Meine “12 von 12” im Oktober 2018

Hallo ihr Lieben, so spannend sind meine Tage nun wirklich nicht mehr – finde ich. Aber seht und lest es selbst. Das habe ich heute gemacht. Hier ist mein Tagesablauf vom 12. Oktober 2018.


01 | Der Freitag ist für mich sprichwörtlich der „freie Tag“. Ich arbeite eigentlich nur noch vier Tage die Woche, habe meine Aufgaben auf jüngere Schultern verteilt. Deshalb steht besonders am Freitagvormittag erst einmal der Sport auf dem Programm.

02 | Nach Pilates und Yoga geht es mit dem Fahrrad Richtung „Telgte“ der Ort liegt etwa 14 Kilometer von Münster entfernt.  Das Wetter spielt mit und nein, ich habe kein Fahrrad mit Elektromotor. Allerdings gibt es im Münsterland kaum Steigungen.

03 | Was mich jedes Mal fasziniert, in Telgte gibt es noch eine Telefonzelle. Für die Jüngeren kurz erklärt: Früher gab es in allen Straßen und Orten kleine Häuschen; da war dann so etwas wie ein Handy drin. Nur eben älter. Meistens klemmte das 10-Pfennig-Stück fest, der Telefonhörer war schmierig und vom Telefonbuch fanden sich nur Reste.

04 | Ich mache hier keine Stadtführung mit euch. Obwohl es sich – denke ich – durchaus lohnt. Nein, ich habe kurz vor dem Mittag und damit vor dem Feierabend des Bauamtes einen Termin dort, um herauszufinden, wie die Stadtverwaltung zum Bau von Alternativhäusern steht. Ja, vielleicht geht es in zwei bis drei Jahren für uns in Richtung Telgte.

05 | Anruf aus dem Büro, die Kolleginnen informieren mich, dass der Hausmeister da sei und heute nachmittag eine Art „chemische Bio-Stinkbombe“ im Büro loslassen wolle. Die Damen hatten sich beschwert, dass der neue Teppichboden in den Büroräumen immer noch ausdünstet und so hatte ich den Hausmeister um Abhilfe gebeten.

06 | Na, das ging ja flott im Rathaus. Also alles recht unkompliziert. Gebraucht wird ein vernünftiger Bauplan und dann wollen die Verantwortlichen sich das mal anschauen. So, nun ab zum Mittagessen in das Café Clemens. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes „Inklusions-Café“. Behinderte und nicht behinderte Menschen arbeiten Hand in Hand und das Essen wird mit viel Liebe gekocht.

07 | Telgte hat ein großes psychiatrisches Fachkrankenhaus. Irgendwie spiegelt sich das auch im Ort wieder. Hier gibt es nämlich drei verschiedene Einwohnergruppen: die Therapierten, die Nicht-Therapierten und die Therapeuten. Jedenfalls ist das sehr offensichtlich, da sich in jeder Straße des Örtchens mindestens ein oder zwei psychologische Praxen befinden.

08 | Erneuter Anruf aus dem Büro, man könne sich nicht entscheiden, der Hausmeister hätte zwei Sorten dieser „Bio-Bomben“. Geruchsrichtung „Zitrone-Aprilfrische“ oder „Apfel-Cranberry“. Egal was ich vorschlagen werde, das Büro wird danach nicht mehr so sein, wie es war. Ich empfehle den Damen, sich das alles noch einmal genau zu überlegen. So stark würde der neue Teppichboden ja nun auch nicht riechen.

09 | Da hatte der letzte Stadtausrufer in Telgte wohl ganz andere Sorgen. Vor dem früheren Rathaus steht heute auf dem Marktplatz eine Bronzefigur von ihm. In Amtstracht und mit einem Bekanntmachungspapier in der Hand. Der Ausrufer von Telgte war das letzte lebende Kommunikationsmedium, das täglich die Stadtbewohner mit Stimme und Glocke über aktuelle Neuigkeiten unterrichtete. Bei dieser bronzenen Vollplastik handelt es sich um eines von zehn Kunstwerken, die Prof. Jörg Heydemann für die Stadt Telgte geschaffen hat.

10 | Das Büro ist wieder am Telefon. Die Damen haben abgestimmt und man habe sich mehrheitlich für „Apfel-Cranberry“ entschieden, weil es nach der Anwendung mit „Zitrone-Aprilfrische“ doch eher wie bei Sanifair riechen könnte. Die Räume müssten aber über das Wochenende geschlossen bleiben. Der Hausmeister wolle jetzt loslegen und so ginge es nun in den Feierabend.

11 | Nun geht es zurück. Noch ein letzter Blick: 1920 heißt es in einem Bericht über Telgte: „Ein liebliches, trautes Städtchen, man empfindet es immer wieder von neuem, ist Telgte. Es hat zwar infolge der Wallfahrt einen regen Verkehr, doch fühlt man, dass hier das Leben noch von der unruhigen und hastenden Zeit verschont geblieben ist.“ Stimmt, der Ort ist sehr ruhig, fast zu ruhig.

12 | Wieder zu Hause. Ach ja ich vergass. Wollte euch immer noch mal erklären, warum es hier so viele Fahrräder gibt. Versprochen, mache ich noch! Werde nun einen schönen Abend geniessen. Apropos geniessen: War eben noch kurz im Büro. Es riecht dort jetzt nach einer Mischung aus Mäusespeck und Kaugummi. Ich glaube, ich bleibe am Montag zu Hause.

Das waren meine 12 Bilder vom 12-ten Oktober 2018. Es war wieder eine echte Herausforderung. Danke, dass ihr mich auch heute wieder durch den Tag begleitet habt. Nun bin ich gespannt, was andere am 12. Oktober so erlebt haben. Dazu verlinke ich meinen Beitrag noch rüber zu Caros Blog „Draußen nur Kännchen“. Caro betreut das Projekt schon seit einigen Jahren (Ich habe schon geschaut, aber nicht herausgefunden seit wann) und sammelt allmonatlich als Linkliste die Meldungen anderer Blogger/Innen. Ob es wieder über 100 werden? Oh, ich werde viele lesen. Bis dann und liebe Grüße.

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