Ganz normal
Ganz Normal Von Allgemein

Meine “12 von 12” im Mai 2019

Heute ist wieder der Tag, an dem Caro in ihrem Blog „Draußen nur Kännchen“ dazu aufruft, den Ablauf des Tages in 12 Bildern vorzustellen. Es ist für mich das erste Mal, über einen Sonntag zu berichten und ursprünglich dachte ich, dass meine sonntäglichen Tagesabläufe wenig Berichtens wertes bieten. Aber es gibt tatsächlich Ausnahmen, so wie heute, an dem sich – fast durch Zufall – viele private und dienstliche Termine vermischen  Hier also in 12 Bildern mein Tagesablauf.

Ganz Normal Kunst Münster

09:00 Uhr

01. Üblicherweise startet der Sonntag für das Café und für mich später. Aber heute hat die frühere Öffnung meines Lieblingscafés den Vorteil, dass ich mein Frühstück vor dem ersten Termin noch richtig genießen kann.

Ganz Normal Maria . .

10:30 Uhr

02. Wie ein Lauffeuer hat sich der Aufruf münsterscher Frauen für Frauenrechte in der katholischen Kirche verbreitet. Heute treffen sich, auch in meiner Gemeinde, zahlreiche Frauen (und auch Männer) zu einem Gottesdienst vor der Kirche. Unter dem Motto “Maria 2.0” fordern die Initiatorinnen Frauen auf, eine Woche lang keine Kirchen zu betreten und ehrenamtliche Tätigkeiten ruhen zu lassen. Neben dem Zugang von Frauen zu allen Kirchen-Ämtern fordern die Initiatorinnen unter anderem auch die Aufhebung des Pflichtzölibats und eine umfassende Aufklärung von Missbrauchsfällen in der Kirche. Den Frauen geht es darum, miteinander die Kirche zu verändern. Mehr zu diesem Thema erfahrt ihr in einem separaten Beitrag in diesem Blog.

Ganz Normal Kunst Münster

13:00 Uhr

03. Was so ein neuer Direktor alles bewirkt? Im #Atelierhaus Speicher 2 gibt es seit kurzem einen neuen Chef und der hat angeregt, für ein Wochenende der Allgemeinheit die Ateliers zu öffnen. Der Termin, zu dem mich der Fotograf Rainer Munga begleitet, hat sich gelohnt, denn im Speicher haben viele bekannte Künstler ihre Ateliers.

Ganz Normal Kunst Münster

13:30 Uhr

04. Kunst braucht Raum – Künstler brauchen professionelle Arbeitsbedingungen, um ihren Ideen Gestalt zu geben. Ein altes Industriegebäude am Hafen ist seit 2004 zu einer mehrstöckigen Drehscheibe für zeitgenössische Kunst geworden: Hier haben Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Bereichen der bildenden Kunst in 32 Ateliers auf vier Etagen ideale Arbeitsbedingungen: Platz, Licht, belastbares Umfeld – und das alles zu einem bezahlbaren Preis. Die Ausstellungshalle versteht sich als Produktionsort und Laboratorium, in dem Künstler risikoreich und experimentell arbeiten können. Zentrales Programm ist die Präsentation und Diskussion aktueller Tendenzen zeitgenössischer Kunst. Die Vorstellung international bekannter Positionen ist dabei ebenso wichtig wie die Suche nach jungen, bisher unbekannten Künstlern aus der Region.

Ganz Normal Kunst Münster

05. Eine interessante Künstlerin ist Sandra Pulina. Sie zeigt augenblicklich Schultafeln, die mit Ölkreide teilweise wundervoll übermalt wurden. Damit symbolisiert sie den Erhalt der bisherigen Beschriftungen durch eine endgültige Gestaltung.

Ganz Normal Kunst Münster

06. Das obige Bild ist das Ergebnis aus einer gefundenen handschriftlichen Sammlung von Notizbuchseiten. Diese Sammlung enthält persönliche Beobachtungen von Börsenentwicklungen, Algorithmen sowie mathematische Formeln und erinnert an die Datenmengen, die jede Person innerhalb eines Lebenszyklus sammelt, indem sie durch Kreditkartendaten, Internetverkehr, soziale Medien usw. verfolgt wird. Gedruckt wurde die Seite in Farbe im Siebdruck. Mehr über Sandra Pulina erfahrt ihr hier.

Ganz Normal Kunst Münster

07. Zu einem überregional bekannten Fotografen gehört zweifelsohne Thomas Wrede. Der Ausgangspunkt seiner fotografischen Arbeiten ist immer wieder die Sehnsucht nach der Natur und die Frage nach ihrer medialen Vermittlung. In den Real Landscapes sucht er die Grenzen zwischen Modell und Wirklichkeit auf. In dieser Werkgruppe wird die Welt als eine Art Modelbausatz wiedergegeben, als eine Inszenierung mit großer Geste im kleinen Maßstab, als Bild und Nachbildung zwischen Idylle und Katastrophe. Mehr über Thomas Wrede erfahrt ihr hier.

Ganz Normal Kunst Münster

08. Bei Kirsten Kaiser ist Installationskunst keine bierernste Angelegenheit. Egal, ob sie dem Fluss Lippe Fahrbahnmarkierungen verpasst wie 1991 in Lünen, wo sie auf einem halben Kilometer Fluss 80 Styroporblöcke als Mittellinie installiert oder ob sie in Münster die Illusion freier Parkplätze schafft, immer geschieht das mit einem Augenzwinkern. Selbst die Arbeiten in ihrem Atelier zeigen, dass hier keine abgehobene, weltentrückte Künstlerin am Werk ist, sondern eine Frau, die feinfühlig und mit Humor an die Dinge herangeht. Bei ihr macht es Spass, sich nicht nur ihre Werke näher erklären zu lassen, sondern die ganzen Geschichten Drumherum zu hören. Mehr über Kirsten Kaiser erfahrt ihr hier.

Ganz Normal Kunst Münster

09. Nur vereinzelt ein Point de Vue – mal eine Person, mal ein Pferd, mal ein enges Zusammen vieler Pferde, sogar mal ein Holzbau, mal ein sich verlierender Weg, mal ein entrückter Gebirgszug, mal ein flaches Wasser oder eine Pfütze. Gan-Erdene Tsend malt solche Dinge, solche Visionen, die nur als solche zu bezeichnen sind, weil zumindest mir die Erfahrungen fehlen, sie als Gesehenes, als irgendwo wahr Genommenes, als Wahres zu verstehen.

Ganz Normal Kunst Münster

10. Dieses Wissen um die Kunst aus Deutschland und Europa motivierte Gan-Erdene Tsend, aus Ulan Bator nach Münster zu ziehen. Sein Leben spiegelt sich folglich in seinen Bildern und – wie das obige Bild zeigt – seinen Installationen so ein, wie sich Vorstellungen in Erfahrungen einspiegeln können: Kaum unterscheidend zwischen Gewesenem und daraufhin Erträumtem. Der Künstler selber sagt, dass die Unrealitäten zu ihm gekommen sind. Mehr über diesen Künstler findet ihr hier.

Ganz Normal Kunst Münster

11. Es gibt so viel über die Ateliers zu berichten, aber aus Zeit- und Platzgründen will ich mich hier beschränken. Hier möchte ich euch noch eine außergewöhnliche, künstlerische Zeitschrift vorstellen, die anders ist. Von außen, von innen und überhaupt. Jede Ausgabe (à 1000 Ex.) versammelt bislang unveröffentlichte Texte & Bilder (Essays, Prosa, Grafiken, Fotos etc.) bekannter und weniger bekannter Urheber zu einem jeweils wechselnden Thema. Das pro Ausgabe eigens entwickelte Layout, der handgemachte (!) Umschlag und von Künstlern direkt ins Heft gearbeitete Seiten vervollständigen das Konzert der unterschiedlichen Disziplinen. Mehr über diese außergewöhnliche Zeitschrift findet ihr hier.

12. Ein ganz anderes Thema, dass seit Tagen unsere Redaktion beschäftigt, ist die neue Werbung von Edeka zum heutigen Muttertag. Auf Einladung des „Marketing Center Münster“ trafen sich junge Studenten, um über diesen Werbespot und dessen Auswirkung in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Das Marketing Center Münster (MCM) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster wurde 1969 von Prof. Heribert Meffert gegründet. Die Forschung des Centers konzentriert sich darauf, wie Unternehmen durch marktorientiertes Management Mehrwert für ihre Kunden schaffen können.

In der Diskussion über den Edeka-Spot, den ihr euch hier anschauen könnt, wurde festgestellt, dass junge Männer so weniger motiviert werden, eine Familie mit Kindern zu gründen. Den Unmut über diesen Spot aber gegenüber Edeka auszudrücken, hielten die Studenten für verfehlt. Der hätte auch von einem anderen Unternehmen kommen können. Interessant war in diesem Zusammenhang, wie sich als Öffentlichkeit gegen derartige Aussagen eines Werbespots vorgehen lasse. Für die Agentur „Jung van Matt“, die den Spot für Edeka produzierte war das Ziel erreicht: Durch den Shitstorm im Internet war der indirekte Erfolg gewaltig. Fazit der Studenten: Unabhängige Kontrolle von Marketing vor der Veröffentlichung. Mehr darf ich euch über diese Veranstaltung nicht berichten, weil die Redaktion darüber gesondert berichten will.

Ganz ehrlich! Sonst sind die Sonntage wesentlich ruhiger und ohne erwähnenswerte Nachrichten. Der heutige Sonntag war spannend, aufregend und anstrengend und daher genieße ich nun noch einen ruhigen Abend auf dem Sofa, verlinke diesen Beitrag noch zu Caro und lese ein wenig, was den andere dort so am heutigen Sonntag erlebt haben. Ach ja – den nächsten Tagesbericht in 12 Bildern gibt es in vier Wochen, an einem Mittwoch und ich verspreche euch, da ist – nach meinem Terminkalender zu urteilen – reichlich was los.

Wer sich auch einmal in anderen #12von12 Tagesabläufen umgucken möchte…  die gemeldeten Blogeinträge des 12.Mai 2019 werden hier gesammelt. Abermals Danke Caro für Deine große Mühe.

Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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