#WMDEDGT Oktober 2018

Vor fünf Jahren hat Frau Brüllen in ihrem Blog den Anfang mit einer Tagbuchblog-Woche gemacht und seitdem kann jeder der möchte einmal aufschreiben, was genau er am 5. des Monats gemacht hat. Abends wird das dann im Blog von Frau Brüllen verlinkt und so lässt sich dann auch bei anderen lesen, was die denn am 5. des Monats gemacht haben. Das Ganze läuft unter der gemeinsamen Überschrift: #WMDEDGT? und heisst: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“  

09:00 Uhr

Was mich betrifft, so bin ich heute kein Frühaufsteher. Für mich bedeutet nämlich Freitag -> „freier Tag“. Nach 45 Jahren Arbeit geniesse ich die 4-Tage-Woche und deshalb bleibe ich am Freitag einfach länger liegen. Dann Aufstehen, frisch machen, ein kleines Müsli, Tee und ab zum Sport. Der Freitag ist voll gefüllt damit.

10:00 Uhr

Melde mich ab mit dem stündlichen Protokoll, denn jetzt gibt es erst Pilates und danach eine Stunde Power-Yoga. Das ist für mich ein wenig angenehmer und ruhiger, als beispielsweise Aerobic am Dienstag. Da bewege ich mich mit 25 jungen Damen zwischen Grapevine und Heel Dig. Anfangs war es mir peinlich aber inzwischen bin ich genauso flott, wie die jungen Hüpferinnen hinter mir. Beim Pilates ist der Altersunterschied allerdings nicht so gravierend.

12:00 Uhr

Geschafft, beim Power-Yoga sogar den Kopfstand. Auf dem Rückweg erst einmal beim Supermarkt frische Brötchen, Käse und ….. was sehe ich da: Der Lachs ist runtergesetzt und schreit danach meinen Frühstückstisch zu bereichern. Ok, man gönnt sich ja sonst nix. Auf dem Weg zur Kasse beobachte ich zwei Zeitgenossen, die mit ihren Einkaufswagen aneinander vorbei möchten, es ihnen aber nicht gelingen will. Beide sind sehr aufgebracht. Gibt es bei Aldi eigentlich eine EKVO? – eine „Einkaufswagenverkehrsordnung?“

Währenddessen entspannt sich unter den drei Kassierern nachfolgendes Gespräch: „Wann hast Du heute Feierabend, Murat?“ – „Um eins!“ – „Wann“ – „Um 13 Uhr!“ – „Aber doch erst morgen, oder?“ – „Nein heute, muss mich ja auch mal um meine Frau und um meine 17 Kinder kümmern.“ – „Und wann machst Du heute Schluss, Ersin?“ – Ich muss bis 20 Uhr heute.“ – „Was so lange? Kein Wunder, dass Du keine Kinder hast!“

13:00 Uhr

Nach einer herrlichen Dusche gibt es endlich Frühstück. Ich nenne das so, auch wenn es erst am Mittag passiert. Der Lachs mundet, der Camembert ebenfalls. Dabei besprochen, was am Wochenende alles ansteht. Da hatte ich es früher im Büro leichter, konnte delegieren. Heute muss, nein heute will ich alles selber machen. Die Reparatur der Duschstange steht an, da das Ding, das momentan die Duschtasse – warum heißt das eigentlich „Tasse“ wenn da doch Gummidüsen drin sind? – trägt, nicht mehr als solche bezeichnet werden kann. Also alte Stange raus und neue rein. Ist ein Klacks!

14:30 Uhr

Stimmt! Irgendwie „klackst“ das Wasser jetzt, so ganz dicht ist der neue Duschschlauch an der neuen Duschstange noch nicht. Aber es sieht doch schon schön aus, wie die Armatur im Licht der hereinfallenden Sonne glänzt. Melde mich mal eben ab, ähem bin in der Dusche.

16:00 Uhr

Ist es jetzt Glück oder Pech, dass ich Euch von meinem fertigen Werk kein Foto zeigen kann, weil bei #WMDEDGT ja nur geschrieben, aber keine Bilder verwendet werden dürfen. Also ich schwöre, es sieht sehr gut aus, es „klackst“ nicht mehr und ich musste auch nur zwei ganze Male neu bohren. Andererseits, so ein Bohrhammer, der liegt ja sowas von gut in der Hand, ich hätte Waschbecken und Spiegel auch gleich neu anbohren …. 

Nun geht es bei einer guten Tasse Tee – wie viele Sorten haben wir eigentlich jetzt? – noch um einen Buchtext. Ich helfe einer vielversprechenden Autorin (das habe ich auch geschrieben um zu prüfen, ob sie meinen Blog überhaupt liesst) ein Buch zu schreiben. Es ist nur eines von vielen Kapiteln und es geht bewusst durcheinander, da sie gerade über das schreiben soll, was ihr im Moment so einfällt. Das bedeutet für mich nicht nur korrigieren, redigieren, sondern zu organisieren. Jedenfalls die Texte in die richtige Reihenfolge zu bringen. Dazu hilft mir auch einiges an Technik.

18:00 Uhr

Sohn Nummer eins kommt zum Essen. Irgendwie riecht der, wann es fertig ist. Es gibt verschiedene Linsen mit Bulgur auf indische Art. Ich bin gerade dabei zu erklären, dass es wieder einmal sehr lecker schmeckt, da fällt mir auf, dass unser Sohn mit der rechten Hand den vollen Löffel in den Mund schiebt und mit der linken auf seinem Handy schreibt. Beides in einer Geschwindigkeit, bei der mir fast schwindelig wird. Nun könnte ich darüber nachdenken, ob das uns – der Außenwelt gegenüber – unhöflich sei; da es aber insgesamt in einer Geschwindigkeit von wenigen Minuten erfolgt und wir anschließend in den Genuss eines angenehmen kurzen gemeinsamen Gespräches kommen, erübrigt sich das wohl. Er ist dann so schnell wieder weg, wie er gekommen ist. 

20:00 Uhr

Nach Telefonaten mit anderen Kindern – nein, ich verrate hier nicht, dass wir mehr als eine Handvoll haben – geht es (vollkommen richtig geraten) nunmehr auf´s Sofa. Wir schauen uns jetzt noch einen Film „Die Töchter des Monsieur Claude“ an. Eine köstliche Komödie und irgendwie ein ganz normaler Wahnsinn, eben wie bei uns. 

Das war es für heute von mir. Ich klinke mich hier aus, geniesse noch einen schönen Filmabend, stelle diesen Beitrag in meinen Blog und verlinke ihn zu Frau Brüllen. Wenn ihr also noch mehr Tagebucheinträge von heute lesen mögt, dann schaut mal bei Frau Brüllen vorbei. Ich freue mich auf Eure Erlebnisse von heute und auf ein Weiterlesen im November.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.