Stresemanns Ganz normal
Ganz Normal Von

#WMDEDGT – Juni 2020

#WMDEDGT – Was heißt das eigentlich?

Vor sieben Jahren hat Frau Brüllen in in ihrem Blog den Anfang mit einer Tagebuchblog-Woche gemacht und seitdem kann jeder der möchte, einmal aufschreiben, was genau er am 5. eines jeden Monats gemacht hat. Abends wird der Beitrag im Blog von Frau Brüllen verlinkt. So lässt sich dann der Tagesablauf auch bei anderen lesen. Das Ganze läuft unter der gemeinsamen Überschrift: #WMDEDGT? und heisst:

„Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“


09:00 Uhr

Ja, wir Redakteure sind immer noch mehr Inhouse als Outhouse “unterwegs” für neue Beiträge. Ich sitze mehr zu Hause als in der Redaktion. Und heute in der Redaktion wird mein Tag überwiegend aus Video-Konferenzen und Telefonaten bestehen. Geprägt vom Thema „Corona“ und sicher den augenblicklich besonders gehypten Themen „Verschwörungstheorien“ und „Hygiene Demos“. Erst einmal geht es an das Lesen der Post, sowohl digital und telefonisch als auch per Brief. Ja, es gibt sie noch: Briefe, die tagtäglich die Redaktion erreichen. Allerdings bekomme ich sie nicht mehr – wie früher – gegen 8:00 Uhr, sondern erst jetzt. Das liegt an den neuen Sicherheitsbestimmungen, denn jeder Brief wird vorher geprüft, ob es sich nicht um einen gefährlichen Inhalt per Bombe oder Pulver handeln könnte. Dickere Briefe gehen gleich in die Prüfung und angesichts der Post die Prof. Dr. Karl Lauterbach kürzlich in den Bundestag geschickt bekam ist das auch gut so.

10:00 Uhr

In unserer PR-Runde per Video ging gerade die Frage um, was wohl für das Jahr 2020 das „Foto des Jahres“ sein wird. Hat es etwas mit Corona zu tun? Mich persönlich macht dieses Bild sprachlos Eine hungrige Mutter in Indien hält ihr Baby in den Armen. Sie bricht in Tränen aus, nachdem sie für Essen angestanden hat und es ausgeht, bevor sie etwas davon bekommen konnte.

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Die UNO warnt derzeit, dass der Welt eine Hungersnot ‘biblischen Ausmaßes’ bevorsteht, durch die eine VIERTEL MILLIARDE MENSCHEN — wie diese junge Mutter — verhungern könnte. Mutige Gruppen und Helfer vor Ort arbeiten rund um die Uhr im Kampf gegen diese “Hunger-Pandemie” und tun alles, was sie können, um hungrige, verzweifelte Kinder zu versorgen und das Virus zu bekämpfen. UN-Welternährungsprogramm – Welt kurz vor “Hunger-Pandemie” Weitere -Informationen darüber gibt es bei den Kollegen hier: In der Süddeutschen Zeitung und hier: Corona-Folgen in Afrika – Müller warnt vor “Hunger-Pandemie” (Tagesschau.de) oder hier: Die Krise in den Krisenstaaten – Corona verschärft den Hunger in der Welt (SWR)

11:00 Uhr

Die Kollegen aus der Musikredaktion sind in der Viedeokonferenz gerade dabei herauszufinden, welche Musiktitel für oder gegen „Corona“ sind. Ich frage sie, ob das nur für aktuelle Musiktitel gilt. „Nein, natürlich nicht“, bekomme ich zur Antwort. Für diesen Blog arbeite ich an der neuen Reihe „Die bunten 70er-Jahre“ die eigentlich ab Juli 2020 hier bei „Ganz normal“ erscheinen soll. Es wird aber doch wohl September werden, da einige Bilder, Filme und Audios noch einer Genehmigung zur Veröffentlichung bedürfen. In einer Folge der Reihe geht es natürlich um die Musik aus den 70ern. Was liegt da nahe, als einmal in unserer Musikredaktion zu fragen, was die Kollegen dort als was ganz Besonderes empfehlen. Obwohl: Wenn Anfragen nicht zum offiziellen Programm gehören, sind die Kollegen nicht so schnell und offen. Aber scheinbar lässt augenblicklich dort Corona die Zeit ein wenig „entstressen“. So höre ich, wie die Kollegen sich untereinander austauschen: „Weißt Du noch, da gab es doch …..“. Die Kollegen wollen sich melden, wenn sie sich auf schöne Musiktitel geeinigt haben.

11:30 Uhr

In der PR-Runde erfahre ich etwas über den aktuellen Stand einer Aufstellung, die seit vierzehn Tagen von einigen Kollegen nahezu akribisch zusammengestellt wird: Wer Wo Welche Verschwörungstheorien veröffentlicht. Sie soll später für statistische Zwecke ausgewertet werden. Wir haben uns in der Redaktion entschlossen, Verschwörungstheorien zu ignorieren, falls uns diese nicht von mehreren Seiten als richtig bestätigt werden. Selbst dann aber geben wir sie nur mit Vorsicht weiter. Eine Verschwörungstheorie möchte ich euch allerdings nicht vorenthalten. Sie ist vor allem für Fussballfans wichtig. Es geht da um …. – Ach, schaut euch das mal selbst an.

Dann gab es heute noch die Themen: „Was macht ein Fussballer eigentlich, wenn er nicht trainiert?“ und „Gehören Corona-Masken“ in den normalen Hausmüll?“. Wie ich oben schon schrieb: Auch der heutige Tag ist in der Redaktion voller „Corona“-Themen.

12:00 Uhr

Das Telefon klingelt und als ich abnehme brüllt mir der Kollege aus der Musikredaktion in seiner Ruhrpott-Tonart ein „Flai, Robin flai“ entgegen: „Der Hit is heute 45 Jahre alt jeworden. Hömma, dat is nen Ohrwurm, den musse nehmen“. Im Hintergrund vernehme ich, dass die Kollegen sich gegenseitig bei der Suche übertreffen.

13:00 Uhr

Mittagspause, sehr einsam: Die Kantine hält nur ein Essen bereit, im Normalbetrieb können wir zwischen mehreren Gerichten aussuchen. Also begnüge ich mich mit selbst gebackenem Brot (aus Hafermehl), leckerem Fisch und Salat aus der Kühlung.

14:00 Uhr

Eigentlich mache ich mir keine Sorgen, wenn ich die vielen Tweets in den sozialen Medien lese. An vorhandener Intelligenz wird es nicht liegen, wenn es mit der Welt zu Ende geht. Ein schönes Beispiel fand ich beim Stöbern in der Blogwelt. Reyhan hat sich in ihrem nagelneuen Blog „Saft oder Schorle“ die Frage gestellt: „Social Media – voll asozial?“ Diese Frage muss man sich manchmal ehrlicherweise stellen, wenn Menschen eine harmlose Frage stellen – und der Chat am Ende mit wüsten Beschimpfungen endet. Aber lest selbst……;-)

14:30 Uhr

„Hömma Kollege, Du muss aber auch ma wat ruhiges mit bei tun. Wie wäret denn mit „Rikki don‘t lus set Namba“ von Stili Dan? Dat is wat für de Mädels. Dat war damals son Knutsch-Blues, weisse da ham wa ….“ Was dann folgte war eine Geschichte, die mich meinen Kollegen aus der Musikredaktion in einem ganz anderen Licht sehen lässt. Aber es ist eben ein ganz andere Geschichte …. (FOTO: WDR)

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15:00 Uhr

Wie können wir – über – leben, ohne überhört zu werden? Ohne Ausdruck, ohne Bewegung und ohne Präsenz? Um in diesen Zeiten wieder Präsenz zu zeigen, gab das Tanzensemble bodytalk in Münster eine kurze tänzerische Einlage mitten in der Innenstadt – mit Mindestabstand. Die “Performensch” entstand im Rahmen des künstlerischen Forschungsprojekts “Pssssst!” von Stephan Us. Das Projekt soll in Kürze auch in anderen Städten aufgeführt werden.

16:00 Uhr

In der Corona-Krise gibt es so viele Menschen, die einen unglaublichen Job machen und für unsere Gesundheit, unsere Sicherheit und unsere Versorgung an ihre Grenzen gehen. Egal ob Krankenschwestern, Ärztinnen und Ärzte, Supermarktmitarbeiter oder Nachbarn, die für dich einkaufen gehen: Alle, die den Laden am Laufen halten und sich gegenseitig helfen, haben ein Danke verdient. Die private Mit- und Mutmach-Initiative „Deutschland sagt Danke“ von Bürgern unseres Landes aus Medien, Werbung, Sport, Politik und Kultur hat seit Anfang April mehr als eine halbe Million Downloads gehabt. Auf der Seite lässt sich ein Motiv auswählen und herunterladen. Dann kann es auf den eigenen Kanälen eingesetzt werden. Ja, es wäre natürlich noch besser, nicht nur „Danke“ zu sagen, sondern auch finanziell zu unterstützen. Aber viele die bei dieser Initiative mitgemacht haben, sind finanziell auch nicht so gestellt, mit einer Spende zu unterstützen. Insofern machte diese Aktion Sinn:

16:30 Uhr

Dieses Mal meldet sich eine Kollegin aus der Musikredaktion: „Sie suchen doch alte Hits aus den 70ern. Also bitte nehmen Sie auch mal einen Titel der ersten Frauen-Rockband!“ Ich musste zugeben, dass ich den vorgeschlagenen Titel „Fanny – Ain’t that peculiar“ aus dem Jahre 1972 noch nicht kannte. Nehme ich schon einmal in meine Liste mit auf.

17:00 Uhr

Zum Schluss möchte ich euch noch eines der vielen künstlerischen Werke vorstellen, die Kinder zusammen mit ihren Eltern während der Corona-Zwangspause gemacht haben. Wobei ich dem Macher Max (8 Jahre) zugutehalte, dass seine Geschichte über die Bremer Stadtmusikanten bestimmt auch ohne Corona-Zwangspause entstanden wäre. Begonnen hatte alles mit einerBildergeschichte zum Märchen   “Die Bremer Stadtmusikanten”. Am Wochenende fragte er: “Papa, wollen wir da einen Film draus machen?” Für solche Späße ist der Papa von Max wohl immer zu haben. Max ist der Erzähler. Papa durfte die Tierstimmen machen. Heraus kam eine Geschichte, die beide mit ganz viel Liebe erstellt haben. Schaut mal hier: 

Euch wünsche ich einen schönen Abend, schaut bitte auch mal in die anderen WMDEDGT von heute, die ihr hier findet. Nächste Woche lesen wir uns wieder, dann mit vielen Bildern in der Reihe “12 von 12”. Macht es gut und bleibt gesund. Liebe Grüße, euer Stresemann


Weitere Folgen dieser Reihe:

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