Stresemanns Ganz normal

Zeichnen & Saufen

Jesus als Schürzenjäger und Jörg Haider als Kampfhund – Manfred Deix kannte keine Tabus. 

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Der österreichische Karikaturist Manfred Deix (*22. Februar 1949, † 25. Juni 2016) gehörte mit seinen gezeichneten Einblicken in die Abgründe des Lebens zu den populärsten satirischen Zeichnern im deutschsprachigen Raum und hat zahlreiche Karikaturen und Titelblätter für Magazine wie »Stern«, »Spiegel«, »Pardon« und »Titanic« entworfen.

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“Wenn man die Arbeit als Satiriker erst nehme, könne man eben nicht »Everybody’s Darling« sein und müsse gewisse Freiheiten haben”, so Deix. 2019 wäre er 70 Jahre alt geworden. Die Ausstellung im Museum Wilhelm Busch zeigt neben bekannten auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Arbeiten des Künstlers.

Deix nahm besonders gern das Kleinbürgertum aufs Korn. Ob Verliebte, Kirchenmänner oder Neonazis – sie alle hat er mit spitzer Feder entblößt. »Ich zeichne, rauche, saufe« sagte Manfred Deix und inszenierte sich gern als chaotischer Bürgerschreck, der alkoholgeschwängert in seinem von Dutzenden Katzen bevölkerten Haus im Westen Wiens »Beach Boys« hörend jeder Abgabefrist hinterherhechelte. Tatsächlich, so eine posthume Würdigung, war sein Werk das eines unbeirrbaren Humanisten und Moralisten. Er zeichnete niemals gegen die Schwachen an, sondern gegen Rassismus, Sexismus, Bigotterie, Korruption und Spießbürgertum.

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Die Menschen, die Deix darstellte, sind aus dem Leim gegangen, haben blassrosa Haut und tragen schmuddelige Feinripp-Unterwäsche mit unappetitlichen Flecken. Wer sie einmal gesehen hat, erkennt sie immer wieder. Als »Deixfigur« haben sie es sogar in den Duden geschafft. Dort sind sie als »ins Lächerliche verzerrte Darstellung eines Menschen« definiert.

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