüle meine Kaffeetasse selbst. Das dumme ist nur: Es sieht keiner.

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PR-Runde per Video-Chat: In einem Vorschlag geht es um die veränderte Arbeitswelt: Wie lange müssen wir eigentlich zu Hause arbeiten? Oder besser: Wie lange müssen wir überhaupt arbeiten? Die Lebensarbeitszeit in Europa ist sehr ungleich verteilt. So arbeitet ein Isländer bis zur Rente fast 15 Jahre länger als ein Italiener. Deutschland liegt mit 38,7 Jahren über dem Mittel von 35,9 Jahren. Und was machen wir zukünftig in unserer Arbeitszeit? Bin gespannt auf die Antworten der Kollegin.

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Laut einer aktuellen GfK-Studie zur Konsumentenstimmung in der COVID-19 Epidemie glauben ein Drittel der Befragten in Deutschland, dass sich ihre finanzielle Situation in den nächsten zwölf Monaten verschlechtern wird. Dies hat natürlich auch Einfluss auf ihr zukünftiges Konsumverhalten. GfK-Experten gehen davon aus, dass Verbraucher in Zukunft noch bedarfsorientierter einkaufen werden und digitale Services weiter an Bedeutung gewinnen. Wird also weiterhin nix mit dem „Wohlstand für alle“. Gibt es dann wohl nur für die dicken Fische (also die „Aale?“.

Im April haben laut GfK 70 Prozent der Befragten hierzulande Produkte online eingekauft. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen waren es sogar 81 Prozent. Dieser Trend wird sich in vielen Warengruppen fortsetzen. Weitere Online-Käufe planen die Deutschen zum Beispiel bei Elektronikartikeln oder Gartenwerkzeugen. Die Kollegen aus der Wirtschaftsredaktion wollen daher einmal bei Den Kammern und Einzelhandelsverbänden anfragen, ob es dort bereits Ideen gibt, wie entgegengewirkt werden kann. Dabei soll das Thema „Staatshilfe“ bewusst ausgeklammert werden.

Der Werbemarkt ist im März und April 2020 nahezu zusammengebrochen. Das hat zur Folge, dass einzelne Aktionen von Herstellern eine größere Öffentlichkeitswirkung haben: Zum Überraschungserfolg für Samsung hat sich eine als Werbegeschenk konzipierte „Feuervase“ entwickelt. Auf einen Zimmerbrand geschleudert, löscht sie diesen zuverlässig – vorausgesetzt man trifft – und der Brand befindet sich in einer Ecke.

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Recht wenig hören wir von unseren europäischen Nachbarn in Großbritannien. Als dort Mitte März die COVID-19-Pandemie ausbrach, fragte sich die in London lebende Fotografin Emma Mowat, wie das tägliche Leben in den kommenden Wochen aussehen würde. Sie wollte die Krise der öffentlichen Gesundheit mit den Augen anderer Menschen sehen – deshalb schickte sie 16 Einwegkameras an Menschen in ganz Großbritannien. Durch die Nutzung ihres persönlichen Netzwerks und ihrer Instagram-Follower fand sie Mitarbeiter an Orten wie Newcastle, Edinburgh, Manchester, Sussex und Stafford. Nach ungefähr einem Monat gaben alle ihre Kameras an Mowat zurück, der den zu entwickelnden Film abschickte. Sie wählte aus jeder Kamera ein Bild aus und fügte die Auswahl zu einem Fotoessay zusammen : Während das Leben inmitten der Pandemie weitergeht, hofft Mowat, dass die Serie ein wenig Komfort bietet. “Wir machen das zusammen durch”, sagt sie. “Wo immer wir sind.” Atlas Obscura sprach mit ihr über Kunst, Krise und Zusammenarbeit.

Seit einer Woche bekomme ich regelmäßig Anrufe aus unserer Musik-Redaktion. Ich hatte dort einmal ganz vorsichtig angefragt (siehe Beitrag „WMDEDGT Juni 2020 von letzter Woche), welche Hits der 70er Jahre in der Redaktion ganz besonders favorisiert und empfehlenswert sind. Die Kollegen helfen mir ausnahmsweise weiter, denn die Verwendung der Tipps sind nicht für das offizielle Programm, sondern für diesen Blog vorgesehen. Ab September startet hier auf „Ganz normal“ die neue Reihe „Die bunten 70er-Jahre“. Überrascht war ich allerdings, als vorgestern im Morgenprogramm so einige flotte 70er-Hits zu hören waren. Habe ich unsere Musik-Redakteure auch ganz offiziell „70er“-mäßig angesteckt? Mein Kollege aus der Musik-Redaktion mit dem Ruhrpott-Akzent empfiehlt mir jedenfalls am Telefon mit einem lauten „Hömma, ihr habt doch da gerade inne Konfi wat mit de Queen. Da passt doch dat von Herman’s Hermits – Henri de Achte. Is mit viel Ansagen. Nimm ma!“ „Yepp, mache ich“ 

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Mittagspause, sehr einsam: Die Kantine hält nur ein Essen bereit, im Normalbetrieb können wir zwischen mehreren Gerichten aussuchen. Also begnüge ich mich mit einem Toast aus der Mikrowelle und Salat aus der Kühlung

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Alle reden von Corona. Ein Kollege aus der Wirtschaftsredaktion hat da momentan andere Sorgen. Er möchte sich eine neue Uhr kaufen und zwar eine ganz edle Sorte. Ich nenne hier mal nicht den Namen, um keine Schleichwerbung zu machen. Vielmehr berichte ich ihm von der Armbanduhr, die Hollywood-Legende Paul Newman 1972 von seiner Ehefrau, der Schauspielerin Joanne Woodward, geschenkt bekam. Damals kostete sie den Luxuspreis von 1.000 Dollar. Vor drei Jahren wurde sie auf einer Auktion angeboten und hätte keinen großen Auktionspreis gebracht, wenn nicht Frau Woodward auf der Rückseite der Uhr hätte eine Gravur anbringen lassen: „Drive Carefully Me“. Newman war ein begeisterter Rennfahrer, was seine Frau nicht ohne Sorgen sah. Dies mag dann wohl der Grund gewesen sein, warum die Uhr letztendlich für einen Preis von 15,5 Millionen Dollar versteigert wurde. Ich empfehle ihm auch eine Gravur zur Wertsteigerung.

„Hömma, den musse au noch aufschreim: Litl Willi von de Swiet, is von Neunzehnzweiunsiebzich!“ Mache ich glatt“, bedanke ich mich. Insgeheim favorisiere ich die Geheimtipps, die mir die Kollegen in den letzten Tagen verraten haben. Die gibt es allerdings nicht auf Youtube und ich muss dafür eine gesonderte Veröffentlichung genehmigen lassen. Das könnte den Termin für den Beitrag wieder verzögern. Ach ja, so ein Blog wie dieser macht schon ein wenig Arbeit.  

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Bin gerade dabei, einige Beiträge „abzunehmen“. Vieles natürlich zum Thema „Corona“, aber auch einen über neue Arbeitswelten. Vor zwei Jahren erschienen beispielweise Berichte über die „am  schnellsten wachsende Geschäftsanwendung in der Geschichte “, genannt „Slacks“. Es handelt sich um eine Arbeitsplatzplattform, mit der Mitarbeiter zusammenarbeiten, Dateien und Tools gemeinsam nutzen und mithilfe von Instant Messaging kommunizieren können. Es gibt Benutzern die Möglichkeit, Nachrichten Emoji-Schaltflächen hinzuzufügen, auf die andere Benutzer klicken können, um Reaktionen auszudrücken. Seitdem sind aber Millionen von neuen Emojis verschickt und geliked worden. So entstand übrigens auch das Kotz-Emoji. Ach wie niedlich.

Ich vermisse die Zeiten, als noch ganz normal über Reisen und Urlaub gesprochen wurde. Judy Grimes macht es endlich: In der amerikanischen Show „SaturdayNightLive“ ist das so einfach zu schön. Selbst wer des Englischen nicht so mächtig ist. Reinhören und …. Warum erinnert mich das jetzt an Loriot und Evelyn Hamann?  


Das war es für heute von hier. Ich lese noch ein wenig in den Manuskripten zukünftiger, neuer Beiträge. Gerade geht es – mal wieder – um Verschwörungstheorien. Ich persönlich freue mich über jede neue Theorie, bedeutet sie doch, mit welchen Problemen sich die Erfinder beschäftigen. Denn eigentlich gibt es viel Wichtigere Dinge im Leben. Beispielweise: Warum lassen so viele Menschen den Klo-Deckel oben? Oder: Wieso müssen so viele Menschen am Samstagmorgen um acht den Rasenmäher anstellen? Gleich lese ich noch, was andere an diesem 12. Juni 2020 so erlebt haben. Dazu verlinke ich meinen Beitrag noch rüber zu Caros Blog „Draußen nur Kännchen“. Caro betreut das Projekt und sammelt allmonatlich als Linkliste die Meldungen anderer Blogger/Innen. Wer sich auch einmal in anderen #12von12 Tagesabläufen umgucken möchte…  die gemeldeten Blogeinträge des 12. Juni 2020 werden hier gesammelt. Abermals Danke Caro für Deine große Mühe.

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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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Blog-Info:

Berühmt werden will ich mit diesem Blog nicht. Ich mache nur etwas, was viele andere noch besser und wunderbarer tun als ich: Ich teile mich mit, über das, was mir auffällt, einfällt und überfällt.

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