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Was machen Sie so beruflich?

Offensichtlich trägt eine Berufsbezeichnung nicht immer etwas zur Aufklärung über die eigentliche Tätigkeit bei. Und einige klingen schlimmer und kostspieliger, als sie es sind. Was ein “Schürzenjäger” ist, wissen Sie. Bei einem “Sexer” dürfte es da schon schwieriger werden.

Ich habe es schon immer gewusst: Mein Nachbar ist ein Spinner! Er behauptete es sogar gestern selbst. Immerhin hat er es in den letzten vier Jahren vom Vorspinner zum Feinspinner gebracht. Vielleicht erklärt das einiges, wenn ich Ihnen verrate, dass er in einer Spinnerei für edle Seidenstoffe beschäftigt ist. Auch so manche andere Berufsbezeichnung führt zu Verwirrungen. Wissen Sie zum Beispiel, was ein “Zwicker” ist? Ganz einfach: Ein Schuhwarenhersteller! Und dann gibt es da noch den “Landeskonservator”, der nicht etwas Land konserviert, sondern die wissenschaftliche und technische Betreuung der Denkmalbehörden bei der Unterhaltung und Pflege der Baudenkmäler und beweglichen Denkmäler gewährleistet.

Aha! Ist doch eine relativ einfache Erklärung, nicht? Ok, nächste Hürde: In welche Berufsgruppe stuft man beispielsweise einen “Harmoniearbeiter” bei der Zahlung des Arbeitslosengeldes ein?  Natürlich bei den “Flachglasmachern”! Darauf kommen die Sachbearbeiter bei der Bundesagentur für Arbeit allerdings erst nach der Lektüre des Verzeichnisses zur Klassifizierung der Berufe. Darin befinden sich 25.800 Berufsbezeichnungen vom “Abt” bis zum “Zoowärter”, doch manchmal hilft auch dieses Buch nichts. Neulich meldete sich in der Bundesagentur für Arbeit in Köln ein “Sexer”. Erst nach langer Diskussion stellte sich heraus, dass der Herr einen ziemlich unerotischen Beruf ausübt. Er ist nämlich Geflügelzüchter, der Küken sortiert. Etwas ganz anderes hingegen ist der “Jahrgangsverwalter”, der bei der Deutschen Rentenversicherung die Daten der Versicherten verwaltet.

Bleiben Sie bitte ganz ruhig, falls Ihr Sohn Ihnen offenbaren sollte, etwa “Plünderer” oder “Zuschläger” werden zu wollen. Es hilft dann wirklich nichts darüber nachzudenken, woher er denn diese brutale Veranlagung hat. Ein “Plünderer” ist nämlich die einfache Bezeichnung für den Beruf eines Instandhaltungs-Bergmannes. Und beim “Zuschläger” handelt es sich eigentlich schon um einen ausgestorbenen Beruf, nämlich dem des Schmiedehelfers.

Und dann gibt es da noch die Berufsbezeichnungen, die wurden irgendwann und irgendwo erfunden, um die Tätigkeit einer Person besser zu beschreiben. So gibt es in einem Berliner Ministerium eine Frau “Gleitzeit”, die die Zeitkorrekturen der Arbeitszeiten der Beamten vornimmt. Bis heute habe ich aber noch keine Antwort der Landwirtschaftskammer erhalten, was denn der Unterschied sei, zwischen einem “Lehrschweinemeister” und einem “Schweinelehrmeister”.

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