Meine “12 von 12” im November 2021

Hallo zusammen, weil mein Herrchen heute irgendwo unterwegs ist, habe ich ihm versprochen, euch in 12 Bildern etwas über diesen Tag zu berichten. Oh, ich vergaß: Gestatten: Emma, Boston-Terrier, vielleicht ein klitzekleines bisschen übergewichtig und vor allem… schlafsüchtig…

Ja, ich gebe es zu. Ich bin der Hund für Menschen, die eine Katzenallergie haben. Zum Kuscheln, knuddeln und „um Gottes willen bloß nicht“ vor die Tür gehen. 90 Minuten…. Maximal. Reicht mir. Aber nicht wenn es regnet. Oder schneit. Oder kalt ist. Kalt geht gar nicht.

Ich nenne ein eigenes Hunde-Sofa mein Eigen und lebe mit Herrchen und Frauchen in friedlicher Eintracht. Solange ich nicht in den Besitz eines Kissens gelange, die ich regelmäßig zerkleinere. Zweimal täglich gibt es Futter. Dreimal am Tag vor die Tür, davon einmal sehr lange. Heute verrate ich euch, wer bei uns im Haus die Chefin ist

Mein Frauchen wurde mal von der Besitzerin eines reinrassigen Schäferhundes abschätzend gefragt, was so alles in mir drin ist? Ihre Antwort: „Ich habe sie noch nicht aufgemacht, aber ich denke das übliche… Herz, Nieren, Leber… Ich bin ein Boston-Terrier, aber kein Rassehund und mein Stammbaum reicht auch nicht Generationen zurück, sondern wurde erst vor einem Jahr in unserer Straße gepflanzt. Meine Mama heißt „Amy“ (Foto: Mitte) und mein Papa „Mozart“ (Bild: Rechts). Jeden Freitag – so wie heute – unternehmen wir alle einen Familienausflug.

Dann habe ich noch zwei Brüder, die aber ganz weit weg wohnen. Nächste Woche ist es ein Jahr her, dass wir drei auf die Welt gekommen sind. Das war ein wildes gemeinsames Geschwisterleben.

Habt ihr schon mal diese verzweifelten Menschen gesehen, die bei diesem Wetter verzweifelt mit einer Plastiktüte durch den Park laufen? Nicht nur durch das Laub fällt es diesen Zeitgenossen oftmals schwer, genau die Stelle zu finden, an der ihr Liebling sein Geschenk für sie abgelegt hat. Ich bin da etwas anders, bleibe neben meinem Haufen sitzen und warte bis sich Herrchen mit diesem entfernt, um gleich darauf an gleicher Stelle ein weiteres Exemplar abzulegen. So bleibt Herrchen immer in Bewegung.

Wenn Herrchen und Frauchen mit mir Gassi gehen, ist es immer ganz toooll. Da gehe ich brav zwischen den beiden und habe mein Herrchen an der Leine. Der ist etwas pflegeleichter und schneller zufrieden zu stellen als Frauchen. Außerdem bekomme ich von ihm eher einige Leckerlis und das geht so: Wenn Herrchen guckt, mach ich die Augenbraue hoch und gucke ganz süß. Dieser Blick funktioniert fast immer. Fast, weil er ab und an meint, ich würde zu dick. Das passiert immer dann, wenn er selbst mal einige Kilo zu viel hat.

Fast jeden Tag treffe ich meine Freunde im Park: Bobby, Henry und Meica. Ab und an auch Bernhard. Der war mal ein Rauhaardackel, bis er völlig seine Silhouette verloren hat. Bernhard hat den Montags-Blues und trottet im Park immer angestrengt hinter Frau Schneider, seinem Frauchen her. Dick wurde Bernhard wegen dieses „Tatort“, das ist etwas aus diesem Schaufenster in unserem Wohnzimmer, das Herrchen immer „Blödes TV“ nennt. Jedenfalls schauen Bernhard und Frau Schneider jeden Sonntag in ritueller Eintracht zusammen. Frau Schneider, weil sie gerne Krimis guckt und Bernhard, weil Frauchen beim Tatort das Gefühl für Zeit, Raum und Futtermenge verliert. 90 Minuten voller Spannung für Frau Schneider und 1,5 Stunden Druckbetankung für den Hund.

Oh nein, jetzt sitzen wir hier beim Tierarzt, weil – wie Frauchen meint – wieder mal eine Entwurmung fällig wäre. Ich verstehe zwar nicht, was das sein soll aber ist auch nicht so schlimm. Stattdessen höre ich Herrchen zu, wie er Frauchen die „Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)“ erklärt. Die GOT ist ein witziges Buch: Alle Preise wurden hoch seriös mit Hilfe eines Würfels ermittelt: Eine allgemeine Untersuchung mit Beratung kostet beim Hund 12,03 Euro, was teurer ist als beim Rind (11,46 Euro) und billiger als beim Pferd (17,18 Euro). Am besten finde ich aber, dass die Erstuntersuchung von Fischen (13,74 Euro) teurer ist als bei Geflügel (2,87 Euro). Vermutlich ist es kompliziert, den Fisch lebend aus dem Wasser zu holen, ihn lebend wieder reinzusetzen und zwischendurch auch noch zu untersuchen, während bei Hühnern pauschal auf gesund entschieden wird, solange sie noch gackern und picken.  

Also wenn ich Hunger habe, dann spiele ich bei Frauchen regelmäßig die „Super-Emma“! Ich folge dann auf „Steh – bleib – Klasse! Sitz – Platz – StehFeini – 270° links – Fuß – Platz – Fuß – Vorsitz – Schritt zur Seite …“. Frauchen ist dann regelmäßig fertig, die Leckerlis sind alle und ich bin erst einmal satt.

Wenn ich mit meiner Mama mal allein zu Hause bin, dann machen wir genau drei Dinge, die für unsere Entwicklung außerordentlich wichtig sind: Chillen, Power-Chillen und Extrem-Chillen.

Leckerlis gibt es auch, wenn wir mal nicht vier Stunden spazieren gehen. Dann setze ich mich neben Frauchen oder Herrchen, reiße meine Augen ganz weit auf und schaue was ihnen für Alternativen einfallen. Und schon habe ich sie. Oft folgt dann etwas zu knabbern. Wenn Frauchen oder Herrchen nämlich mal wieder am Computer sitzen und tun, was auch immer sie da so Wichtiges tun, gibt es gerne mal das ein oder andere Schweineohr. 

Bevor ich es vergesse, muss ich noch einen ganz großen Regen-Pluspunkt zur Sprache bringen. Fotos. Kein Mensch, jedenfalls keiner den ich kenne, kommt bei Regen auf die Idee, Fotos davon zu machen, wie du nass bis auf die Knochen und mit hängenden Ohren, guckst, an welchem triefenden Ast du dein Bein hebst. Aber wenn die Sonne scheint, du nichtsahnend über die Wiese hüpfst und das Leben genießt, geht es gleich wieder los. Dann haben sie direkt wieder irgendwelche Apparate vor dem Gesicht. Andauernd wird man beobachtet oder sogar verfolgt. Jede Bewegung wird dokumentiert und kein Blick bleibt unbemerkt. Plötzlich heißt es nur noch, „Bleib so, warte, warte, guck doch mal, hier, hier ist das Herrchen, nein, nicht herkommen, gucken reicht schon. Ach man, der Blick war gerade so süß und nun guckt er schon wieder weg. Warte, gleich haben wir es. Setz dich doch noch mal auf den Baumstumpf, neben die Blume da, auf den Stein. Warte, nur noch ein mal, ja, Moment. Ach egal, versuchen wir gleich noch mal.“

Gleich stellt Frauchen bestimmt wieder dieses Fernsehen an. Herrchen hat Frauchen mal erzählt, dass Hundebesitzer vermehrt auf Action & Abenteuer stehen, wohingegen Katzenbesitzer in Shows wie „Star Trek Discovery“ gerne einen Blick in die Zukunft werfen. Bei Vogelbesitzern stehen Comedys ganz oben auf der Liste. Wusstet ihr, dass fast die Hälfte aller Hundebesitzer sich umsetzt, damit es ihr Hund es bequemer hat? Ok, ich suche mir auch immer einen Platz, meist zwischen den langgestreckten Beinen von Frauchen. So habe ich alles im Blick und bin sofort am Fernseher, wenn darin ein anderer Hund auftaucht.

So, ich begebe mich für ein kleines Nickerchen nun in mein Körbchen, bevor ich dann später mehrfach durch das Schlafzimmer tapse, was Frauchen überhaupt nicht mag. Beim nächsten Mal lasse ich Herrchen hier wieder erzählen. Danke an Thomas und seinem Blog „Iss’n Rüde“ für die Anregungen zu den Geschichten. Danke an Jens und Nikola für die vielen schönen Bilder von Amy, Emma und Mozart. Frauchen verlinkt diesen Beitrag noch rüber zu Caros Blog „Draußen nur Kännchen“. Caro betreut das Projekt und sammelt allmonatlich als Linkliste die Meldungen anderer Blogger/Innen. Wer sich auch einmal in anderen #12von12 Tagesabläufen umgucken möchte…  die gemeldeten Blogeinträge werden hier gesammelt. Danke Caro für Deine große Mühe.