Probleme mit dem Auto

Wer heute ein Fahrzeug versichern möchte, muss sich auf einen ganzen Fragenkatalog gefasst machen, um seinen Beitrag zu erfahren. So ein Gespräch mit dem Kunden kann manchmal ganz schön schwierig werden.

„Wie hoch ist Ihre jährliche Fahrleistung?“ fragte die gutfrisierte junge Blondi­ne von der ,Sorglos-AG‘, die meinen Versicherungsbeitrag berechnete. „Bisher bin ich mit dem Auto noch keinen Me­ter gefahren“, erklärte ich. „Es steht noch beim Händler, ohne Nummernschild.“

auffuhrung-auftritt-auspuff-207505Die Gutfrisierte lächelte nachsichtig. „Ich meine natür­lich, wie viele Kilometer Sie in Zukunft jährlich fahren werden“, gurrte sie sanft und zuvorkommend. „Mehr als 9 000 km?“ „9 000 km? Nein“, sagte ich entschieden, „so viel kommen bestimmt nicht zusammen. – Das heißt, wenn ich es mir recht überlege, sind 9000 km ja eigentlich doch nicht so viel. . .“ „25 000?“ schlug Fräulein Sorglos vor. „Gott bewahre!“ rief ich. „Das ist ja von hier bis Au­stralien!“

„Na schön“, lenkte sie ein, „wie wär’s mit 18 000?“ „Nein, nein“, antwortete ich, „damit komme ich ja im­mer noch bis in die Südsee. Aber ich will Ihnen entgegen­kommen und biete 11 000.“ Sie schüttelte den Kopf und lächelte nicht mehr. „16 500!“ „11 750!“ setzte ich dagegen.­ „14 999, das ist wirklich mein letztes Angebot!“ „Sehr großzügig“, versetzte .ich sarkastisch, „aber mit mehr als 12 200 brauchen Sie mir gar nicht erst zu kom­men!“

„Beim besten Willen, mein Herr!“ rief sie empört. „Unter 14 100 gehe ich nicht, niemals!“ Wir einigten uns schließlich bei 13 479,5 km und schlossen den Handel mit einem Hand­schlag ab.

auto-gangschaltung-getriebe-7599„Wo befindet sich der nächtliche Abstellplatz des Fahrzeugs?“ lautete die näch­ste Frage, während sie ihre Frisur zu richten versuchte, die ein wenig gelitten hatte. „Es steht noch auf dem Hof des Händlers“, antwortete ich wahrheitsgemäß, aber die Sorglose reagierte säuerlich. „Ich rede von der Zukunft, mein Herr“, entgegnete sie mit schneidender Stimme, „Garage oder Laterne?“ „Auffahrt.“ Sie räusperte sich und no­tierte. „Wer fährt das Fahrzeug?“ „Niemand.“ „Wie bitte?“ fragte sie ge­dehnt. „Das sagte ich doch schon“, entgegnete ich. „Es hat noch kein Nummern­schild und steht beim Händ­ler.“ Weiter kam ich nicht, denn sie verlor nun die Geduld mit mir. Ihre langnageligen Fin­ger krallten sich in die Schreibunterlage und ihre Au­gen funkelten wütend. Nur mühsam hielt sie sich zurück.

„Ich muss natürlich wis­sen“, kreischte sie, „wer die­ses fossile Fahrzeug durch die Straßen lenken wird, wenn es zugelassen ist!“ „Meine Frau und ich.“ „Na endlich!“ Sie fuhr sich mit der linken Hand durch die Reste ihrer Frisur. „Wie nutzen Sie das Fahr­zeug, privat oder geschäft­lich?“ „Gar nicht natürlich.“ „Waaaas?“ Ihr Blick durch­bohrte mich. Ich war etwas überrascht von ihrer offenba­ren Begriffsstutzigkeit, aber geduldig erklärte ich es ihr noch einmal: „Ich kann das Auto doch nicht nutzen, denn es steht noch beim Händler, ohne Nummernschild.“

audi-auto-fahren-8639Mit einem heiseren Aufschrei wollte die Blondine sich auf mich stürzen aber beim Aufspringen rutschte ihr das Haarteil über die Augen und sie verlor die Orientierung. Plötzlich griff sie sich ans Herz, sank auf ihren Stuhl zurück und brach die diplomatischen Beziehungen zu mir endgültig ab. – Schade. Ich hätte zu gern meine Versicherungsbeiträge erfahren.

1
Hinterlasse einen Kommentar

Danke für deinen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Fred Lang

Wenn die Blondine bei ihren Fragen immer das Wort „werden“ benutzt hätte, ja dann …