Wer weiß denn sowas?

Heute ist der “Tag der Weisheiten”!

Heute ist der „Tag der Weisheiten“! Also ich finde den jetzt nicht so besonders, denn Tag für Tag geben irgendwelche bekannte und unbekannte Persönlichkeiten sowieso ihre Weisheiten von sich. Was soll das denn dann noch bringen, einen Tag auch für diese Weisheiten einzuführen?

Dann stelle ich mir schon eher die Frage: „Wer weiß das denn noch?“ Mit zunehmenden Alter fällt es mir schwer, mich an Weisheiten oder Dinge zu erinnern. Das ist dann, als hätte ich ein Brett vor dem Kopf. Da haben wir es doch schon, von wegen „Weisheiten“! Woher kommt dieses Sprichwort „Ein Brett vor dem Kopf haben“ eigentlich her?

Was bedeutet eigentlich der Ausdruck “Ein Brett vor dem Kopf haben”?

Aus der mittelalterlichen Landwirtschaft. Störrische Ochsen wurden ,,mit einem vor die Augen hängenden Brettlein geblendet“, heißt es im ,,Schauplatz der natürlichen Merkwürdigkeiten“ von 1699. Da ,,Ochse“ schon damals als Schimpfwort für Dumme stand, wurde das ,,Brett vorm Kopf“ zum Sinnbild für geistige Schwerfälligkeit.

Gegen geistige Schwerfälligkeit sollten wir was tun! Findet ihr nicht? Hier sind Weisheiten, die ihr vielleicht nicht mehr oder noch wisst:

Was bedeutet “Brat mir einer ‘nen Storch”?

Weil die Menschen im 16. Jahrhundert Spott mit der biblischen Vorschrift trieben, die das Verspeisen von Störchen verbietet. Der gebratene Storch wurde Sinnbild für Neues, das die Menschen in Erstaunen versetzte.

Woher stammt der Ausdruck “Der Billige Jakob”?

Aus Hamburg. Um das Jahr 1820 bekam die Jakobskirche einen neuen Turm. Anschließend spotteten die Leute: „Das ist der Jakob mit der neuen Mütze.“ So wurde der Jakob zum Sinnbild für billige Lösungen.

Was heißt “Mit Kind und Kegel”?

Die wörtliche Übersetzung heißt: „mit ehelichen und unehelichen Kindern“. Das Wort „Kekel“, aus dem später „Kegel“ wurde, war im Mittelalter die verächtliche Bezeichnung für uneheliche Kinder. Gleichzeitig stand der Begriff für die Worte „Stock“, „Knüppel“ oder „Pfahl“. Weil diese Kinder ein rechtloser Spielball waren, entwickelte sich aus „Kind und Kegel“ auch der Kegel im Spiel.

Woher kommt „einen Jagdschein“ haben?

Wenn wir einen Menschen für ein bisschen verrückt halten, der sein Amt oder seinen Beruf aber trotzdem weiter ausübt, sagen wir: Der hat einen Jagdschein. Die Wendung bezieht sich darauf, dass der Inhaber eines Jagdscheins in seinem Revier unbehelligt Dinge tun darf, für die andere bestraft würden.

Woher kommt “Am Hungertuch nagen”?

Hungertuch wurde früher das Tuch genannt, mit dem in der Fastenzeit der Altar in der Kirche verhängt wurde. Aus dem Brauch, dieses Tuch zu nähen und damit die Gläubigen zur Buße zu mahnen, ging die Wendung „am Hungertuch nähen“ hervor, die später in „am hungertuch nagen“ umgedeutet wurde.

Woher kommt “Im Stich lassen”?

Aus der Zeit der Turnierspiele des 15. Jahrhunderts, in denen das Bürgertum die Kämpfe der Ritter mit Lanzen kopierte. Wenn man einem Partner bei einem solchen Massenturnier in kritischer Situation nicht beistand, dann ließ man ihn „ihm Stich des Feindes“. .


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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du oben unter der Rubrik "Zum Autor und Inhalt"

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