Ganz normal

Meine Tochter Traktoria

Der unsägliche Schlager „Monja“ darf als Mädchenname weiterleben: Das Landgericht Hagen rettete dieses alte Kulturgut, in dem es „Monja“ als gebräuchliche Abkürzung des russischen Vornamens „Salomonja“ identifizierte.

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Auch „Timpe“ hat die gerichtliche Stellung als männlicher Vorname vom Oberlandesgericht Hamburg bekommen, frei nach den Gebrüdern Grimm. Ebenso durften Eltern ihren Sohn „Winnetou“ taufen, das Landgericht Darmstadt hat‘s erlaubt, ungeachtet der Tatsache, dass Carl Zuckmeyer seiner Tochter diesen Namen gab.

Nachdem sich in den letzten Jahren die Meldungen häuften, in denen Eltern ihre männlichen Säuglinge mit so kuriosen Namen wie „Domestos“, “Wat‘ nu“, “Campari” oder “Pepsi-Cola” taufen wollten, zeichnet sich jetzt zu Recht dasselbe bei den Mädchennamen ab.

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Die Stadt Essen genehmigte 2014 weibliche Vornamen wie „Milka“ oder „Imperial-Purity“. In Nürnberg genehmigte das Standesamt die fränkische Version des Namens „Jacqueline“, also „Schaklyn“. „Fanta“ steht für sich allein, allerdings nur als Mädchenname. Namen wie „Momie“ und “Orion” werden allerdings vorher von den Standesämtern auf die genaue Herkunft überprüft.

Standesämter und Gerichte wehrten sich – die Kinder werden es ihnen danken – gegen folgende Vornamen: „Trakatora“ für eine Tochter, „Justin-Phillippe-Grammophon“ für einen Sohn oder „Elektron“, „Energia“, „Industria“, „Spock“, „Kain“ oder „Judas“. Tatsache ist, dass die Eltern bei Eigenneuschöpfungen das gewisse Maß Feingefühl nicht fehlen lassen. So geben zum Beispiel Namen , wie „Synthese“, „Kombüse“ oder „Kantine“ bereits Aufschluss über die spätere berufliche Laufbahn des Babys.

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Vor einigen Monaten tauchte auf der Website des Dresdner Diakonissenkrankenhauses ein merkwürdiger Name in der Babygalerie auf. Da stand zwischen Aurelia und Bruno plötzlich ein kleiner “Sturmhorst Siegbald Torsten”. Schnell stürzten sich Twitter-User auf den Namen des Babys, befürchteten der Junge könnte später gemobbt werden. Die Klinik klärte dann später auf, dass ihnen bei dem Namen ein Fehler unterlaufen wäre. Der Name wäre nicht “Sturmhorst”, sondern “SturmHART”.

Na dann…

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Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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