Ganz normal

#WMDEDGT Oktober 2019

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Vor mehr als sechs Jahren hat Frau Brüllen in ihrem Blog den Anfang mit einer Tagbuchblog-Woche gemacht und seitdem kann jeder der möchte einmal aufschreiben, was genau er am 5. des Monats gemacht hat. Abends wird das im Blog von Frau Brüllen verlinkt und so lässt sich dann auch bei anderen lesen, was die denn am 5. des Monats gemacht haben. Das Ganze läuft unter der gemeinsamen Überschrift: #WMDEDGT? und heisst:„Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

Hier also nun, was ich denn heute so den ganzen Tag gemacht habe.

09:00 Uhr

Es geht doch nichts über den samstäglichen Gang über den Wochenmarkt, obwohl er eigentlich mehr und mehr zu einem symbolischen Spaziergang geworden ist. Früher haben wir viel mehr auf dem Markt gekauft, heute sind wir nicht nur wählerischer, sondern auch zurückhaltender geworden. Zudem gibt es inzwischen interessante Alternativen. Doch dazu später mehr.

10:00 Uhr

Der Kaffee am Marktstand mit Freunden und Kollegen gehört aber nach wie vor dazu. Heute lässt mir der Samstag dazu Zeit und wir diskutieren über das Buch des katholischen Pfarrers Stephan Jürgens, der nach drei Jahren seine Tätigkeit als Pfarrer von Hl. Kreuz aufgegeben hat. Pfarrer Jürgens nimmt in seinem Buch kein Blatt vor den Mund. Er scheut nicht davor zurück, seine vorgesetzten Bischöfe heftig zu kritisieren. “Wir haben ein Leitungsproblem. Wir haben ein Managementproblem. An der Spitze der Kirche stehen Leute, die zwar fromm und klug sind, die aber einfach nicht leiten können und nicht mitten in der Welt zuhause sind”, schreibt der Priester. In den nächsten Tagen will Bischof Felix Genn dazu eine Stellungnahme abgeben. Was mich jedes Mal wundert ist, dass die Ereignisse innerhalb der katholischen Kirche immer wieder Tagesgespräch in ganz Münster sind, obwohl es in dieser Stadt inzwischen mehr Protestanten als Katholiken gibt.

12:00 Uhr

Auf der Rückfahrt vom Markt schauen wir noch kurz in der neuen “Verteil-Bar” rein. Hier gibt es Bio-Gemüse und Obst von den örtlichen Bauern, das nicht verkauft wurde, weil es beispielsweise krumm gewachsen ist. Deshalb ist es aber nicht schlechter als das gerade gewachsene Gemüse. Wir finden hier auch wieder einige Flaschen des leckeren Ingwer-Bieres. Für die Waren zahlt übrigens jeder was er zahlen kann oder will.

13:00 Uhr

Vielleicht ist das ja etwas ungewöhnlich oder sogar ein Spleen? Meine Liebste und ich zelebrieren – wenn ich zu Hause bin – zur Mittagszeit unser Frühstück. Das kann dann schon mal 2 Stunden dauern, in denen wir nicht nur langsam essen, sondern uns über die täglichen Dinge oder die des Lebens unterhalten. Heute waren es natürlich unsere Kinder, wir haben zusammen 8, die uns Freude, aber ab und an auch Sorgen bereiten. Bei all diesen Problemchen ist es wichtig für mich, dass wir über alles sprechen. Also unser Frühstück mit einem aufgeräumten Kopf und Tisch beenden.

15:00 Uhr

Zeit für die Enkelkinder. Wir haben drei: 8,3 und 1 Jahr alt, was z. B. auf dem Spielplatz zu unterschiedlichen Bedürfnissen führt. Während sich die Große augenblicklich intensiv mit dem Thema “Umweltverschmutzung” beschäftigt (“Opa, warum kauft ihr nicht das graue Klopapier, weil dass doch schon mal benutzt wurde und gut für die Umwelt ist!”), beschäftigt sich der Mittlere mit den verschiedensten Modellen von Straßenbaggern, ohne an deren CO2 Ausstoß zu denken. Die Jüngste verschläft diese weltbewegenden Themen. Mir reicht es auch aus, wenn es die anwesenden Eltern tun, deren Kids sich gerade gegenseitig mit Sand bewerfen. Zwei Mütter unterhalten sich auf der Bank nebenan, ob es denn richtig sei, ein Kind schon im Alter von 6 Monaten im Kindergarten anzumelden. Ein Junge zieht zwei Mädchen an den Haaren, die Mutter versucht zu vermitteln: “Das hat unser Sören noch niiiiie gemacht, kenne ich auch nicht von ihm, er spielt eigentlich sehr gerne draußen, dort kann er sich stundenlang mit dem Bagger beschäftigen und er hat sich sonst bis jetzt sooo gut entwickelt” Ich bin beruhigt; nichts wäre schlimmer als falsch entwickelte Kinder.

17:00 Uhr

Ja, okay. Momentan konnte ihr Sören sich nicht stundenlang mit seinem Bagger beschäftigen, weil mein Enkel sich diesen “ausgeliehen” hatte. Nun könnte ich euch noch die erhaltenen Regeln über Kinder-Erziehung, Wohlverhalten und gegenseitige Rücksichtnahme wiedergeben. Ich lasse das aber, weil meine Enkeltochter nach 60 Minuten Sören schaukeln keine Lust mehr hat und nach Hause will. Zudem muss sich Sören übergeben, was wohl – wie die Mutter meint – an der Bananenmilch lag. Ich frage meine Enkeltochter zur Ablenkung, wie es denn in der Schule so läuft. Sie meint “Die Schule ist doof, die Lehrerin erklärt erst alles und dann muss ich das dann doch alleine machen.” Ich überlege: Kann man in der 2. Schulklasse schon einen “Burn-Out” bekommen?

18:00 Uhr

Zu Hause angekommen gab es? – Na, was wohl? Richtig! Spaghetti ! Mein Enkel bemerkt, dass es toll wäre, Sörens Bagger zum Transport der Nudeln zu haben. Aber da der nun einmal nicht da ist, werden kurzerhand die Hände als Schaufeln benutzt. War ich eigentlich auch so mit 3 Jahren? Andererseits muss ich zugeben, ich könnte aus Lust und Laune heraus auch mal wieder so essen. Besser nicht, sonst müsste ich die Spielplatzgespräche mit meinen Kindern weiterführen. Stattdessen gibt es eine Diskussion über den Nachtisch. Kind 1 möchte Eis, Kind 2 Pudding und Kind 3 schläft mal wieder.

18:30 Uhr

Die Entscheidung fällt auf Pudding und beim anschließenden Memoryspiel ziehen mich die Kids über den Tisch. Nun sind sie müde und wir auf dem Weg nach Hause. Für heute war es das. Wir wünschen euch von hier aus Münster noch einen schönen Abend.

Ich verlinke den Beitrag nun noch bei Frau Brüllen und freue mich über die vielen anderen WMDEDGT des Monats Oktober 2019.

 

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Viel Spass!

Zum 15. Geburtstag dieses Blogs:

Viele neue Ideen gibt es hier bei “Ganz normal” im Geburtstagsmonat Oktober. Bei einigen könnt ihr sogar etwas gewinnen. Wie zum Beispiel beim “Münster”-Rätsel.

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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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