Meine “12 von 12” im März 2019

Heute ist wieder der Tag, an dem Caro in ihrem Blog „Draußen nur Kännchen“ dazu aufruft, den Ablauf in 12 Bildern vorzustellen. Heute ist das nicht ganz so einfach, denn es ist für mich – wie fast jeden Dienstag ein Tag der Termine. So schau ich mal, ob ich gute Bilder bekomme. Hier sind meine 12 Bilder des heutigen Tages:

01. Schnell mal ein Bild gemacht vom großen Brötchenangebot in der Kantine. Ist natürlich verwackelt, dafür werde ich nicht entdeckt. Unsere Service-Kräfte mögen keine Fotografen. „Wir sind doch hier nicht in der Redaktion“, heißt es. Obwohl ich sonst eher ein Müsli bevorzuge, gönne ich mir heute mal zwei leckere Brötchen.

02. Ein früher Außentermin steht an. Thema: „Geisterfahrer“, denn Geisterfahrer gibt es nicht nur auf den Autobahnen – Geisterfahrer gibt es auch auf den münsterschen Radwegen. Zwischen 2012 und 2018 krachte es 682 Mal, weil ein Radfahrer auf der falschen Spur unterwegs war. Das bringt heute und in den nächsten Monaten die Polizei auf den Plan. Eben überall dort, wo Radfahrer besonders häufig entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung fahren. Den ganzen Tag über sprechen Polizisten an den Gefahrenpunkten „ertappte“ Radfahrer auf ihre Fehler an. Von der Geisterradler-Aktion erhofft sich die Polizei in den nächsten 12 Monaten einen Unfallrückgang um 25 Prozent.

03. Ich nutze – zusammen mit unserem Praktikanten – die Aktion, um herauszufinden, warum die Radfahrer bei diesem Wetter mit dem Fahrrad fahren. Die meisten Radfahrer geben zunächst die erhöhten Spritpreise an. Danach folgt die Aussage, sich auf dem Weg zur Arbeit ein wenig mehr bewegen zu wollen. Überraschend hingegen folgt die Feststellung, dass viele mit dem Fahrrad wesentlich entspannter an ihrem Arbeitsplatz ankommen, als mit dem Auto. Wer unterwegs zur Arbeit auf den gewohnten Ärger trotzdem nicht verzichten will, der kann sich auch auf dem Rad aufregen; über Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger, rote Ampeln und andere solche Sachen. Oder aber seine eigenen Regeln schaffen.

04. Beispielsweise das „Schlängeln“. Das beruht auf der ganz einfachen Erkenntnis, dass es dem denkenden und kreativen Menschen nicht zugemutet werden kann, auf der Straße nur geradeaus zu fahren. Experten unter den Radfahrern schlängeln so lange, bis die Felgenbremse quietscht. Dann gibt es da noch die „organisierte Farbenblindheit“. Wenn schon Maler blaue Pferde und lila Kühe malen können, warum soll es dann einem richtigen Fahrradfahrer verwehrt sein, ein simples austauschbares rotes Lämpchen in ein grünes umzudenken.

05. Große Redaktionskonferenz, wie jeden Dienstag. Hier werden die „normalen“ Termine besprochen und Themenvorschläge diskutiert. Viele neue und teilweise auch schöne Themen von freien Mitarbeitern liegen vor. In einem geht es um den gebräuchlisten Vornamen. Nein nicht „Frank“ oder „Peter“, sondern „Diggah“. Wo kommt der eigentlich her? Schön sind die Rezeptkarten zum Mitnehmen ins Büro. Da lässt sich das Müsli und der Tomatensalat schnell auch mal in der Teeküche der Firma machen, oder? Nicht schön ist ein Vorschlag, dass Kosmetika – insbesondere Lippenstifte – innen bald mehr Kunststoff enthält, als draußen. Will heißen: Nicht nur eine Kunststoffverpackung hat, sondern das Produkt selbst vermehrt Kunststoffteile beinhaltet. Hierzu wollen wir noch einige chemische Analysen abwarten.

06. Interessant ist hier auch ein Vorschlag über die zunehmende Angewohnheit im Monat Mai zu heiraten. Der Tendenz will die Redaktion einmal nachgehen. Übrigens, falls die Braut dennoch vor dem Altar „Nein“ sagen sollte, kann sich der Bräutigam dagegen versichern. In Österreich wird eine Hochzeits-Versicherung angeboten. Früher wurde das anders geregelt. Die Versicherung hieß „Schwiegermutter“ und hatte den Bräutigam vorher ‚abgenommen‘. Das „Ja“ der Braut war damit einprogrammiert.

07. Nach einer kleinen Mittagspause besuche ich mit einem Redakteur eine Schule, in der seit drei Jahren viele Kinder von Flüchtlingen unterrichtet werden. Was hat sich seit dem legendären Merkel-Satz vom 12. September 2015 „Wir schaffen das!“ getan? Wie leben Flüchtlinge heute bei uns? Ein heikles, aber daher gerade wichtiges Thema, angesichts der weiter aufkommenden populistischen Tendenzen.

08. Gerade rechtzeitig erreiche ich noch den Vortrag über „Daten sicher bewegen im Internet“, in dem ich erfahre, wer meine Seitenaufrufe mit verfolgt und auswertet. Das Google ein großer Datensammler ist, war mir nicht neu. Aber das auch die BILD wie wild Daten sammelt ist schon erstaunlich. Doch dagegen gibt es Möglichkeiten, die ich hier aber nicht verraten darf, weil sie in einem Artikel stehen werden.

09. Mit einem Kamerateam geht es zu einer Konzertprobe, die den Kindern der Welt gewidmet ist. Mehrere Hilfsorganisationen haben sich dafür zusammengeschlossen. Es geht um den Kampf gegen Erkrankungen, um den Kampf gegen innere und äußere Verletzungen und um den Kampf für einen gerechten Platz auf dieser Welt.

10. Bei solchen Terminen zeigt sich immer, wie viel Zeit vergeht bis Kamera und Ton alles richtig aufgenommen haben. Musikgeräte werden umgestellt, Lichtverhältnisse geändert, Musikstücke mehrmals angesetzt ….. Da bin ich immer froh, dass dies ein Fernsehredakteur regelt, ich habe es mehr mit dem Hörfunk.

11. Schnell noch einige Einkäufe erledigen. Was mich daran denken lässt, dass wir morgen in der Redaktion über die Handhabung von Kunststoff in Supermärkten diskutieren wollen. Die Unterschiede in Europa sind bereits beachtlich. In Frankreich entwickelt sich eine Initiative zur Abschaffung, in Finnland gibt es eine Gesetzesvorlage Plastikverpackungen ab 2020 weitestgehend zu verbieten.

12. Der Tag geht zu Ende mit einem angenehm langen Bad in der Wanne. Jetzt noch die Füsse hochlegen, die Erlebnisse des Tages mit der Liebsten austauschen und dann gemütlich den Tag ausklingen lassen. Ich wünsche euch allen einen wundervollen Abend.

Nun bin ich gespannt, was andere an diesem 12. März 2019 so erlebt haben. Dazu verlinke ich meinen Beitrag noch rüber zu Caros Blog „Draußen nur Kännchen“. Caro betreut das Projekt und sammelt allmonatlich als Linkliste die Meldungen anderer Blogger/Innen. Wer sich auch einmal in anderen #12von12 Tagesabläufen umgucken möchte…  die gemeldeten Blogeinträge des 12. März 2019 werden hier gesammelt. Abermals Danke Caro für Deine große Mühe.

Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du oben unter der Rubrik "Zum Autor und Inhalt"

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