Stresemanns Ganz normal

Zur Fahndung ausgeschrieben

“Ich hab noch einen Koffer in Berlin”, ist eine bekannter Evergreen, den sich mehrere Beamte des Bundesgrenzschutzes sehr zu Herzen genommen haben. Sie bilden die “Fahndungsstelle Gepäck” bei der Deutschen Bundesbahn und finden jährlich mehr als 500 Koffer, die nicht nur Reisenden abhandengekommen sind.

Also das hat mich fasziniert. Ganz ehrlich. Dieses Jahr schickte ich nämlich mein Urlaubsgepäck mit der Deutschen Bundesbahn. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Viele andere tun das ja auch. Nur – meine Koffer kamen nicht an! Und jetzt kommt’s: Die junge Dame am hiesigen Güterbahnhof verwies mich freundlich, aber bestimmt an die Gepäckfahndung der Bahnpolizei.

Wie bitte ? Also ich kenne Zivilfahnder und Steuerfahnder aus den unzähligen Fernsehkrimis. Und dann gibt es da noch die Fahnder beim Arbeitsamt, aber Gepäckfahnder?

Dabei gibt es sie schon lange, denn Deutsche Reichsbahn ist um 1870 verpflichtet worden, für den Schutz der ihr anvertrauten Güter selbst zu sorgen. Der Rechtsnachfolger, die Bundesbahn hat diesen Fahndungsdienst weitergeführt. Und der funktioniert! Findet sich in den Zügen oder auf dem Bundesbahngelände ein Gepäckstück, das sich nicht irgendwie einem Besitzer zuordnen lässt, erfolgt sofort Meldung an die Gepäckfahnder. Die wiederum gehen die eingegangenen Meldungen der Besitzer verlorener oder entwendeter Gepäckstücke durch. Das, was danach geschieht, ist Filigranarbeit, wobei den Fahndern ihre langjährige Erfahrung zugutekommt.

Und ich sagte es ja schon: Es hat mich fasziniert, denn in der Regel finden die Gepäckfahnder innerhalb kürzester Zeit das Gesuchte. 220 Beamte sind in der gesamten Bundesrepublik durch den Bundesgrenzschutz für die Gepäckfahndung eingesetzt.

In den vergangenen Jahren machten den Gepäckfahndern nicht nur die Langfinger Probleme. Durch die voll maschinelle Verladung von Gütern in den Großbahnhöfen kann es auch mal vorkommen, dass Kollege Computer das Frachtgut den verkehrten Güterwaggons zuordnet. So muss es wohl auch meinem Urlaubsgepäck ergangen sein. Denn ein Koffer fand sich in Karlsruhe und einer in Basel wieder. Die Spürnasen der Gepäckfahndung brachten sie mir recht schnell zurück.

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Hier findet ihr Geschichten aus dem Alltag. Eben menschlich und ganz normal. Berühmt werden wollen wir mit diesem Blog nicht, sondern euch darüber informieren, was uns ein-, auf- oder überfällt.

Dieser Blog ist ein kleines Experiment, nicht nur dann, wenn er funktioniert, sondern auch dann, wenn er gelesen wird. Wir sagen „Danke“ dafür.

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