“Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken”

Das menschliche Handeln beeinflusst die Umwelt maßgeblich. Der ökonomisch privilegierte Globale Norden folgt weitestgehend der Auffassung, keine andere Option als die des Wachstums zu haben. Doch Wachstum ist endlich, Prozesse sind aus dem Gleichgewicht geraten, bauen auf sozialer Ungleichheit und einer Ausbeutung der Natur/Umwelt auf. Dies macht es erforderlich, bestehende Pfade zu verlassen, sich bewusst von angewöhnten und als selbstverständlich betrachteten Maximen zu lösen und den Glaubenssatz vom Immer-mehr und Immer-weiter zur Diskussion zu stellen.

Das Versprechen von Glück ist nicht allein durch Wohlstand und das stetige Wachstum von Kapital einlösbar. Es gilt, das bisher Gültige zu überdenken und im Sinne einer Gemeinschaft zu handeln. Was kann an die Stelle bisheriger Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle treten? Wie kann Verzicht zu einer zukunftsfähigen Routine werden? Welche regionalen und globalen Maßstäbe können Konsum ressourcen- und klimafreundlich neu definieren und welche neuen Ideen im Sinne eines schöpferischen Einfallsreichtums in die Gesellschaft eingebracht werden? Können wir neue Ziele des Zusammenlebens imaginieren, individuell und gemeinsam unsere Gewohnheiten ändern und handeln?

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Die Gruppenausstellung „Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken“ setzt an beim Zustand unserer Umwelt und den momentanen gesellschaftlichen Verhältnissen. Angesichts einander bedingender Ereignisse und Phänomene wie sozialer Ungleichheit, Klimaveränderungen, Krankheit, Krieg, Flucht und Fremdenhass nimmt sie eine weltweit eingetretene Orientierungs- und Hilflosigkeit zum Anlass, mit künstlerischen Mitteln konkrete Visionen als auch Utopien für eine Gesellschaft jenseits von Wachstumsmaximen aufzuzeigen und zu erforschen. Die Unmöglichkeit vor Augen eine einzige Lösung zu bieten, wird dieses Vakuum zu einem Raum für ein sowohl kritisch-reales als auch lustvoll-fantastisches Nachdenken über mögliche Zukunftsszenarien.

„Nimmersatt?“ erstreckt sich über drei Institutionen in Münster: die Kunsthalle Münster, das LWL-Museum für Kunst und Kultur und den Westfälischen Kunstverein. An allen drei Schauplätzen begegnen Künstler:innen dem nahenden Kollaps dominanter Gesellschaftssysteme mit unterschiedlichen künstlerischen Medien und Ansätzen. Neben einer Reihe von Leihgaben präsentieren die Häuser mehrere Neuproduktionen, die im Dialog entstehen und erstmals gezeigt werden.

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Als Kooperation der Kunsthalle Münster, des LWL-Museums für Kunst und Kultur sowie des Westfälischen Kunstvereins erstreckt sich „Nimmersatt?“ über drei Institutionen. Die Ausstellung thematisiert, wie menschliches Handeln und andauerndes Wachstum das Zusammenleben und die Umwelt verändern. Die künstlerischen Arbeiten bieten Raum für ein Nachdenken über die Gegenwart und mögliche Zukunftsszenarien. Der Eröffnungstag findet am Freitag (26.11.) ab 16 Uhr in den drei Orten mit verschiedenen Gesprächen statt. 

Die Teilhabe der Künstler:innen an der Gesellschaft besteht unter anderem darin, dass sie Zustände sichtbar machen und Visionen entwickeln. Die künstlerischen Arbeiten der Ausstellung nehmen Bezug zu aktuellen Krisen, sozialer Ungleichheit, Klimaveränderung, Krankheit, Krieg, Fluchtbewegungen, Fremdenhass und damit einhergehenden Entwicklungen.

“Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken”

Eine Kooperation der Kunsthalle Münster, des LWL-Museums für Kunst und Kultur und des Westfälischen Kunstvereins

27. November 2021 bis 27. Februar 2022

LWL Museum für Kunst & Kultur Münster Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Freiherr-vom-Stein-Platz 1, 48147 Münster

Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag 10 bis 18 Uhr
Am zweiten Freitag im Monat 10 – 24 Uhr (bei freiem Eintritt ab 18 Uhr)

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