Nachts im Zoo

„Tiere – Lichter – Zauber“ lautet das Motto jener Abendveranstaltung, die alljährlich mit einem tierisch-nahem Einblick in die Arbeit mit Zootieren, umfangreichem Kinderprogramm und künstlerischen Shows in den stimmungsvoll illuminierten Allwetterzoo Münster einlädt. Doch mit den Tieren ist das so eine Sache.

Um es gleich zu verraten. Ich bin ein absoluter Zoo-Fan und freue mich darüber, dass unser städtischer Zoo sich jedes Jahr etwas ausdenkt, um Zuschauer anzulocken und so Geld für die Haltung und Pflege der Tiere zu erhalten. Allerdings ist mir bei der nächtlichen Veranstaltung „Eine Nacht im Zoo“ nicht ganz geläufig, was die Tiere damit zu tun haben.

MV20170819-211032JMT-5828bDie Erdmännchen beispielsweise, hatten bei Beginn der Zoo-Nacht bereits „Feierabend“, schliefen irgendwo unter der Erde, waren somit einfach schon mal weg. Selbst den Greifvögeln in ihrer riesigen Außen-Voliere waren durch Besucher keine Geräusche zu entlocken. Weiß der Geier, was die Menschen um diese späte Zeit noch wollten.

In der Reithalle des – im Zoo gelegenen Pferdemuseums – gab es verschiedenste Pferde zu bewundern. Also, sofern es sich im Dunkeln erkennen ließ. Da war zum Beispiel das kleine Pferd Hardy, Stockmass so bei 1 Meter 10, dass während seiner Darbietung eine farbenfrohe Christbaumbeleuchtung trug. Fröhlich drehte es in der dunklen Halle seine Runden.

Was den „Lichter und Zauber“ der „Nacht im Zoo“ anging, waren Darth Vader und seine Film-Kumpels aus dem Epos „Star Wars“ als Walking Acts im Zoo unterwegs. Dazu kamen Mitglieder einer Clowngruppe, die ihre Runden drehten. Elefantenbulle Alexander stand im hintersten Winkel seines Freigeheges, weil seine fünf Elefantendamen irgendwohin ausquartiert waren. Im Elefantenhaus informierten nämlich die Pfleger die Besucher über die Angewohnheiten der Dickhäuter.

Alexander-bei-Nachts-im-ZooIn der Reithalle probierte derweil Hardy Drehübungen und Abbremsen aus. Ich hätte ihm und uns zusätzlich ein Rückwärts- oder ein Bremslicht gewünscht. So musste ich doch ein wenig in Deckung gehen, als der laufende Christbaum auf mich zugeschossen kam. Draußen diskutierten junge Familienväter darüber, ob der große Zoo-Spielplatz denn nicht für diese Nacht beleuchtet werden könne. Andererseits sahen einige Väter nicht danach aus, dass sie ihre Blagen so kurz vor Mitternacht überhaupt noch auf die Schaukel bringen werden. Die zog es auch mehr in die Spinnen-Ausstellung, um einige Spinnen-Exemplare außerhalb des Glaskastens zu bewundern.

Es gab viel Leben im Zoo in dieser Nacht. Mehr vor als in den Käfigen. Von den Gorillas keine Spur, dafür aber von Spinnen. Und wie heißt es doch so schön: „Spinnen am Abend, erquickend und labend!“ Na dann, bis zum nächsten Jahr.

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