Ganz normal

#WMDEDGT April 2019

Vor mehr als sechs Jahren hat Frau Brüllen in in ihrem Blog den Anfang mit einer Tagbuchblog-Woche gemacht und seitdem kann jeder der möchte einmal aufschreiben, was genau er am 5. des Monats gemacht hat. Abends wird das im Blog von Frau Brüllen verlinkt und so lässt sich dann auch bei anderen lesen, was die denn am 5. des Monats gemacht haben. Das Ganze läuft unter der gemeinsamen Überschrift: #WMDEDGT? und heisst:„Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

Hier ist nun mein heutiger Tagesablauf:

 

09:00 Uhr

Der Freitag ist mein freier Tag, was für mich bedeutet, auch mal ein wenig länger schlafen zu können. Im Durchschnitt steht der Deutsche nämlich am Freitag gegen 6:18 Uhr auf – hat das Statistische Bundesamt herausgefunden. Ich komme am Morgen eigentlich recht gut aus dem Bett. Egal ob um 6:18 Uhr oder heute nun um 9:00 Uhr. Ein weiterer Vorteil meines freien Freitages ist nicht nur mehr Ruhe, sondern auch die Tatsache, dass es im Verlauf des Tages wenig feste Termine geben wird.

10:00 Uhr

Nach kurzem Waschen und einem kleinen Shake aus lebenden Joghurtkulturen schmeiße ich mich in die Sportklamotten und laufe zur Fitnessbude. Zunächst zum Pilates, das mich zu Beginn immer an die belegten Liegen in einem spanischen Hotel erinnert. Wer hier nicht pünktlich ist, findet keinen Platz mehr für seine Gymnastikmatte.

11:00 Uhr

Außer mir haben drei weitere Herren und mehr als dreißig Damen die Pilates-Stunde geschafft. Was nun wechselt sind Sportart und Anweisungen. Nach vielen „Okay“ und „fasst Euch in die Kniekehle und kommt rauf zum Sitzen“ höre ich beim Power-Yoga nun mehr „höher!“ und „gerade!“. Das ist ja was für meinen inneren Schweinehund! Daher hat die Übung des „herabschauenden Hundes“ wohl ihren Namen, oder?

12:30 Uhr

Auf dem Weg nach Hause laufe ich gleich beim Bäcker vorbei. Übrigens ist der Bundesbürger nicht bereit für den Weg zum Bäcker mehr als 5 Minuten zu laufen. Darüber hinaus fährt er mit dem Auto. Auch das eine Zahl vom Statistischen Bundesamt. Dieses und viele andere Ergebnisse zum Tagesablauf eines Bundesbürgers wurden gestern veröffentlicht. Nicht darüber geschrieben wurde, ob es nun gesund sei, Brötchen zu essen und mit dem Auto zum Bäcker zu fahren. Das mit den Brötchen ist mir heute – zugegebenermaßen – ziemlich egal, weil ich mein Frühstück am Freitag um die Mittagszeit in Ruhe zelebriere. Dabei braucht der Durchschnittsdeutsche für das Frühstück 26 Minuten und isst in der Regel Marmeladenbrote. Wo haben die vom Statistischen Bundesamt eigentlich solche Ergebnisse her?

13:10 Uhr

Ok, den nächsten Durchschnittswert schaffe ich: 26 Minuten im Bad für Duschen und Ankleiden. Danach den Frühstückstisch gedeckt (Hinweis an das Statistische Bundesamt: Habe darüber keinen Wert gefunden aber dafür 13 Minuten benötigt!). Nun genieße ich das Frühstück – ohne Marmelade – aber mit ein wenig Frischkäse, Camembert und Lachs. Damit falle ich nun wohl – statistisch gesehen – durch.

14:30 Uhr

Beim Frühstück, das – wie ihr lesen könnt bei mir am Freitag immer Mittags stattfindet – wird mit meiner Liebsten unter anderem über weitere Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes diskutiert. Der Bundesbürger verdiente im Jahre 2018 durchschnittlich 2.469 Euro monatlich. Angeblich lernen sich rund 30 Prozent aller deutschen Paare am Arbeitsplatz kennen.

15:00 Uhr

Lege mit ein paar administrativen Arbeiten los: E-Mails checken, beantworten, Kommentare beantworten und planen, was ich als nächstes an wertvollen Inhalten auf meinen Kanälen mit euch teilen will. Danach folgen Aufgaben wie Wäsche aufhängen, wischen oder aufräumen. Irgendetwas mache ich da wieder falsch, weil nach dem Statistischen Bundesamt der Durchschnittsbundesbürger jeden Tag nur eine Stunde lang seine Wohnung aufräumt. Ein wunderbares Argument, um sich um …

16:00 Uhr

… in die Sonne zu setzen und in Ruhe ein Buch zu lesen. Ich nehme mir auch die Zeit für Chats, Mails, und Telefonate mit Freunden und Bekannten. Bis die Durchschnittsperson in Deutschland die Lage in ihrem virtuellen, 249 Mann starken Facebook-Freundeskreis überblickt hat, kommen täglich locker 135 Minuten im World Wide Web zusammen. Wer mit seinen engsten Freunden und Verwandten telefoniert, nimmt sich dafür im Durchschnitt täglich 30 Minuten Zeit.

18:00 Uhr

Jetzt wird gekocht. Wir haben keinen Speiseplan, sondern entscheiden jeden Tag aufgrund des vorhandenen Gemüsebestandes aufs Neue was gekocht wird. Meine Liebste findet die Erläuterungen aus dem Jahresbericht des Statistischen Bundesamtes nicht passend. Denn wenn sie sich jetzt an den Abendbrottisch setzt, hat sie laut Statistischem Bundesamt nur eine halbe Stunde Zeit, die Mahlzeit zuzubereiten. Da das Abendbrot unsere Hauptmahlzeit ist, dauert dessen Vorbereitung etwas länger. Die Lieblingsgerichte der Deutschen waren 2018 Spaghetti Bolognese oder Schnitzel mit Pilzsoße. Bei uns gibt es heute etwas ganz anderes: Halal Rinderleber indisch, gut gewürzte Ofenkartoffeln, Salat mit Walnüssen, roter Bete und Honig-Senf Dressing, dazu Kombucha.

20:00 Uhr

Oh nein… ich vermisse es absolut nicht, um 20:15 Uhr den Fernseher nicht einzuschalten. Schon weil ich beruflich ja genug mit Medien zu tun habe. Wenn der Fernseher bei uns läuft, gibt es entweder eine Dokumentation oder einen guten – von uns ausgewählten – Film. Für die Statistiker des Bundesamtes sieht der Feierabend eines Durchschnittsdeutschen so aus: Zum Fernsehabend gibt es im Schnitt 0,3 Liter Bier und die Lieblingssendung, eine Folge aus der Krimi-Reihe “Tatort”.

20:30 Uhr

Ich klinke mich nun hier mit meinem Tagesablauf aus und verlinke diesen Beitrag noch bei Frau Brüllen. Beruhigend ist für mich zu wissen, dass ich – dem Statistischen Bundesamt zufolge – im Durchschnitt der Bundesbürger liege, wenn ich gleich um 23 Uhr ins Bett gehe, wo es immerhin zweimal pro Woche noch heiß hergeht – und wo noch sieben Minuten lang gelesen wird (ob auf dem Nachttisch tatsächlich Bücher von Thomas Mann liegen, ist ungewiss – zumindest behauptet der Durchschnittsdeutsche, die Mann’schen Literaturklassiker gelesen zu haben). Und ich werde nicht – wie der Durchschnitt 7 Stunden und 6 Minuten schlafen, sondern mehr. In diesem Sinne euch allen eine gute Nacht und ich bin gespannt auf die anderen Berichte.

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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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