Stresemanns Ganz normal
Startseite » Meine “12 von 12” im Mai 2021

Meine “12 von 12” im Mai 2021

Willkommen

Schön dass ihr wieder einmal vorbeischaut. Herzlich willkommen bei meinen “12 von 12” des Monats Mai 2021. Heute bin ich nicht in der Redaktion, sondern melde mich aus einem Urlaubstag von zu Hause.

01

Jeder kennt das. Da wacht man mitten in der Nacht auf und denkt, man hat die absolut geniale Idee für einen Blogbeitrag – und in just dem Moment, wo man das Bein unter der Decke hervorschwingt und den warmen Fuß auf den kalten Boden setzt, hat man sie oder zumindest die Hälfte, auf jeden Fall aber das Geniale daran vergessen. Auch sämtliches Grübeln unter Zuhilfenahme von Bewusstseins stimulierenden Substanzen wie – nur als Beispiel – Kaffee hilft nichts: Die Idee ist auf Nimmerwiedersehen im Strudel des Klos für Worte und Gedanken untergegangen. Irgendwas hatte es aber mit Pillepalle zu tun. Rein vorsichtshalber poste ich das mal, bevor´s ein anderer tut. Denn alles, was gedacht werden kann, wird gedacht werden.

02

Ein Tag zu Hause beginnt und der ist – unabhängig vom Wetter – mal pickepackevoll mit Aufgaben. Früher war das jeden Tag so, denn unsere Familie besteht aus Vater, Mutter, 8 Kindern und 3 Enkelkindern (Das Bild der Familie ist hier allerdings bewusst unscharf!). Jetzt sind die Kinder aus dem Haus, überall verstreut und ganz normale Aufgaben für den selbstbewussten Hobby-Handwerker warten auf eine Lösung: Ein neuer Unterbauschrank nebst Geschirrspüler wartet auf den Einbau und dazu muss ich zunächst die Entscheidung treffen: Baue ich das ohne oder mit Beschreibung auf? Das Problem löst sich gleich von selbst, es gibt nur eine für den Betrieb des Geschirrspülers. Problematisch wird es erst einmal, weil mir laufend jemand dazwischen läuft: Unser Hund.

03

Ich war nie ein großer Freund von Hunden, was wohl bisher daran lag, dass ich berufsbedingt kaum Zeit für so einen Vierbeiner hatte. Mein Stand damals: Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, mir ein solches Energiebündel anzulachen, das lebenslang im mentalen Stadium eines nicht ganz zweijährigen Kleinkindes verbleibt. Ein Vollidiot auf vier Pfoten. Damals dachte ich: Wozu ist so ein Hund nütze? Er liegt den halben Tag gelangweilt in der Wohnung, rastet dann verlässlich aus, wenn man zur Tür geht, weil er raus will. Draußen zieht er an der Leine, macht in die Rabatten, knurrt andere Hunde an, läuft manisch Stöcken und Bällen hinterher, isst halbseidene Reste vom Boden und kotzt dann später in die Wohnung. Oder er bringt Flöhe mit.  

Seit vier Wochen ist das anders: Denn seitdem bestimmt „Emma“ das Familienleben. Zugegeben, ich musste mich daran gewöhnen, dass nun ein vier Monate alter Boston Terrier unseren Tagesablauf bestimmt. Plötzlich werfe ich »Bällchen« verteile »Leckerli« und rufe »Sitz!« , »Aus!« und »feiiiin!“ Eine zappelige Fellwurst springt mehrmals am Tag an mir hoch oder leckt mir die Hand.  

04

Zeit für einen Spaziergang, ein wenig auch wegen Emma, denn eigentlich macht sich der Küchenumbau nicht von allein. Das stört Emma aber nicht und so nehme ich im Verlaufe unserer Runde die vielen freundlichen Hinweise anderer Hundebesitzer zur Kenntnis. Nicht alle Hundebesitzer sind gleich, es gibt die angenehmen und die unangenehmen. Letzteren begegne ich inzwischen mit einer gewissen Gleichgültigkeit und Gelassenheit, bedanke mich aber stets für die „Hinweise“ Heute erhalte ich mal Tipps zur richtigen Hundeleine, zum Fressverhalten meines Hundes („Der frisst Gras, da sollten sie mal schnell zum Tierarzt mit“) und höre 12-mal den absoluten Hit-Satz: „Der ist ganz harmlos, der will nur spielen!“ Nicht alle dieser Experten kümmern sich um die Geschenke ihrer kleinen vierbeinigen Lieblinge. Sprich: „Deren Haufen lassen sie liegen“, was in Münster 50 Euro kostet, aber irgendwie muss das in den Kosten eines Dalmatiners wohl schon inbegriffen sein.

05

Da unser Fitness-Studio den Ausfall in der Coronazeit nicht überlebt hat, müssen wir uns augenblicklich noch selbst behelfen, bis wir ein anderes Studio gefunden haben. Das ist seit vier Wochen nicht ganz so einfach, denn an unserem Sportprogramm nimmt jemand regen Anteil, oder zumindest macht sie das Beste daraus. Aber schaut einmal selbst.

06

Ein leichtes Mittagessen mit Hühnchen und Vollkornnudeln. Fleisch ist bei meiner Liebsten und mir nicht alltäglich, denn eigentlich ernähren wir uns vorzugsweise vegan. Mir gelingt das nicht immer, schon weil es in der Redaktionskantine nicht immer passende vegane Gerichte gibt. Heute ist es Huhn und morgen wieder vegan. Das Leben ist schön.

07

Kleine Ruhepause. Ich nutze die Zeit wieder einmal mein Mobiltelefon aufzuräumen. Genauer gesagt, das Telefonbuch, in dem sich ein Haufen Namen und Nummern angesammelt haben. So ganz einfach ist das meist nicht, die Gefühlsschwelle in Kopf und Herz so zu justieren, dass der Daumen sich der Löschtaste auch nur dann nähert, wenn es die Richtigen trifft. Damit man später nichts bereut. Denn schließlich sind diejenigen, die ich da herausdrücke, für immer verschwunden, nicht mehr existent. Sie werden nie mehr von einem zufälligen Blick auf ihren Namen profitieren können, der den Impuls auslösen könnte, sich mal wieder zu melden. Sie werden vergessen. Der Daumen zuckt mal mehr, mal weniger bei jedem Namen. Ach, ich mach das ein anderes Mal.

08

Hier in Münster ist noch nicht ganz klar, wie heute das Wetter wird. Mal Sonne, mal Regen, mal bewölkt, mal kalt. Ihr merkt schon: Worüber redet man, wenn einem gerade nichts einfällt? Klar: Über das Wetter. Warum eigentlich? Irgendwie ist es doch müßig, sich über etwas auszulassen, auf das man eh keinen Einfluss hat. Ich habe mir zumindest fest vorgenommen, nicht mehr über das anhaltend schlechte Wetter zu bloggen. Das trübt nur die positive Grundstimmung. Und deshalb werde ich an dieser Stelle auch unerwähnt lassen, dass ich am Wochenende kurz davor war, die Heizung ein bisschen aufzudrehen. Das wäre mir peinlich, wenn das hier jeder wüsste. 

09

Martin Luther King hat einmal gesagt „I have a Dream!“ Nun das war 1963 und hatte einen ganz anderen Zusammenhang. Aber auch ich haben einen Traum: „Ein Tiny-House“, wie ihr an anderer Stelle hier im Blog lesen könnt. Dazu verkleinern wir uns mehr und mehr auf dann 29 qm. Augenblicklich sitzt meine Liebste daran, alles zu digitalisieren. Fotos, Briefe, Rechnungen und ja – auch Bücher (sofern es die nicht schon digital gibt). Wo vormals volle Bücherregale standen, herrscht jetzt gähnende Leere. Daher haben wir einige Bilder des Tiny-House- Grundstückes an die Wand gehängt. So gesehen gibt es nur noch eines, dass unseren Traum verhindert: Das deutsche Baugesetz, eines der ältesten und umfangreichsten Gesetzestexte, dass in den vergangenen Jahrzehnten nie verändert, sondern nur erweitert wurde. Geht es nach diesem Gesetz, steht Deutschland noch am Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts.

10

Endlich geschafft, die Küchenzeile steht. Da kann ja gleich mal der neue Geschirrspüler angestellt werden. Doch der zeigt einen Fehlercode: „F28“! Davon steht nichts in der beiliegenden Anleitung. Die verweist auf das Internet. Also dort nach dem Fehlercode suchen. „F28 bedeutet Störung!“. Prima, als würde Agatha Christies Detektiv Poirot am Ende des Falles sagen: „Und der Mörder war … ein Mörder!“ Nach halbstündiger Suche verrät mir ein Wissensportal „F28“ bedeute bei einem Geschirrspüler: „Wasser in der Bodenwanne“. Bei einem nagelneuen, noch nie benutzen Geschirrspüler eher unwahrscheinlich, also wird telefonisch der Familienrat einberufen. Die Lösungen der Söhne, reichen von „Ich schau mal nach!“ über „Weiß ich auch nicht:“ und „Ich hätte ja ein anderes Gerät genommen!“ bis „Dann bringt das Dingen doch zurück!“ Sehr hilfreich, von der Seite unserer Töchter, kam da ein ganz einfacher Tipp „Drückt doch mal RESET!“ Was soll ich sagen: „läuft“!

11

Als ich noch jung war, oder wie unsere Kinder sagen würden „Das war doch bestimmt noch vor dem Krieg, oder?“ Nun, es ist in der Tat schon ein wenig länger her, da war meine Citroen 2CV – also meine „Ente“ – mein ein und alles. Heute habe ich kein Auto mehr und wenn ich eines benötige, dann aus der Firma oder als Stadtteilauto. Daher hat mich das Geschenk, mal wieder eine „Ente“ fahren zu dürfen mehr als erfreut. Warum ich das hier schreibe? Nein, ich habe nicht Geburtstag, nur heute Abend hätte die Fahrt in einer 2CV auf den Straßen von Paris sein sollen. Das wäre schön gewesen, aber Corona war dagegen.

12

Wisst ihr noch: Verreisen? Man hat ein paar Dinge eingepackt, meistens zu viele, und ist damit woanders hingefahren. Da gab es dann sogenannte Sehenswürdigkeiten anzugucken, Busse, Taxis und Straßenschilder sahen meistens anders aus als zu Hause, und man konnte tolles Essen probieren. Wenn ihr – wie ich – so etwas früher gerne gemacht habt oder einfach wieder etwas anderes sehen wollt, dann ist das Spiel City Guesser (Stadtschätzer) richtig für euch: Ihr schaut euch kleine Videos an, die jemand auf einer Straße irgendwo auf der Welt gedreht hat. Und dann könnt ihr raten, wo sie aufgenommen wurden. Ich hatte gestern Abend einen Lauf: Viermal nacheinander habe ich die richtige Stadt erknobelt. In der Runde vorgestern lief es nicht so gut. Da bin ich aber immerhin jedes Mal auf dem richtigen Kontinent gelandet.

Mindestens einmal die Woche sehen wir unsere Kinder, die diesen Blog auch lesen, via Zoom-Konferenz. So wissen wir, was unsere Kinder so machen, die inzwischen überall verstreut leben. Und dann fallen mir die „Waltons“ ein, eine Fernsehserie aus den 70er-Jahren, in der sich die Familienmitglieder abends eine „Gute Nacht“ wünschten. Oh, das mache ich jetzt auch mal: So, Kinder: „Gute Nacht nach Bremen, gute Nacht nach Köln, gute Nacht nach Husum, gute Nacht nach Cambridge, gute Nacht nach Freiburg, gute Nacht nach Düsseldorf und gute Nacht nach Münster“. Nun bin ich gespannt, was andere an diesem 12. Mai 2021 so erlebt haben. Dazu verlinke ich meinen Beitrag noch rüber zu Caros Blog „Draußen nur Kännchen“. Caro betreut das Projekt und sammelt allmonatlich als Linkliste die Meldungen anderer Blogger/Innen. Wer sich auch einmal in anderen #12von12 Tagesabläufen umgucken möchte…  die gemeldeten Blogeinträge des 12. Mai 2021 werden hier gesammelt. Abermals Danke an Caro für Deine große Mühe. Im nächsten Monat sitze ich am 12. wieder in der Redaktion und bin gespannt, was ich euch von dort werde berichten können. Also, bis in 4 Wochen. Liebe Grüße, euer “Stresemann”.

Willkommen!

Hier findet ihr Geschichten aus dem Alltag, eben menschlich und ganz normal. Berühmt werden wollen wir mit diesem Blog nicht, sondern euch darüber informieren, was uns ein-, auf- oder überfällt.

Dieser Blog ist ein kleines Experiment, nicht nur dann, wenn er funktioniert, sondern auch dann, wenn er gelesen wird. Wir sagen “Danke” dafür.

Mehr über den Blog und über uns unter: “Das Team dieses Blogs”

Wir lieben Blogs & Podcasts!

Wir gehören dazu:

Your Header Sidebar area is currently empty. Hurry up and add some widgets.

%d Bloggern gefällt das: