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Vor dem Wegwerfen bitte kopieren!

Es mag wohl eine menschliche Schwäche sein, unbedingt alles schwarz auf weiß besitzen zu müssen. Im Zeitalter des papierlosen Büros wollen sich die Vorsätze unbedingt Papier zu sparen einfach nicht durchsetzen.

Was machen Sie da? – Das ist für die Akte. – Und was machen Sie mit der Akte? – Die stelle ich ins Archiv. Es könnte ja sein, dass es noch hundert Leute lesen wollen. Aber meistens liegt es so lange in der Akte, bis es irgendwann vernichtet wird. Und das in dieser modernen Zeit, in der möglichst alles digitalisiert werden sollte. Denn Akten sind in modernen Büros kaum zu gebrauchen, schon weil moderne Schreibtische um ca. 25 Prozent kleiner sind, als noch vor 10 Jahren. Grund ist der zunehmende PC-Einsatz, auf deren Bildschirme mehr und mehr Dokumente digital zu finden sind.

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Doch die Realität hat die Planungen so mancher Arbeitgeber über den sprichwörtlichen Papierhaufen geworfen. Was auf der einen Seite an Papier gespart wird, wird auf der anderen Seite gleich Paketweise wieder ausgedruckt. Mehr und mehr Bücher, Beschreibungen oder Gesetzestexte stehen digital zur Verfügung. Wenn der Nutzer allerdings etwas daraus lesen will, klickt er immer noch viel zu oft auf die „Print“-Taste.

Nach Angaben des WWF verbraucht Deutschland so viel Papier wie die Kontinente Afrika und Südamerika zusammen. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Papier in Deutschland steigt wieder kontinuierlich und wird mit 253 Kilogramm (2017) nur von wenigen Ländern der Erde übertroffen. „Wir Deutschen verbrauchen jedes Jahr allein 20 Millionen Tonnen Papier“, sagt Philipp Göltenboth, Leiter des Waldprogramms beim WWF Deutschland. Der wieder erhöhte Verbrauch an Druckerpapier ist da noch ein geringerer Teil.

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Hinzu kommen  in deutschen Haushalten jährlich ungefähr sieben Milliarden Papier-Küchenrollen. „Papier sparen und Wald schützen ist einfach“, erläutert WWF-Papierexperte Johannes Zahnen. „Wir könnten bundesweit jedes Jahr sechs Milliarden Pappbecher sparen, wenn wir unseren Kaffee unterwegs aus einer Tasse trinken würden. Das sind rund eine halbe Million Bäume, die nicht gefällt werden müssten.“ Über 200 Kilo Papier, Pappe und Karton verbraucht jeder Deutsche im Jahr – möglich macht es die Eukalyptusplantage, die in Südamerika, Afrika oder Asien tropische Wälder verdrängt.

So kommt die WWF zum Ergebnis, dass der Computer anfangs den Papierverbrauch gesenkt, mit der zunehmenden Technisierung ihn aber nun wieder erhöht hat. Und zwar so viel, dass  sich täglich das Saarland damit bedecken lässt. Wöchentlich bedrucken wir Papier aus so viel Holz, wie es im Teutoburger Wald zu finden wäre.

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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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