Was so alles geklaut wird

Zum Lachen ist es eigentlich nicht, dass bei uns alle drei Minuten ein Diebstahl registriert wird. Aber manchmal fragt man sich doch, was die Täter eigentlich mit ihrer Beute anfangen wollen.

Schon drei Mal war über Nacht das Ortseingangsschild weg. Zuletzt fürchteten die Bürger, der Ort sei klammheimlich von der Landkarte verschwunden. Aber nein, es waren nur Diebe, die sich wohl ein Original-Ortseingangsschild in Partykeller oder Garten stellen wollten. “Den kleinen, eigentlich harmlosen, Einbrecher”, so die Kriminalpolizei, “gibt es fast nicht mehr. Heutzutage wird geklaut, um Rauschgiftsucht zu finanzieren oder um das ganz große Ding zu drehen.“

Sprichwörtlich in die Hose ging das große Ding eines Ganoven in Köln. Er stahl dort aus einem Einzelhandelsgeschäft drei edle Herrenhosen. Die Beinkleider waren wegen eines Materialfehlers vom Geschäftsinhaber zur Rückgabe an den Hersteller deponiert worden. Bei der Anprobe dürften sie daher dem Langfinger auseinander gefallen sein. Einem Nachtdienst fiel jemand auf, der 200 Osterglocken aus der Parkanlage gepflückt hatte, Der Mann kam in Gewahrsam und die Blumen gingen an ein Seniorenheim. Ob jetzt jeden Tag ein Polizist die Blumen in der Parkanlage durch zählt?

Bewundernswert aber nicht neu ist übrigens, was sich ein Gauner in Stuttgart hat einfallen lassen, um sich einen guten Tropfen zu gönnen. Er ging dazu einfach in einen Supermarkt, nahm seine Lieblingssorte Whisky aus dem Regal, betätigte den Schraubverschluss und nahm einen kräftigen Schluck. Danach verschloss er die Flasche wieder und stellte sie zurück ins Regal. Ganz andere Anstrengungen überführten einen Einbrecher in Dortmund. Er unterzog seine Beute, echter-westfälischer Landkorn, am Ort der Tat einem spontanen Qualitätstest. Bei einem Pegel von 4,0 Promille fielen dem armen Kerl die Augen zu. Erst nach tagelanger Ausnüchterung war er vernehmungsfähig.

Samowar_by_Harald Gebel_pixelio.de Das Foto des Samowar stammt von: Harald Gebel / pixelio.de

Ja und dann haben wir noch die Geschichte von einem Samowar (siehe Bild zu diesem Beitrag), der aus einem Einfamilienhaus entwendet wurde. Der Samowar war jedoch ein äußerst billiges Stück: Made in Taiwan. Das muss auch der Einbrecher gemerkt haben. Fünf Tage später lag das Ding wieder im Vorgarten des Bestohlenen.

Nirgendwo vollzieht sich das Scheitern so tragikomisch, wie beim Kampf der kleinen Ganoven mit ihrem übermächtigsten Gegner, der eigenen Dummheit. Ebenfalls bei einem Einbruch ließen die Täter neben dem Schraubenzieher einen Notizzettel und zwei Lichtbilder zurück. Der Polizei gelang dadurch die umgehende Festnahme der Ganoven. In ihrer Behausung waren sie gerade dabei, die Beute zu verteilen. Überhaupt liest sich mancher Kriminalbericht wie die Sammlung menschlicher Unzulänglichkeit: Da fällt ein 29-jähriger Altkleiderdieb beim Beutezug kopfüber in den Container und bleibt liegen, Einbrecher, die Konzertkarten klauen – und hingehen, verlorene Zahnprothesen beim Einbruch, liegen gelassene Postsparbücher des Langfingers am Tatort und ..

…es sind schon mal Dessous von einer Wäscheleine vom Balkon entwendet worden. Falls Ihnen also ein Einbrecher in Damenunterwäsche begegnen sollte – erschrecken Sie nicht!

Danke für deinen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.