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#WMDEDGT September 2019

Vor mehr als sechs Jahren hat Frau Brüllen in ihrem Blog den Anfang mit einer Tagbuchblog-Woche gemacht und seitdem kann jeder der möchte einmal aufschreiben, was genau er am 5. des Monats gemacht hat. Abends wird das im Blog von Frau Brüllen verlinkt und so lässt sich dann auch bei anderen lesen, was die denn am 5. des Monats gemacht haben. Das Ganze läuft unter der gemeinsamen Überschrift: #WMDEDGT? und heisst:„Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

Hier also nun, was ich denn heute so den ganzen Tag gemacht habe.

09:00 Uhr

Ich habe heute frei, muss also nicht ganz so früh aufstehen. Der Tag beginnt mit einem kleinen Müsli, denn gleich geht es noch zum Sport. Pilates ist angesagt.

09:30 Uhr

Es ist anders gekommen als geplant und das kam so: Die Sporttasche stand in der offenen Haustür während wir die Fahrräder aus dem Hof holten. Als wir nun mit den Fahrrädern los wollten, war die Sporttasche weg. Darin befand sich auch eine Geldbörse mit zahlreichen Papieren. Statt zum Sport fahren wir nun die Umgegend ab in der Hoffnung, die Tasche irgendwo zu finden.

11:00 Uhr

Tasche nicht gefunden, nun sitzen wir auf der Polizeistation. Von einer freundlichen Polizistin werden wir darauf hingewiesen, dass bei einer Zeugenaussage nur eine Person anwesend sein dürfe. Ich überlege gerade, ob in den „Richtlinien zur Vorbringung einer Strafanzeige“ eine derartige Anweisung zu finden ist, behalte aber die Ruhe, bevor mir die auch noch abhanden kommt. Es geht auch zu zweit und nun bewundere ich die Gelassenheit der Beamtin bei der Aufnahme der Anzeige. Die Tür ihres Büros ist mit Auszügen aus Polizei-Protokollen gespickt, Daten sind unkenntlich gemacht, Texte wie „nix eusern“ oder „Das war genau um 6.70 Uhr“. Es ist letztendlich ein großer zeitlicher und arbeitsmäßiger Aufwand, so eine Aufnahme der Daten. Aber wer denkt, dass er nun fertig sei, der irrt gewaltig. Die freundliche Polizistin empfiehlt uns nun den Gang zur Bank, um dort die Scheckkarte sperren zu lassen und danach mögen wir doch bitte noch einmal wegen KUNO (????) zurückkommen.

14:30 Uhr

Inzwischen waren wir auch bei der Bank und sitzen nun wieder auf der Polizeistation und warten auf diesen KUNO. Ich nutze die Zeit, um mal wieder mein Mobiltelefon aufzuräumen. Genauer gesagt, das Telefonbuch, in dem sich ein Haufen Namen und Nummern angesammelt hat. So ganz einfach ist das meist nicht, die Gefühlsschwelle in Kopf und Herz so zu justieren, dass der Daumen sich der Löschtaste auch nur dann nähert, wenn es die Richtigen trifft. Damit man später nichts bereut. Denn schließlich sind diejenigen, die ich da herausdrücke, für immer verschwunden, nicht mehr existent. Sie werden nie mehr von einem zufälligen Blick auf ihren Namen profitieren können, der den Impuls auslösen könnte, sich mal wieder zu melden. Sie werden vergessen.

15:30 Uhr

Nicht vergessen hat uns der Wachhabende auf der Polizeistation. Er musste aber erst mit einem Kollegen klären, wie das mit KUNO so geht. Also KUNO bedeutet ausgeschrieben: „Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen“ und ist ein freiwilliges System der Polizeibehörden und der Wirtschaft. Ziel ist, Betrugsfälle im kartengestützten Zahlungsverkehr zu reduzieren. Ach so? Ihr denkt jetzt sicher ähnlich, oder? Wie, die Karte ist doch nun schon gesperrt? Für den Bankautomaten schon, aber was passiert eigentlich beim Supermarkt. Hier kann jeder mit einer Scheckkarte ohne PIN-Angabe bis 20 Euro seine Waren bezahlen. Dank KUNO funktioniert das bei unserer gestohlenen Karte jetzt nicht mehr. Wer über KUNO mehr wissen will, schaue mal hier vorbei. Nun geht eben noch zum Supermarkt, denn wir haben den ganzen Tag noch nichts gegessen. Also einkaufen, bar bezahlen und erst einmal in Ruhe eine Mahlzeit einnehmen.

17:00 Uhr

Meine siebenjährige Verwandte, die nicht näher genannt werden möchte, ruft mich an:
„Opa, es gab wieder Stress mit Jungen.“ „Wie kam denn das?“ „Ja, dieser Lukas, der nervt, der ist total schwul.“ „Wieso? Woran merkst du, dass er schwul ist?“ „Ja, der ist total schwul, der hat alle Mädchen abgeküsst.“ Ach so.

18:00 Uhr

Kennt ihr das auch noch? Haben noch eine Runde „Stadt, Land, Fluss“ gespielt. Das fördert ja doch ungemein das Denkvermögen. Trotzdem, bei einigen Buchstaben wollten mir partout keine Namen, Tier, Berufe oder Flüsse einfallen. Aber bei „K“ hab ich gewonnen. Hier meine Ergebnisse, die meine Spielgegner akzeptieren mussten: Stadt mit K: Kursk (RUS) – Land mit K: Katar (wird nämlich im Deutschen nicht mit Q geschrieben, sondern mit K) – Fluss mit K: Kocher. Es ist der zweitgrößte Nebenfluß des Neckar – Name mit K: Kimberley – Tier mit K: Kugelfisch – Beruf mit K: Küster. Ok, bei Q hatte ich verloren, aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Für den Buchstaben S habe ich schon ein Wort: Sporttasche.

Verlinke den Beitrag nun noch bei Frau Brüllen und freue mich über die vielen anderen WMDEDGT des Monats September 2019.

 

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Über den Autor:


Hinter "Stresemann" steckt natürlich ein Pseudonym. Der Verfasser hat lange Jahre als Hörfunkjournalist gearbeitet und ein überwiegende Teil der Geschichten hier stammt aus seiner Arbeit. Mehr über den Autor erfährst Du unter dem Link "Wer ist denn dieser Stresemann" weiter unten.

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