Stresemanns Ganz normal

Wenn ein Pferd Ferrari fährt

Woher kommt eigentlich das Pferd im Wappen von Nordrhein-Westfalen?

Lang, lang ist es her, dass der Schimmel zum Westfalenross wurde. Mittelalterliche Legenden erzählen, dass der streitbare Sachsenherzog Widukind beim Friedensschluss mit Karl dem Großen sein schwarzes Wappenpferd gegen einen Schimmel tauschte. Als Zeichen seiner Bekehrung zum christlichen Glauben. Damals gehörten Niedersachsen und Westfalen noch zusammen. Erst 1180 wurde Westfalen als Herzogtum unter der Führung der Kölner Erzbischofe eigenständig. Das weiße Pferd wurde Wappentier des Herzogtums. So konnten die Erzbischöfe ihren rechtmäßigen Rechtsanspruch über das Herzogtum demonstrieren.

Vom Sachsen- zum Westfalen-Ross

Bis 1803 blieb das weiße Pferd Teil des kurkölnischen Wappens, wurde dann 1817 Teil des preußischen Wappens der Provinz Westfalen. Mit Erlass des preußischen Staatsministeriums aus dem Jahre 1881 wurde im Namen seiner Majestät bestimmt, dass die Provinz Westfalen ein Wappen führen dürfe: das weiße, steigende Westfalenross mit lockiger Mähne und hochgeschlagenem Schweif. Aus dem ehemaligen Sachsenross war das Westfalenross geworden. Aber auch das Sachsenross hat als Wappentier nicht ausgedient.

Beide existieren heute nebeneinander, ihr gemeinsamer Ursprung ist unverkennbar. Wichtig aber sind die kleinen, „haarfeinen“ Unterschiede. Denn das Sachsenross ist steigend, nicht springend wie das Westfalenross. Der Schweif des Westfalenross ist hocherhoben, wohingegen das Sachsenross den Schweif senkt. Während des 19. und 20. Jahrhunderts war das Westfalenross bei der westfälischen Bevölkerung so beliebt, dass es als Emblem für zahlreiche Vereine und Verbände Verwendung fand.

Welche Farbe hat das Pferd denn nun?

Eine weitere Ehrung für das Westfalenross: Nach der Vereinigung des nördlichen Teils der Rheinprovinz zum Land NRW wurde es in das neue Landeswappen übernommen. Auch außerhalb der Politik sind die Westfalen dem Pferd treu geblieben. Aus dem Arbeitstier von damals ist ein Freizeitpartner geworden.

Eine Posse um zwei Rosse

Streitigkeiten, wem die Idee mit dem Pferd gehört, geistern immer wieder durch die Medien. So hat ein Dortmunder Unternehmer eine Verwechslungsgefahr zwischen dem schwarzen Ferrari-Markenzeichen und dem weißen Pferd, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe im Logo trägt, erkannt und angemahnt. „Eine Posse um zwei Rosse“ titelte daraufhin eine Münsteraner Lokalzeitung, denn die Verantwortlichen beim Landschaftsverband sehen durchaus keinen Handlungsbedarf. Ferrari hingegen ist nicht sonderlich zimperlich, was das Erstreiten alleiniger Rechte am schwarzen Pferd angeht. Erst jüngst verbot die italienische Firma einen Juwelier per Gerichtsurteil, weiterhin Schmuckanhänger mit dem Rassehengst herzustellen. Ob Unikat oder Plagiat, dem Pferd ist es ohnehin egal.

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