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Über das “junge Gemüse”

Eigentlich dreht sich das ganze Leben um das Gemüse. Gerade im Umgang mit jungem Gemüse sieht so mancher Zeitgenosse ganz schön verwelkt aus.

Ob eigener Garten oder nicht: Es gibt Gemüse, das bereitet das ganze Jahr über viel Freude und natürlich Arbeit. Denken Sie nur an den Spinat, der sich hervorragend für Machtproben eignet, da gerade junges Gemüse dadurch eine reelle Chance erhält, auch mal zu gewinnen. Zudem sorgt der Spinat für eine gesunde Farbe des Nachwuchses, nicht nur der Haut, sondern auch der Kleidung von Eltern und Kind.

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Dann wäre da noch etwas über den Kohl zu berichten, der – vom jungen Gemüse im Übermaß genossen – dank dadurch entstehender Luftströmungen bei ihm und leider auch bei den Eltern – Schlafstörungen hervorruft. Spätestens dann, wenn diese kleinen Teufel ausprobieren, ob der Sandkasten vom nahen Spielplatz auch in das heimische Wohnzimmer passt, ist es Zeit ihnen zu erklären, dass Erbsen nicht als Murmeln auf dem Küchenfußboden Verwendung finden sollten.

Die Schulzeit ist für das junge Gemüse eine wirklich schlimme Zeit. Offenbart sie doch die Dummheit der Eltern: “Wie viel sind zwei Karotten und zwei Karotten? Das hatten wir doch schon gestern!” “Is nich wahr, das warn Tomaten!” Und irgendwann einmal entdeckt das junge Gemüse, dass es ja auch noch jemanden anderen gibt, als diese Zwiebeln zu Hause. “Du sag mal, dieser Tobias – ist das nicht dein neuer Freund?” “Was, der mit der Knollennase und den Blumenkohlohren? Igitt!” Natürlich wird diesen Kürbissen von Eltern nicht verraten, dass es da längst einen anderen gibt, für den es sich lohnt, täglich eine Gesichtsmaske aus Sauerkraut und Radieschen aufzulegen. Aber das interessiert den angehimmelten Spargeltarzan aus dem Nebenhaus nicht die Bohne. Der steckt seine Rübe lieber Tag und Nacht in den Computer. Tja, es ist schon schwer mit diesem jungen Gemüse. Die wissen einfach nicht, was sie wollen. Raus aus den Kartoffeln, rein in die Kartoffeln. Und wir Eltern können zusehen, wie wir diesen Salat geregelt kriegen.

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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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Berühmt werden will ich mit diesem Blog nicht. Ich mache nur etwas, was viele andere noch besser und wunderbarer tun als ich: Ich teile mich mit, über das, was mir auffällt, einfällt und überfällt.

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